Ausgabe 980 - September 2010
Wie regieren?: Neue Ideen für die Schweiz
In dieser Ausgabe
Dossier
Vom Geben und Wegnehmen
49 polemische Thesen eines Unternehmers zu Politik, Staat und Demokratie
Die Abnicker von Bern
René Scheu im Gespräch mit Fredmund Malik Eine klare Regelung der Kompetenzen. Äusserste Disziplin. Und Respekt. Das ist es, was der Bundesrat braucht. Aber reicht es auch? Gedankenaustausch mit dem Managementberater Fredmund Malik.
Zeit für Reformen
Der Schweizer Bundesrat ist eine besondere Institution. Taugt sie für die Zukunft? Plädoyer für kleine Reformen anstelle des grossen Wurfs.
Bessere Politik für die Schweiz
Fünf Reformvorschläge für mehr Effizienz und weniger Sonderinteressen
«Classe politique: Wäre für mich eine Horrorvorstellung»
Florian Rittmeyer im Streitgespräch mit Cédric Wermuth Mehr Bundesräte? Nützt nichts. Konkordanz? Braucht es nicht. Volkswahl? Wäre eine Option. Treffen mit dem Jungsozialisten Cédric Wermuth.
«Niemand fragt: Wer ist fähig?»
René Scheu im Gespräch mit Christoph Blocher Was ist das Geheimnis der Konkordanz? Und was sind die Geheimnisse des Bundesrats? Treffen mit alt Bundesrat Christoph Blocher.
Weitere Beiträge
Editorial
Liebe Leser Wer auch immer die neuen Bundesräte sein mögen – an den Problemen unserer Landesregierung dürfte sich wenig ändern. Welche Reformen braucht es, um unser Regierungssystem zu verbessern? Wir haben Eingeweihte und Aussenstehende, Intellektuelle und Praktiker gebeten, ihre Reformideen zu formulieren. Mehr von Christoph Blocher, Reiner Eichenberger, Fredmund Malik und
Wider die Verschleierung
Überlegungen zur Burka-Frage oder Die Fortsetzung des Kulturkampfes mit anderen Mitteln
(1/2) Wieviel Europa braucht die Schweiz?
Strategische Gedanken aus Unternehmersicht Alleingang, bilateraler Weg, Integration in die EU – das sind die drei Optionen für die Schweiz. Heisst es. Aber stimmt das auch? Wir präsentieren eine vierte Möglichkeit: den Universalismus. Ein global tätiger Unternehmer und ein Publizist denken nach.
Hanspeter Ueltschi im Gespräch
Er hat den Nähcomputer erfunden. Er exportiert ihn in die halbe Welt. Und er möchte doch um keinen Preis das kleine Städtchen verlassen, in dem er gross geworden ist. René Scheu hat Hanspeter Ueltschi, den Erfinder der modernen «Bernina», in Steckborn getroffen.
Jeanne Hersch – hundert Jahre
Euphorischer Aufschwung und Scheitern zugleich: darin besteht die bleibende Erfahrung der ersten Liebe in Jeanne Herschs kurzem Roman gleichen Titels. Gerade weil sie beteuert, glücklich verheiratet zu sein, hält es die schwangere Protagonistin für dringlich, ihrem Mann (der während des Krieges an der Grenze wacht) davon zu berichten. Sich den
Schweizer Autoren in Kurzkritik XXVII
10 Bücher, vorgestellt in der siebenundzwanzigsten Folge der «Schweizer Autoren in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.
Reiseregel: Sprich jeden Tag mit einer hübschen Frau!
Andri Perl: «Die fünfte, letzte und wichtigste Reiseregel». Zürich: Salis, 2010.
Wie mit Zähnen in eine Glasscheibe genagt
Das Monstrum, so scheint es, hat auch einmal klein angefangen. Es zeigt sich anfangs karg, bescheiden, mit schlichtem Humor, mit «John und Joe»: zwei traurigen Gestalten, die an Stan Laurel und Oliver Hardy erinnern, sich gegenseitig beklauen und den Beklauten vom Geklauten auf einen Pflaumenschnaps einladen. Die Tragik ihres kümmerlichen
Ein Lenzburger in Tokyo
Im Sandgarten des Ryoan-ji, eines der ikonischen Tempel Kyotos, begegnet sich das Land der aufgehenden Sonne selbst. Dort hat der Zen-Buddhismus seinen idealtypischen Ausdruck gefunden, die Meditation ihren Gartenbezirk, in dem nichts wächst ausser dem Moos. Der Betrachter geht an fünfzehn Steinen vorbei, die auf fünf Moosinseln in
Ein Zürcher in Wien
Charles Ritterband: «Dem Österreichischen auf der Spur. Expeditionen eines NZZ-Korrespon-denten». Zürich: Neue Zürcher Zeitung, 2009
Unter falscher Flagge
Daniel de Roulet vereinigt 27 «Porträts» von Zeitgenossen und historischen Persönlichkeiten, die alle, sagt sein Vorwort, «eine enge Beziehung» zur Schweiz haben. Die meisten sind Schweizer, die meisten Künstler. Jedem der Texte ist ein mehr oder weniger einleuchtendes Haupt- und Merkwort beigegeben: «Heimweh», «Asyl», «Patriotismus», «Ehrgeiz», «Distanz». Sie sollen die
Dem Erzählen vertrauen
Da ist der Morgenbus, fünfzehn Personen sind auf dem Weg in den Alltag, ein Erzähler schaut hin, vermerkt in kleinen, genauen Miniaturen, was er sieht: «Der Mann mit dem regennassen Filzhut, er putzt sich die Brillengläser sauber, und irgendeiner stinkt nach Rauch in diesem Gequetsche. Oder riecht er nach Knoblauch?
Star ohne Allüren
Nachhaltigen Ruhm erlangte sie durch ihre Titelrolle in Franz Schnyders Film «Gilberte de Courgenay» (1941), doch ihre grosse Liebe gehörte zeit ihres Lebens dem Theater: Anne-Marie Blanc. Der erste weibliche Star des Schweizer Films verstarb im Februar 2009 im Alter von fast 90 Jahren. In dem nur wenige Monate