Ausgabe 939 - April 2005
Kunstraub - Raubkunst: Wem gehört geraubte Kunst?
In dieser Ausgabe
Dossier
(5) Ein schlichtes Gemüt
Wie stellen Sie sich einen Kunsträuber vor? Zuvorkommend, kunstliebend und intelligent? Ein Gentleman mit einem brillanten Plan, geleitet von idealistischen Motiven? Alles falsch.
(4) Der Handel mit der Gutgläubigkeit
Die Schweiz führt bald ein neues Kulturgütertransfergesetz ein. Um Probleme bei der Rückforderung gestohlener Bilder zu vermeiden, könnte eine Meldepflicht für gestohlene Kunstwerke den Handel damit erschweren.
(3) Raubkunst in Schweizer Sammlungen
Das öffentliche Interesse an der Frage der sogenannten Raubkunst hat seit Mitte der Neunzigerjahre merklich zugenommen. Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsstaats wollen heute zu ihrem Recht kommen.
(2) Spurensuche: Egon Schieles «Tote Stadt III»
Fehlende Indizien, fehlende Beweise, manchmal auch nur Schweigen: das bis heute ungeklärte Schicksal der Kunstsammlung des jüdischen Kabarettisten Fritz Grünbaum verdeutlicht beispielhaft, wie schwierig sich die Arbeit der Provenienzforschung mitunter gestaltet.
(1) Kunstraub – von Odysseus bis Saddam Hussein
Kunst als Objekt der Begierde, Kunstraub als Gegenstand der Reflexion: ausgehend von der griechischen und römischen Antike, führt uns eine erfahrene Archäologin auf einen ebenso vergnüglichen wie lehrreichen Streifzug durch die europäische Geschichte.
(0) Kunstraub – Raubkunst
«Ich bin oft weg von zu Hause, manchmal für ein paar Tage, manchmal für mehrere Monate. Bevor ich verreise, muss ich einen Elektriker kommen lassen, der die Bilderleuchten abmontiert, die Bilder aus ihrem Rahmen nimmt und sie in den Tresor bringt. Das ist ein ärgerliches Tun, und ich weiss, dass
Aktuelle Debatten
Von Sparwut und Steuergeschenken
In der gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Debatte lässt sich ein beunruhigender Trend feststellen: Begriffe werden sinnentleert, suggestiv verwendet oder bezüglich ihres wahren Inhalts umgedeutet. Eine kohärente, wachstumsfreundliche Wirtschaftspolitik kann es jedoch nur bei begrifflicher Klarheit geben. «Unklare Begriffe gehören zu den Torheiten der Zeit», sagte vor mehr als 50 Jahren Wilhelm Röpke,
Weitere Beiträge
«Ganoven der Postmoderne» oder «Wo ist der Platz im Leben»?
Mein Roman «Der kurze Weg nach Hause» fängt damit an, dass eine Mutter der kleinen Tochter erklärt, was Ganoven sind. Ganoven seien Menschen, die ihren Platz auf der Welt noch nicht gefunden haben, meint sie. Das ist auch ein Kommentar zur Situation der zwei jungen Protagonisten, Luca und Ovidiu, die
Editorial
Würde alle geraubte Kunst ihrem Besitzer zurückgegeben, böte sich dem Besucher der Museen und Kunstsammlungen ein seltsames Bild: verwaiste Podeste in der Abteilung für antike Skulpturen, freie Flächen in den Räumen, die der Kultur der Majas oder der alten Ägypter gewidmet sind, weisse Flächen dort, wo vertraute Werke der Moderne
Osteuropäische Beispiel vor Schweizer Hintergrund
In letzter Zeit ist das Territorialprinzip hierzulande vermehrt als kritikwürdig bezeichnet worden. Vergleiche mit der Minderheitenproblematik in Ostmitteleuropa zeigen indessen auf, wie viel die Eidgenossenschaft dem Grundsatz der kantonalen Sprachhoheit zu verdanken hat.
Von der «Rule of Law» zur «Rule of Suspicion»
Vorschriften gegen Diskriminierung zeitigen mitunter ge-radezu groteske Wirkungen; immer wieder beschneiden sie aber auch die Vertragsfreiheit des Bürgers in einer Art und Weise, die weit über das Ziel hinausschiesst und zuletzt die freiheitliche Grundordnung schlechthin unterläuft.
Was taugt das Mehrheitsprinzip?
Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit sind zentrale Ziele jeder Gesellschaft, doch ihre Priorität ist umstritten. Können Mehrheiten darüber entscheiden? Nicht grundsätzlich – entscheidend ist, welche Mehrheit über welche Freiheit und Gerechtigkeit bestimmt.
Rumantsch grischun – Brückensprache im Land der 150 Täler
Im Kanton Graubünden gilt ab Januar 2005 eine neue Regelung: Rätoromanische Lehrmittel werden nur noch in der standardisierten, als Rumantsch grischun bezeichneten Kunstsprache herausgegeben. Die Folgen der Neuerung sind ungewiss.
Was ich berichte, ihr Richter, ist wirklich vorgefallen!
Als Cicero im Jahre 70 v.Chr. das skandalöse Amtsgebaren des römischen Statthalters in Sizilien an den Pranger stellt, gilt sein Augenmerk vorab der Art und Weise, wie Verres dort seine Kunstsammlung vergrössert hat.
Kunst erklären?
Kunstwerke rufen oft Verwirrung hervor. Wir freuen uns über Erklärungen, doch auch wenn wir meinen, dass Kunst für sich selbst spricht, diskutieren wir gerne darüber.
Leserzuschrift zum Dossier «Stiftungen», Ausgabe 02/2005
In der Gastkolumne des Dossiers «Stif-tungen» zählt Peter Forstmoser einige Probleme des Stiftungswesens auf und schreibt: «Wie wäre es, eine Art Börse – oder mehrere Börsen – für Stiftungsideen einzurichten, Marktplätze, an denen Opportunitäten für gemeinnützige Zu-wendungen angeboten werden?» Eine solche «Börse» gibt es seit drei Jahren in der Form
Martin Gumpert – 58 Jahre Zeitgeschichte
Martin Gumpert (1897–1955) lebte in einer ereignisreichen Zeit. Der in Berlin geborene Autor starb in New York. Sein Leben spiegelt literarische Strömungen von der wilhelminischen Ära bis nach dem Zweiten Weltkrieg wider.
Politik zum Nachschlagen
Gisela Riescher (Hrsg.) Politische Theorie der Gegenwart: In Einzeldarstellungen von Adorno bis Young. Stuttgart: Kröner, 2004. Manfred Schmidt Wörterbuch zur Politik Stuttgart: Kröner, 2004.
Geld, Gold und Gottspieler: Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise
Roland Baader Geld, Gold und Gottspieler: Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise Gräfelfing: Resch Verlag, 2004.