Ausgabe 1093 – Februar 2022
Nie allein im Netz: Mit Verschlüsselung die Beschatter fernhalten.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Stell dir vor, es ist Blackout, und keiner ist schuld
Die Verantwortung für die Stromversorgungssicherheit ist rechtlich nicht klar zugewiesen. Die Verantwortung für gute energiepolitische Rahmenbedingungen ist dagegen eindeutig verortet. Der Bundesrat darf sie nicht länger abschieben.
Das unterschätzte Katastrophenszenario
Mit einem grossflächigen Stromausfall ist in Europa in den nächsten Jahren zu rechnen. Die Auswirkungen wären gravierend. Eine eigenverantwortliche Notfallvorsorge ist unverzichtbar.
An Gaskraftwerken führt kein Weg mehr vorbei
Die Schweiz ist auf zuverlässige Bandenergie angewiesen, die Photovoltaik, Wind und Biomasse nicht liefern können. Kurzfristig braucht es deshalb Gaskraftwerke, langfristig den Bau neuer Kernkraftwerke.
Kernkraft ist die einzige umsetzbare Lösung
Bei der Energiestrategie ist ein Marschhalt notwendig. Die ökologische Alternative Kernkraft darf nicht länger ein Tabu sein.
Dossier
Die Cypherpunks hatten recht
Der Überwachungskapitalismus hat die digitale Sphäre von den Idealen einer dezentralen, anonymen Beteiligung abgebracht. Glücklicherweise verfügt die Menschheit heute über die Mittel, das zu korrigieren.
Der Teufel steckt in der Anwendung
Ist Verschlüsselung ein Menschenrecht oder eine Waffe von Kriminellen? Technische Lösungen sind ambivalent und können guten wie auch schlechten Zwecken dienen. Deshalb ist ihre Regulierung hochpolitisch – und für alle relevant.
«Unsere Systeme sind inhärent unsicher»
In der Theorie könnten Informatiksysteme viel sicherer sein, sagt Kryptologe Ueli Maurer. In der Praxis jedoch sind viele Sicherheitsmängel mit gewachsenen Strukturen und einem staatlichen Interesse an Einsicht zu erklären.
Der Kampf um die Datenhoheit auf dem Handy
Messengerdienste wie WhatsApp verschlüsseln Nachrichten standardmässig. Doch wirklich geschützt sind private Daten erst, wenn der Anbieter seine Nutzer nicht kennt.
Viel ungeschützter Verkehr
E-Mails können heute sicher übermittelt werden, wenn Absender und Empfängerin das auch beide wollen. Insbesondere in der Geschäftswelt fehlt es aber an den nötigen Sicherheitsvorkehrungen.
Die Bank in meinem Büro
Mit einer Bitcoin-Node kann jedermann verschlüsselte Transaktionen mit der Kryptowährung verarbeiten. Das ist gar nicht so schwierig, wie ein Selbstversuch zeigt.
Wovon selbst Diktatoren nur träumen können
Die Europäische Union ermuntert Tech-Unternehmen, Straftaten für sie aufzudecken. Das öffnet Tür und Tor für autoritäre Kontrollwut.
Aktuelle Debatten
Der Weg aus der Armut
Viele unterentwickelte Länder sind Gefangene kollektivistischer Ideologien. Dagegen hilft nur ein Bewusstseinswandel hin zu einer freiheitlichen Gesellschaft.
Orangen sind keine Schrauben
Die Normierung von Früchten und Gemüse behindert die Wertschöpfung. Überraschenderweise ist die EU aber behilflich bei der Umgehung ihrer eigenen Normen.
Die Opferrolle passt nicht zu den Jungfreisinnigen
Die FDP hat sich nicht vom Leistungsprinzip verabschiedet. Junge Talente müssen zwar bisweilen Hürden überspringen. Doch der Effort lohnt sich. Eine Replik.
«Für die roten Aristokraten war die offene Gesellschaft nie eine Option»
Der chinesische Unternehmer Desmond Shum erzählt, warum die Kommunistische Partei seine Ex-Frau entführt hat. Westliche Länder dürften nicht länger die Augen verschliessen vor den totalitären Tendenzen Pekings.
«For the red aristocrats, an open society was never in the cards»
Desmond Shum and his wife rose in the Chinese state-controlled capitalism and became hugely successful entrepreneurs – until one day, she disappeared. He talks about what happened to her, the power of the Communist Party and why the West needs to rethink its view on China.
Eidg. dipl. Staatsfeder
Der Staat drängt mit einem Massnahmenpaket in die freie Medienlandschaft. Doch die publizistische Vielfalt hat mit dem Internet zugenommen und ist auch ohne Subventionen gewährleistet.
Weitere Beiträge
Ein Mann sieht bunt
Wie lebt es sich eigentlich in der selbstgezimmerten moralischen Parallelgesellschaft der grünen Städter? Eine literarische Milieustudie des Berliner Bionade-Ghettos.
Schweizer Medien sollten (nicht) von Österreich lernen
Die Medien tun gut daran, zum Staat möglichst viel Abstand zu halten.
Der Machtkampf vor dem Landesstreik
Martin A. Senn und Tobias Straumann: Unruhe im Kleinstaat. Der schweizerische Generalstreik von 1918 im internationalen Vergleich.
Beweisen wie die alten Griechen
Wie die Griechen einen der ältesten bekannten Widerspruchsbeweise führten.
Die vom Westen ignorierten Opfer Pekings
Philipp Mattheis: Ein Volk verschwindet. Wie wir China beim Völkermord an den Uiguren zuschauen.
The End of… Antwerpen
Der De-facto-Stadtstaat Antwerpen war im 16. Jahrhundert ein Traum für jeden aufrechten Liberalen. Die Stadt war offen für Händler und Macher aus den unterschiedlichsten Kulturen und mutierte so zu einer heimlichen «englischen» sowie auch «italienischen» Stadt. Die Börse Antwerpens gilt als erste moderne Börse der Welt. Im obersten
Editorial
«Die Bürger der Volksrepublik China geniessen die Freiheit der Rede, der Publikation, der Versammlung, der Vereinigung, der Durchführung von Strassenumzügen und Demonstrationen.» Artikel 35 der Verfassung der Volksrepublik China Unter dem Titel «China: Democracy That Works» hat Chinas Abteilung für Propaganda im Ausland, das State Council Information Office, ein Weissbuch