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PRO: Ohne Patente keine Innovation

Wer reich und berühmt werden kann, ist sehr motiviert, Spitzenleistungen zu erbringen, auch in der Forschung. Das ist nur mit Patenten möglich.

Patente sind ein Schutz für geistiges Eigentum. Ohne diesen Schutz gäbe es keine Bereitschaft für teure Forschungsprogramme und Fehlschläge, für unternehmerische Risiken mit langjährigen Durststrecken. Wer Patente verbieten will, zerstört diese Motivation und erntet Mittelmass und bewirkt das Ende der Innovation.

Ein häufig vorgebrachtes Argument lautet, Patente hemmten Innovation, weil sie angeblich Wissen blockieren und dem Markt entziehen. Das klingt plausibel, aber innovative Erfindungen sind nicht deshalb teuer, weil ein Unternehmen ein Monopol will, sondern weil ihre Entwicklung Jahre verschlingt und enorme Summen bindet. So beträgt die Laufzeit eines Patents für neue Medikamente 20 Jahre, doch bis ein Wirkstoff den Markt erreicht, sind im Durchschnitt rund zehn Jahre verstrichen – in dieser Zeit verdient ein Unternehmen damit kein Geld.

Patente müssen ein Unternehmen aber in die Lage versetzen, diese ersten Jahre, die Investitionen in Forschung, toxikologische Prüfungen und klinische Studien wieder einzuspielen. Erfolgreiche Produkte tragen am Ende die Kosten gescheiterter Kandidaten. Nur wenige Wirkstoffe schaffen es überhaupt bis zur Zulassung. Ohne die Aussicht auf einen zeitlich begrenzten Ertrag würden weit weniger private Mittel in riskante Spitzenforschung fliessen.

Wettbewerb sorgt für breite Verfügbarkeit

Dass Patente nach ihrem Ablauf ihren Zweck erfüllt haben, zeigt sich besonders deutlich bei Generika. Der Cholesterinsenker Atorvastatin, unter dem Namen Sortis bekannt, war 2011 ein Blockbuster. Nach dem Ablauf des Patents 2012 sanken die Kosten des Wirkstoffs stark, während immer mehr Patienten behandelt werden konnten.

Zuerst schafft der Patentschutz Anreize für die Entwicklung, dann sorgt der Wettbewerb für breite Verfügbarkeit. Wenn der Patentschutz endet, spielt der Markt und macht aus einem teuren Produkt, das sich nur wenige leisten können, ein Massenprodukt. Auch das Automobil war zur Zeit der Industrialisierung ein Luxusvehikel für Vermögende, doch ohne die dazu nötige Ingenieurskunst wäre nie der Grundstein für die moderne Autoindustrie gelegt worden.

Die Schweiz gehört weltweit zu den Ländern mit den meisten Patentanmeldungen pro Kopf, noch vor Schweden und Finnland. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer Wirtschaftsordnung, die geistige Leistung schützt und belohnt. Wenn jemand weiss, dass er durch seine Erfindungen reich und berühmt werden kann, dann ist er sehr motiviert, Spitzenleistungen zu erbringen. Das ist der beste Motor für Innovation und Wohlstand. Der Rest sind sozialistische – und am Ende wohlstandsvernichtende – Träumereien.

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