Aktuelles
Editorial
Jüngst erklärte mir ein Oberassistent der Universität Zürich auf einer Podiumsdiskussion voller Stolz, warum er sich zu den «liberalen Marxisten» zähle. Die verwegene Selbstzuschreibung ist symptomatisch. In der politischen Landschaft der Schweiz wimmelt es nur so von Liberalismen: es gibt die «Sozialliberalen», die «Grünliberalen», die «Wirtschaftsliberalen», die «Neoliberalen» und die
Der verflixte Neoliberalismus oder Vom Pakt mit dem Teufel
«Liberal» ist gerade noch akzeptabel, aber «neoliberal» geht gar nicht. Die «Neoliberalen», das sind jene Zyniker, die seit den 1970er Jahren den Staat abschaffen wollen. Wer sich im Jahre 2011 «neoliberal» nennt, gilt als Staatsfeind, und Staatsfeinde sind heutzutage selbst in jenem linksalternativen Milieu des Teufels, das einst – Sie erinnern
In Form ist, wer sich nicht gehen lässt
Für den Megatrend unserer Zeit haben die Soziologen ein sprödes Wort: Abweichungsverstärkung. Gemeint ist, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden; die Klugen werden immer klüger und die Dummen immer dümmer. Die Selbständigen werden immer souveräner, und die Betreuten werden immer abhängiger. Der einheitliche Lebensstil der
Der Bundesrat befreit die Schweiz von den Bauern
Viele Politiker und Ökonomen glauben, ihre liberale Haltung dadurch beweisen zu müssen, dass sie Freihandel auch für die Landwirtschaft fordern, selbst wenn dieser massive «Bauernopfer» verlangt. Grosse Ideen in der Weltgeschichte haben eben schon immer den grosszügigen Umgang mit Problemen von Minderheiten erfordert. Auch der Schweizer Bundesrat möchte da nicht
Gefährliche Passage
Die junge Frau hat das Kind in ein reinweisses Tuch gehüllt und trägt es eilig an den fremden Männern vorüber. In den billigen Plastiksandalen geht sie so schnell, wie sie kann. Noch wenige Schritte, und die Gefahr ist vorbei. Aus den Augenwinkeln beobachtet sie, was hinter ihrem Rücken geschieht. Um
Der Gebrauch des Sozialstaats ist das eigentliche Problem
Problematisch ist nicht der «Missbrauch» des Sozialstaats durch Migranten, sondern schlicht sein «Gebrauch» gemäss den Regeln der heutigen Sozialpolitik.
Die heutigen Vorbilder sind keine mehr
Wer erinnert sich noch an die Hochzeit des Dukes und der Duchesse von Cambridge vor rund einem Monat? Obwohl wir die zahllosen Bilder der Festlichkeiten und des so zuckersüssen Pärchens schon nach kurzer Zeit leid waren, möchte ich die «Hochzeit des Jahres» und die 2,2 Milliarden Menschen, die sie
Schluss mit Liberallalla!
Der legitime Platz des Liberalen ist zwischen allen Stühlen. Er ist weder links noch rechts noch in der Mitte. Deshalb wird er von allen Seiten bedrängt und beschimpft. Dabei ist er kein Opportunist und auch kein Chamäleon. Er ist bloss einer Idee verpflichtet: der Idee der einen «unteilbaren Freiheit» (Ralf
«Dann nennen Sie mich eben einen Neoliberalen!»
Er will die Staatsfinanzen sanieren, den Sozialstaat reformieren und die Förderung alternativer Energien durch mehr Markt vorantreiben. Martin Bäumle, Vordenker der Grünliberalen Partei, gibt sich pragmatisch und unideologisch. Doch spricht hier ein Neoliberaler der neuen Generation?
Orwellsche EU
Die EU schreibt das Recht um, um ihre Rechtsbrüche zu verschleiern, und macht Spekulanten für die Verschuldungskrise verantwortlich. Sie verspricht den Bürgern, dass mehr Zentralisierung ihre Freiheiten erweitert – ein Weg in die Planwirtschaft.
Der Schweiz geht es gut
Entgegnung auf Fabian Schnells Kritik des angeblich herrschenden Neoetatismus in der Schweiz*
Mainstream. Mitschwimmen oder dagegenhalten?
«So schön…so gefährlich!», warnen Plakate die anreisenden Besucher des Tessiner Verzascatals. Die Strömung des grünen Badeflusses ist mancherorts tückisch. Die Kraft der Wirbel ist unter der Wasseroberfläche nur schwer erkennbar. So gefährlich der grüne Fluss hier und dort aber ist, so nutzbringend ist seine Kraft: der Raum Locarno gewinnt
«Wir wollen alle immer zu den Guten gehören»
Revolutionäre Ideen haben es schwer. Der Wissenschaftsbetrieb lässt zu wenig Raum für Querdenker und ihre riskante Forschung. Der Wissenschafter Gerd Folkers über den akademischen Herdentrieb, romantische Verklärung – und echte Innovation.
Keine Revolution
Social Media sind mächtig. Sie können einen Mainstream schaffen und Massen mobilisieren, die Regimes stürzen und Gesellschaften verändern. Liest man. Aber so einfach ist es nicht. Denn Social Media können nicht bieten, was sozialen Wandel voraussetzt.