Aktuelles
Die Kunst, das schlechte Gewissen des Kapitalismus
Der Kunsthistoriker Beat Wyss erklärt die vier Tugenden der Kunst, die Geburt des modernen Künstlers und seine Rolle als Pionier der Marktwirtschaft. Streitlustig beerdigt er die Diskursheroen der Postmoderne und fordert: Wendet euch wieder den Dingen zu!
Ausverkauf der Philosophen
TAG: 4 ZEIT: kurz vor St. Nimmerlein, also frühestens am Ende unseres Jahrhunderts ORT: im unplatonischen Ideenhimmel des Verfassers, wo Gott und sein Sohn ihren philosophischen Kramladen entrümpeln
Von Schicksen und Räucherstäbchen
Thomas Meyer wurde Schriftsteller mit einem charmanten Roman über Liebe im jüdisch-orthodoxen Milieu. Doch dort findet das Buch bis heute keine Leser. Wieso? Der junge Nominierte erforscht Religionen, Rollenspiele und die Kraft des Fragestellens.
Rasen als Bürgerpflicht
Kantonale Regierungen fordern ihre Polizei auf, mehr Bussen einzutreiben. Automobilisten, die sich an Verkehrsregeln halten oder diese nur leicht übertreten, könnten künftig "freundliche Briefe" erhalten – eine Glosse zur Geldbeschaffung.
Gemeinwohl im Kapitalismus − Das Verhältnis von Wirtschaft und Staat neu denken und ordnen.
Podium und Streitgespräch mit Hermann Lübbe, Philippe Mastronardi, Timo Meynhardt und Gerhard Schwarz. Am 24. Oktober, ab 18 Uhr im Zunfthaus zur Waag in Zürich.
Beim Schauen der Paralympics
Sind Leistungsstreben und technologischer Fortschritt nur bei Behinderten akzeptabel?
Editorial
Wir haben dem jungen Starökonomen Tomáš Sedláček in St. Gallen aufgelauert, wo er einen Auftritt vor Studenten hatte. Der tschechische Tausendsassa, der einst Vaclav Havel beriet, in Yale lehrte und den Weltbestseller «Die Ökonomie von Gut und Böse» publizierte, kam zu spät an den Gesprächstermin. Aber der Mann ist verspätungserprobt
Märchen für Erwachsene
Es war einmal eine Prinzessin namens soziale Marktwirtschaft. Sie war freundlich, bewies in ihrem Tun stets Augenmass, und alle fanden Gefallen an ihr. Doch schon bald trat ein böser Raubritterclan auf den Plan und trieb sein Unwesen. Diese Bösewichte trugen im Volksmund den Namen «die Neoliberalen», drangsalierten die soziale Marktwirtschaft,
Deutschland, wieder mal
Eine weitere Zentralisierung und Konzentration politischer Macht bei den EU-Institutionen: Kann das eine Lösung sein?
Kommen Sie mal näher!
Wie haben Menschen im 19. und 20. Jahrhundert trotz Hungersnöten, Kriegen und zu Beginn gar ohne elektrisches Licht grossartige und nützliche Erfindungen hervorgebracht, die unser Leben auch heute noch erleichtern? Sie wissen schon: Von Glühbirnen über Eisenbahnen zur Pille und zum Mond. Von König- und Kaiserreichen über Diktaturen zur Demokratie.
Das Wrack
Die Moschee ist unbeschädigt. Hoch ragen die Minarette empor, an Portikus, Kuppel und Fensterfassaden sind keine Kugellöcher oder Granateinschläge zu sehen. Auch als Fluchtburg wurde das heilige Haus nicht benötigt. Es blieb intakt – für die Zukunft des Landes. Das Kriegsgerät des alten Regimes dagegen ist zerstört. Der Panzer ist ausgebrannt,
Konkurs der Eidgenossenschaft
Die Welle der Staatskonkurse wird wohl von Griechenland aus anrollen. Sie dürfte dann Spanien, Portugal und Italien erfassen, nach anfänglichem Widerstand wohl auch Frankreich, und selbst Deutschland hat kaum Aussicht, von ihr verschont zu werden. Das Land, das für alle anderen haftet, ist ja schon heute auf der Watchlist von