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Cover: Ungarn 1956/2006
Februar 2006

Ausgabe 945 - Februar 2006

Ungarn 1956/2006: Bilder von Gábor Gerhes

Autoren dieser Ausgabe:

In dieser Ausgabe

Dossier

(7) Identitätssuche und Antisemitismus

Wenn eine Nation als ethnische Abstammungsgesellschaft verstanden wird, ist damit immer auch die Ausgrenzung des Anderen verbunden. Die Autorin argumentiert, dass das Selbstverständnis eines Teils der ungarischen Gesellschaft als «ethnisch homogenes Magyarentum» Antisemitismus fördert.

(6) Solidarität und Ausgrenzung – die Ungarnhilfe

Die Schweizer Bevölkerung solidarisierte sich massiv mit ungarischen «Freiheitskämpfern» durch beispiellose Spendenwellen, Sympathiekundgebungen und politische Appelle. Nach der sowjetischen Niederschlagung des Aufstands entlud sich die Wut gegen Kommunisten und «Russen» im Land.

(4) 1956 und die politisch-psychologischen Folgen

Die Rekonstruktion einer Wirkungsgeschichte von «1956» ist ein komplexes Unterfangen, weil neben objektiven Resultaten auch subjektive Wahrnehmungen Teil der Rechnung sind, Verdrängungen und Verdrehungen, Instrumentalisierungen und immer neue Interpretationen.

(3) Das sowjetische Moment

Bis heute gibt es Stimmen, die das Scheitern des Aufstands von 1956 mit dem Ausbleiben westlicher Hilfe erklären. Der folgende Beitrag zeigt dagegen auf, dass es echten Spielraum und damit realistische Alternativen nur in Moskau gab.

(1) Ungarns historischer Platz in Europa

Die ungarische Nation fühlte sich über Jahrhunderte dem christlichen Abendland zugehörig. Der nach dem Ersten Weltkrieg vom Westen diktierte Friedensvertrag von Trianon stellte diese Zugehörigkeit jedoch auf eine harte Probe.

(0) Ungarn 1956/2006

Zum Schwerpunkt dieses Hefts gehören nicht nur die hier versammelten Beiträge, sondern auch die Kommentare zur Aussen-, Innen- und Wirtschaftspolitik weiter vorne. Dort wie in den Artikeln am Ende dieses Dossiers geht es um «Ungarn 2006» – um objektive Verhältnisse und subjektive Befindlichkeiten eines Landes, das seit 1989 viele Facetten europäischer

Aktuelle Debatten

War unter Kádár alles besser?

Dass es Ungarn heute auch wirtschaftlich sehr viel besser geht als in der Zeit vor der Wende, steht objektiv betrachtet ausser Frage. Unbestritten ist aber auch, dass die Entwicklung seither nicht nur Gewinner kennt.

Ungarn vor den Wahlen

Auf den aussenpolitischen tour d’horizon folgen nunmehr Einblicke in die innenpolitische Landschaft Ungarns. Welches sind die wichtigsten Parteien und Protagonisten – und welche Strategien verfolgen sie im Rahmen des laufenden Wahlkampfs?

Weitere Beiträge

Neue Bücher über «Schweizer Sklavenhändler»

Hans Fässler explores Switzerland's slavery connections in "Reise in Schwarz-Weiss" (2005). David, Etemad, and Schaufelbuehl document Swiss involvement in slavery and slave trade during the 18th-19th centuries in "Schwarze Geschäfte" (2005).

Doktor Gräfin Hugonnai – erste Aerztin Ungarns

Auf der Suche nach Persönlichkeiten ungarischer Provenienz stösst man mit Leichtigkeit auf eine ganze Reihe von Namen, die auch ausserhalb des Landes bekannt geworden sind, vom Staatsgründer König István über Politiker wie István Széchenyi oder Ferenc Deák, Komponisten wie Béla Bartók oder Ferenc Liszt bis hin zum Maler Mihály Munkácsy.

Wo die Seele tanzt

Aus Sorge, die Quelle könnte bald versiegen, durchwanderte Béla Bartók zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ganz Ungarn und sammelte mehr als 10’000 Volkslieder. Die archaischen Melodien waren für ihn Ausdruck derselben künstlerischen Vollkommenheit wie die Werke grosser Komponisten.

Glück lähmt das Genie des Herzens

Fast vierzig Jahre nach der französischen Erstausgabe ist nun der Schlussband von Albert Cohens Tetralogie endlich in deutscher Sprache erschienen; im Jahre 1930 hatte Cohen (geboren 1895 in Korfu, gestorben 1981 in Genf) diese Romanreihe mit «Solal» eröffnet und mit «Eisenbeisser» 1938 fortgesetzt. «Die Tapferen» waren vom Autor ursprünglich als

Editorial

Budapest im Herbst 1956 – friedliche Demonstrationen, blutige Strassenkämpfe, Proklamationen, Euphorie, am Ende rollen sowjetische Panzer. Der Aufstand der Ungarn wird nach 12 Tagen niedergeschlagen. Der Freiheitskampf endet mit mehr als 2’000 Toten; weit über 200 Personen werden später hingerichtet. Die Schweizer Bevölkerung nahm in jenen Herbsttagen grossen Anteil am

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.