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Kultur

«Jedes Wort ist eine Übersetzung»

«Jedes Wort ist eine Übersetzung»

Ist Sprache Heimat? Haben mehrsprachige Autoren mehrere Heimaten? Und was ist das eigentlich, «Chamisso-» oder «Migrations-Literatur»? Die in Budapest geborene Zsuzsanna Gahse übersetzt aus dem Ungarischen, schreibt aber auf Deutsch – und gibt gern Auskunft. Ein Werkstattgespräch.

Unfreiheit

Ist ein Mensch, der alles, was ihm aufgetragen ist, aus freien Stücken zu tun glaubt, ein freier Mensch? Für seinen Diensteifer erhält er Kleidung, Nahrung, Wohnung, Zeit zu Spiel und Erholung. Er darf heiraten, Nachkommen zeugen, Verwandte und Freunde besuchen, Hobbies pflegen und denken, was ihm einfällt. Er hat nichts

«So here we are again!»

«So here we are again!»

In der Eishalle Wetzikon sitzt Lemmy Kilmister, 68, Gründer von Motörhead, mit Limonade statt Jack & Coke. Der Arzt hat sein Liebingsgetränk verboten. Doch die Rocklegende macht weiter – sein Versprechen: auf der Bühne sterben. Zurück in Wetzikon wirkt er frischer als erwartet.

Die fünf besten Motörhead-Alben

No Sleep ’til Hammersmith (1981) Eines der wichtigsten Live-Alben überhaupt und bislang einziger Nummer-1-Hit Motörheads. Musik, die nicht Kunst ist, sondern Energie; nicht Geist, sondern Körper. Das Schlagzeug galoppiert wie Fury auf Speed, die Gitarren wecken Assoziationen an Gischtkronen auf stürmischer See. Enthalten sind einige Klassiker des

Institut für wache Kreaturen

Institut für wache Kreaturen

Der Kunsthistoriker und ehemalige Documenta-Leiter Roger M. Buergel leitet seit bald einem Jahr das kleine Zürcher Johann-Jacobs-Museum, das er radikal umgebaut und neu positioniert hat. Ein Gespräch über Kaffee, falsches Porzellan, globale Handelswege und deren Einfluss auf die Kunst.

Monumentale Hässlichkeit im öffentlichen Raum

Monumentale Hässlichkeit im öffentlichen Raum

Kunstobjekte im öffentlichen Raum sind keine Seltenheit mehr. Sie dienen Kommunen, Staaten und Unternehmen als Ausweis ihrer Modernität, sind Zeichen des Wohlstands und des Bürgerstolzes. In gewisser Weise sind sie die Nachfolger der Herrscher- und Personendenkmäler vergangener Epochen, wirken aber oftmals mickriger und, ja, mittelmässiger. Dabei trifft die Künstler oft

Redefreiheit

Für die geistige Wohlfahrt der Nation ist die Freiheit der Rede unverzichtbar. Sie untergräbt den Stolz des Dogmatismus und bewahrt vor den Versuchungen der Selbstgerechtigkeit. Sie schützt vor übereilter Zustimmung und unterbricht den Schlummer der unbestrittenen Meinung. Konsens ohne Argumente endet in Konformismus. Der Wahn eigener Unfehlbarkeit stützt sich meist

Ein Ort, ein Garten, etwas Zeit

Ein Ort, ein Garten, etwas Zeit

Der Dichter Durs Grünbein polarisiert: seine Gedichte werden von Kritikern ebenso oft ausgezeichnet wie der altertümelnden Gelehrsamkeit bezichtigt. Auf dem Monte Verità gibt er sich entspannt, kritisiert den heisslaufenden Literaturbetrieb – und plant die eigene Künstlerkolonie.

Bilder vom heiligen Bill

Bilder vom heiligen Bill

Wer als gläubiger Mensch, Tourist oder – wie ich – als Ruhesuchender im Berner Münster einkehrt, wird von den dort seit neustem installierten Bildschirmen überrascht sein. Statt Fernsehpredigten, wie man vielleicht hätte erwarten können, zeigen Videos rätselhaft handelnde, stumme Menschen in Slow Motion und HD. Mein Gott, ist es etwa Kunst? Hat

Wachs-Tum und Freiheit

Wachs-Tum und Freiheit

Loredana Sperini arbeitet mit Stickerei, Wachs und Spiegelglasskulpturen – jedes Medium trägt ihre unverwechselbare künstlerische Handschrift. Die international anerkannte Künstlerin vereint erfolgreich ihre kreative Praxis, ihre Galerie und ihr Familienleben miteinander.

Gruppenfreiheit

An der Strassenecke dürfen nicht mehr als drei Personen zusammenstehen. Ein Paar mit Kleinkind ist noch gestattet; kommt ein Freund oder Fremder hinzu, erregt dies sofort Argwohn. Die harmlose Familie könnte eine Tarnung sein, was führen die drei Erwachsenen im Schilde? Ist die Konversation subversiv, beklagen sie sich, schmieden sie

Nirvana

Nirvana

Es ist spät, und ich kann nicht schlafen. Ich schiebe ein Fenster hoch, um etwas Palo-Alto-Frühlingsluft hereinzulassen, doch auch das hilft nicht. Mit offenen Augen im Bett liegend höre ich ein Flüstern, was mich an den Präsidenten denken lässt, weil wir oft im Flüsterton miteinander sprechen. Ich weiss,