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Kolumne

Obama und Michelle

Eben hatte ich mich gründlich und zeitraubend mit dem Thema auseinandergesetzt, das halb Deutschland in Atem hielt: Darf man den lieben Kleinen die Ausgaben von Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf, Otfried Preusslers Kleiner Hexe oder Michael Endes Geschichten von Jim Knopf heute noch vorsetzen, die seit langem im Büchergestell stehen? Da

Die Ersten

Die Ersten

Freudig stürmen sie in die Fluten; einer fuchtelt mit dem Schwert herum, ein anderer mit dem Streitkolben Vishnus. Sie tragen nur einen Schurz um die Lende, Leib oder Gesicht sind mit Asche beschmiert. Ein älterer Mann mit weissem Bart hat sich die safrangelbe Blütenkette um den Hals gelegt. Die Stimmung

Warum Erfolgsrezepte niemals erfolgreich sind

Im Management die immer gleichen Fragen: Warum gewinnen die einen und verlieren die anderen? Warum kippt ein Unternehmen nach langer Blütezeit plötzlich ab oder – umgekehrt – erhebt sich wie Phönix aus der Asche? Und was kann man davon lernen? Dass man davon nichts lernen kann. Da gibt es das Unternehmen, in

Die Zeit läuft…

Bis 2007 waren die Banken ein Vorzeigeobjekt der Schweiz. Man war stolz auf sie – und das galt selbst für kritische Publizisten und Politiker. Der Beitrag des Finanz­platzes zur Wertschöpfung (12 Prozent) und zu den Steuereinnahmen (14 Prozent) war gross und unbestritten. Zürich und Genf waren bezüglich Wettbewerbsfähigkeit die einzigen

Berlin: Gammelstadt

Deutschlands Hauptstadt zieht Kulturschaffende beinahe magisch an. Auch ich bin nun seit einigen Wochen hier – um an neuen Stücken zu arbeiten. Bevor ich meine Reise antrat, fragte ich Bekannte, was es in Berlin ausser Schweizer Künstlern, die die Freiheit schätzen, im Bademantel Brötchen kaufen zu gehen, wohl zu sehen gäbe.

Ausverkauf der Philosophen

TAG: 8 (letzter Tag) ZEIT: kurz vor St. Nimmerlein, also frühestens am Ende unseres Jahrhunderts ORT: im unplatonischen Ideenhimmel des Verfassers, wo Gott und sein Sohn ihren philosophischen Kramladen entrümpeln

Moralisieren wir, aber richtig!

Wer mit der nötigen Distanz einiger Jahrzehnte die Krisenjahre 2008 ff. betrachten wird, könnte dereinst rückblickend die Diagnose stellen: Es waren die Jahre, in denen sich ein neuer öffentlicher Moralismus durchzusetzen begann. Vorbei die Zeiten, als Moral eine Privatangelegenheit war. Obwohl in pluralistischen Gesellschaften jeder seine eigene Auffassung von Gut

Bewusst unbewusst

Aktive Mitglieder der Leistungsgesellschaft streben danach, produktiv zu sein. Die Leute verbringen ihre Zeit in unerträglichen Sitzungen, nur um etwas – nein immer mehr und mehr – für sich herauszuschlagen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich selbst verstehe mich als eine Königin dieser Disziplin. Wenn ich bis zum Ende des Tages meine

Luftgeister, minergetisch

Im trendigen Prachtbau der Pädagogischen Hochschule Zürich herrscht schon kurz nach der Eröffnung dicke Luft. Im wahrsten Sinn des Wortes: stickiges Raumklima, mal zu heiss, mal zu kalt. Studenten und Lehrer klagen über Beschwerden aller Art. Ein Gesangsschüler fiel in Ohnmacht und verletzte sich am Kopf. Woran liegt’s? An

Nachwirkungen

Nachwirkungen

Ein Junge schaut durch das Fenster eines Schulbusses. Er wirkt müde, verstört, verloren. Haarfransen hängen ihm in die Stirn, die Lippen sind leicht geschürzt, die Backen aufgeblasen. Die Augen hält er weit geöffnet; trotz der Erschöpfung sieht er genau hin. Wir wissen nicht, was er gerade denkt. Aber wir wissen,

Manager sind keine Vorbilder

Kein Topos der Managementliteratur ist so stabil wie der Appell an die Vorbildfunktion der Führungskräfte. Klar ist: Manager werden beobachtet. Sicher auch in besonders sensibler Weise. Doch bleibt zu fragen: Soll man bei Managern höhere Massstäbe anlegen als bei Nichtmanagern? Fachliche? Menschliche? Ist es überhaupt möglich, Vorbild zu sein? Man

Die Welle

Drei Wochen habe ich nun in Hanoi verbracht. Mittlerweile habe ich nicht nur gelernt, dass alles – aber wirklich alles – auf einer Vespa transportiert werden kann, vom sechs Fuss hohen Kühlschrank über eine vierstöckige Goldfischzucht bis zum geschlachteten Rinderpaar; ich beherrsche nun auch beinahe die vietnamesische Coolness beim Überqueren der Strassen.