Ausgabe 940 - Mai 2005
Föderalismus: Bausteine zur Debatte
In dieser Ausgabe
Dossier
(5) Autralien: Wettbewerb in Vielfalt
Während der über 200 Jahre seit der Inbesitznahme durch die britische Krone ist Australien ein Versuchsfeld für Politik- und Gesellschaftsentwürfe gewesen. Im Mittelpunkt der Debatte stand dabei immer wieder die Frage nach den Vor- und Nachteilen der Zentralisierung.
(4) Personalisieren statt Territorialisieren
Die Suche nach optimalen Grenzen für sinnvolle Kostenverteilung führt in eine Sackgasse: Jede Grenzziehung schafft neue Irrationalitäten, da jedes Infrastrukturangebot sein eigenes Einzugsgebiet hat.
(3) Bausteine für den Föderalismus der Zukunft
Die Schweiz sollte statt Kantonsfusionen oder Grossregionen FOCJ-Strukturen einführen. Das ist eine Schlussfolgerung der Föderalismusstudie von Avenir Suisse, die anfangs dieses Jahres eine neue Debattenwelle auslöste.
(2) Der Schweizer Föderalismus als Wachstumsbremse?
Föderalistische Institutionen sollten lokale Demokratie und Bürgernähe, wirksame Mitbestimmung und dauerhafte Begrenzung staatlicher Macht gewährleisten. Möglicherweise gefährden sie aber ausgerechnet das, was sie zu schützen vorgeben.
(1) Tabuzone Föderalismus
Die unerwartet virulente Reaktion der Öffentlichkeit auf die Avenir-Suisse-Studie «Baustelle Föderalismus» – sie hält noch immer an – hat sämtliche Erwartungen übertroffen und auch die Herausgeber selbst überrascht.
(0) Föderalismusdebatte
«Die Schweiz ist kleinräumig und dezentralisiert organisiert wie kein anderes Land auf der Welt. Lange Zeit war der Föderalismus eine Stärke des Landes. Heute jedoch behindert er den Binnenmarkt und damit das Wachstum. Wie viel Föderalismus kann sich die Schweiz noch leisten? Unter dem Titel ‹Baustelle Föderalismus› hat Avenir Suisse
Aktuelle Debatten
Die Crux mit der Parteidisziplin
Die Schweizer Parteien vermitteln derzeit nicht den Eindruck von Grundsatztreue und innerer Geschlossenheit. Im Hinblick auf Abstimmungsparolen rauft man sich zwar jeweils zusammen, hinter den Kulissen aber wird weiter gestritten.
Strategisches Denkne in der Schweiz am Ende?
Seit 1990 produziert die offizielle Schweiz wie ein Füllhorn Armeereformen. Bis jetzt hat deren keine durch Konzeption und Umsetzung überzeugen können. Dabei kennt die schweizerische Geschichte eine Tradition eigener, bedeutender strategischer Denker, an die durchaus angeknüpft werden könnte.
Die Ukraine bleibt instabil
Viele sehen Ukraines Präsidentenwahl als Sieg der Demokratie gegen korrupte Machthaber. Der folgende Beitrag relativiert jedoch die politische und ökonomische Bedeutung dieses Machtwechsels und analysiert mögliche Entwicklungen kritisch.
Die Mutter aller Reformen
Die Leistungen der deutschen Politik der letzten Jahre stehen in keinem Verhältnis zur Grösse der anstehenden Probleme: Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsflaute, Haushaltskrise. Wir haben jenen Punkt erreicht, bei dem man die tieferen Ursachen der Krise behandeln sollte, wenn man nicht in der Symptomtherapie stecken bleiben will. Dies führt wohl unweigerlich dazu, sich
Weitere Beiträge
Jahrbuch 2003/2004 der Neuen Helvetischen Gesellschaft
Das Buch von 160 Seiten Umfang gibt seinen Titel ebenso in den drei anderen Landessprachen wieder wie Zusammenfassungen der insgesamt zwölf Aufsätze. Von diesen sind vier auf Französisch, einer auf Italienisch und einer (zum Teil) auf Rätoromanisch verfasst. Sicherheit ist und bleibt als Thema aktuell. Wenn die Zentralpräsidentin der Neuen
Verweigerte Erinnerung: Nachrichtenlose Vermögen und Schweizer Weltkriegsdebatte 1989-2004
Es dürfte nicht einfach sein, einen Zeitbeobachter zu finden, der die Szene der jüngsten Debatte zur Schweizer Geschichte während der Zeit unserer Nachbarschaft mit Nazi-Deutschland gründlicher und umfassender kennt als Thomas Maissen, der Verfasser des Buches «Verweigerte Erinnerung» und zahlreicher NZZ-Artikel zum Thema der Verarbeitung der Schweizer Weltkriegsgeschichte.
Fatale Sehstörungen
Bald ist Vernissage im Kunstmuseum des namenlosen südfranzösischen Städtchens am Meer, und die grossgewachsene Museumsleiterin Dora de Keun ist froh, im tüchtigen Iwan Sterner einen erfahrenen technischen Assistenten zu haben. Der beäugt ein wenig misstrauisch den Erfinder Fridolin Berger, der angeblich eine neue Beleuchtungs- und Alarmanlage für das Museum konzipiert.
Durch die Haut ins Innere
Äusseres und Inneres. Erscheinung und Essenz. Jacques Chessex ist Meister von beidem. Als Schriftsteller beschreibt er die sinnlich erfahrbare Wirklichkeit in der Schönheit der Natur und der Frauen, als Metaphysiker will er hinter dem Diesseits das Jenseits ergründen.
Die unmögliche Zeugenaussage
Ruth Klüger bezeugt in «weiter leben» das Unmögliche: Sie berichtet authentisch von der Shoa, obwohl nur Tote echtes Zeugnis ablegen können. Dieser Widerspruch – dass Schreiben nach Auschwitz unmöglich und zugleich möglich ist – fasziniert den Autor, der Klügers Lebenserinnerungen analysiert.
Sanaa
Sanaa liegt im Jemen, dem Herkunftsland der Königin von Saba. Sanaa ist ein helldunkles Wort, mit einem ersten offenen und einem zweiten geschlossenen a-Laut, der tief unten in der Kehle ausgesprochen wird und dort rumort. Das Sanfte, das Rauhe, vereint. Sanaas Altstadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die höchsten, die
Ilma Rakusas Tanz auf der Fussspitze
Mit der Zürcher Schriftstellerin und Übersetzerin Ilma Rakusa stellen wir im Fokus «Chamisso-Preis» eine weitere Preisträgerin der seit 1985 jährlich vergebenen Auszeichnung vor. Nach einer Einführung von Michael Wirth folgen Reiseimpressionen aus Sanaa sowie ein Gedicht der Autorin.
Die Zentrale
Tucholskys Auseinandersetzung mit Sinn und Unsinn zentralistischer Strukturen war nicht wissenschaftlicher Natur. Zu einem Klassiker ist sein Text dennoch (oder gerade deswegen) geworden.
Editorial
Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Think-Tanks, überholte Strukturen in Frage zu stellen und neue Lösungsvorschläge auf den Ideenmarkt zu bringen. Die Öffentlichkeit muss sich daran gewöhnen, dass von dieser Seite auch Modelle lanciert werden, die den Charakter eines gedanklichen Experimentes haben und sich also nicht zur sofortigen