Ausgabe 934 - August 2004
Streit um Ressourcen: mit Beiträgen von Peter Odell, Jane Shaw und Carlo Stagnaro
In dieser Ausgabe
Dossier
Konflikte um Ressourcen
Konsequenzen für die Schweiz Dass die Schweiz auf die Einfuhr vieler Rohstoffe angewiesen ist, bedarf nicht der Erläuterung. Ob wir auch bereit sind, die mit der wirtschaftlichen Abhängigkeit verbundene politische Verantwortung wahrzunehmen, ist eine andere Frage.
Sauberes Wasser am richtigen Ort
Der Markt als die bessere Alternative Die staatliche Bewirtschaftung der lebenswichtigen Ressource Wasser mag mitunter durch die besten aller Absichten motiviert sein. Dies ändert aber nichts daran, dass sie das Problem nicht löst, sondern weiter kompliziert.
Energiepolitik im Sog von Ängsten
Das Kyoto-Protokoll – ein fehlgeleiteter Versuch Eine Energiepolitik, die durch Verschmutzungs- und Verknappungsängste bestimmt wird, führt zu Rationierung. Diese blockiert das Wirtschaftswachstum und die Verbesserung der Umwelt- und Lebensqualität für alle.
Das Märchen von der Knappheit
Um eine globale Einschätzung an den Anfang zu stellen: Dass die für die Weltwirtschaft wichtigsten Ressourcen im 21. Jahrhundert unter Druck geraten könnten, steht nicht zu befürchten. Seit über dreissig Jahren entwickelt sich der Verbrauch fossiler Brennstoffe in einem Ausmass, das weit unter früheren Erwartungen liegt; dafür erreichen die nachgewiesenen
Knappe Ressourcen
Der diese Zeilen schreibt, verdankt die erste Begegnung mit dem Thema Ressourcen dem Club of Rome. Als Teenager mit den «Grenzen des Wachstums» und einer Reihe düsterer Prognosen konfrontiert zu werden, hatte durchaus etwas Bedrückendes. Rohöl, Kupfer, Zinn: wie viele Jahre noch? Bis zur Klausur zumindest kannten wir die Antworten
Aktuelle Debatten
Ende der Schonzeit?
Der Dollar verliert an Sexappeal Über Jahre hinweg haben europäische, asiatische und australische Anleger die Defizite der amerikanischen Leistungsbilanz mit ihren Kapitalzuschüssen ausgeglichen. Manches deutet darauf hin, dass diese Ströme bald versiegen könnten.
Wirtschaftsentwicklung und Nachhaltigkeit
Bürgerliche Politiker fordern eine nachhaltige Sanierung der Bundesfinanzen, die Zürcher Kantonalbank schreibt auf der Titelseite ihres Leitbilds «Für eine nachhaltige Entwicklung». Der Begriff Nachhaltigkeit hat offensichtlich den Weg in die Alltagssprache gefunden. Nachhaltigkeit ist zum Modewort geworden, und sein Sinn droht sich zu entleeren. Was steht denn eigentlich hinter diesem
Weitere Beiträge
Kritische Fragen zum «Bologna-Modell»
Das Editorial und verschiedene Autoren des «Dossiers» äussern zwar Zweifel an den «im stillen Kämmerchen» beschlossenen Neuerungen. Über Sinn und Ziel dieser ohne Mitwirkung der Betroffenen und Beteiligten beschlossenen Umkrempelung besteht auch nach der Lektüre des Dossiers wenig Klarheit, trotz vieler guter Gedanken, die es enthält. Dass zahlreiche Hochschulen aus
Anton Krättli: «Momentan nicht im Gespräch»
Eine Frage, die Autorinnen und Autoren häufig gestellt wird, lautet: Warum schreiben Sie? Gleich in den ersten Zeilen eines Sammelbandes, der seine Kritiken und Essays aus rund über 30 Jahren vereint, wundert sich Anton Krättli, warum man mit dieser Frage niemals Kritiker konfrontiert. Was drängt Kritiker eigentlich dazu, über einen
Frank Schirrmacher: «Das Methusalem-Komplott»
Frank Schirrmacher, einer der Herausgeber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», hält die «Vergreisung» unserer Gesellschaft für das zentrale Problem der Zukunft. In Deutschland wurden im Jahr 2003 nur 715 000 Kinder geboren. Das sind anderthalb Prozent weniger als im Vorjahr, etwa 100 000 weniger als vor 30 Jahren und so wenig
Philippe Simonnot: «L\’erreur économique»
Wo findet man heute noch einen Ökonomen, der die Irrtümer seiner Zunft bis auf Plato und Aristoteles zurückführen kann, weil er die griechischen Philosophen im Original kennt? Antwort: In Paris! Dort publiziert der ungeheuer belesene Wirtschaftsjournalist und Ökonomieprofessor Philippe Simonnot seit den 70er Jahren beinahe jedes Jahr ein schlaues Buch
Aus Prinizip prinzipienlos
Herzog & de Meuron im Basler Schaulager Von der ersten Idee, über Variationen von Form und Material bis zum greifbaren Modell: die Ausstellung in Basel zeigt die Entwicklung von 35 Projekten der beiden Schweizer Architekten.
Grass und Celan in Paris
Grass fungierte zunächst als Publikum von Celans Monologen. Nach Celans Freitod bekannte er sich zur Freundschaft. Das Schreiben nach dem Genozid verband und trennte beide Schriftsteller, während ihre gegensätzlichen Charaktere sie gleichzeitig anzogen und abstiessen.
Unter Tränen lächeln
Zum 100. Todestag von Anton Tschechow Im Jahr der Uraufführung von «Der Kirschgarten» starb Tschechow, erst 44jährig, an Tuberkulose. Er wollte, so sagte er von sich, weder Liberaler, noch Konservativer, Reformator, Mönch oder Indifferenter sein, sondern ein freier Künstler.
Wahrheit gibt es. Augenblicksweise
Martin Walsers «Der Augenblick der Liebe» Alt geworden ist Gottlieb Zürn – bekannt schon aus zwei Romanen zuvor – in Martin Walsers neustem Buch. Doch die Wiederaufnahme der Erzählung von Sehnsucht und Enttäuschung ist so erfrischend geschrieben, dass der Rezensent auf Fortsetzung hofft.
Kants Ethik, verwerfen oder retten?
Kants Ethik bleibt heute lebendig und relevant. Angesichts von Gentechnik und Humantechnologie bietet seine Vernunftethik einen Ausweg: Sie setzt dem Verfügbarmachen des Menschen strikte Grenzen und widerspricht damit allem blossen Nutzendenken.
Eigennutz und Sympathie
Gegen den Vorrang der Politik Die Menschen verhalten sich rational und emotional, in einer komplexen Mischung. Sie orientieren sich an ihrem Eigennutzen, sind aber gleichzeitig auch darauf angewiesen, anerkannt, geschätzt und geliebt zu werden.