Ausgabe 1096 - Mai 2022
Sei nicht nett zur Maschine!: Gaspard Koenig will die feudale Datenherrschaft stürzen.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Die Software erkennt Gesichter besser als die Ermittler
Was Gesichtserkennung bereits kann und womit sich die Forschung noch schwertut.
Darf das die Polizei?
Kantonspolizisten verwenden Algorithmen zur Analyse von Gesichtern. Es ist jedoch umstritten, ob dafür überhaupt eine Rechtsgrundlage besteht.
Warum wir Gesichtserkennung nicht wollen können
Wenn der öffentliche Raum mit Hilfe von Algorithmen überwacht wird, ist das eine Gefahr für die Grundrechte. Und für die Demokratie.
Dossier
Die Scheinsicherheit der zentralen Instanz
Staaten und internationale Organisationen versuchen, alles unter Kontrolle zu behalten. Je stärker sie herrschen, desto unsicherer wird die Welt.
Inszenierte Betroffenheit am Genfer Welttheater
Der Multilateralismus hat schon bessere Tage gesehen. Ein Besuch im internationalen Genf.
Die Schweiz profitiert von Leitplanken
Internationale Kooperation ist in einer globalisierten Welt unverzichtbar, kann aber mit demokratischer Mitsprache in Konflikt geraten. Trotzdem gefährden internationale Organisationen die Souveränität der Schweiz nicht.
Was uns internationale Organisationen alles empfehlen
Auf Grundlage multilateraler Übereinkommen machen Organisationen der Schweiz regelmässig Vorgaben, welche neuen Regulierungen sie noch einführen soll. Und sind dabei erfolgreich.
Wunschkonzert der Migrationsbeamten
Der UNO-Migrationspakt ist ein Soft-Law-Instrument, das verpflichten will, aber angeblich zu nichts verpflichtet. Der Bundesrat empfiehlt die Annahme des Pakts, stellt aber fest, dass alle 23 Ziele bereits umgesetzt sind.
«Es fehlt oft der selbstkritische Blick»
Toni Stadler hat 25 Jahre für internationale Organisationen gearbeitet. Er kritisiert, dass diese unkontrolliert wachsen und Eigeninteressen wichtige Reformen verhindern.
Die Bürger wollen internationale Lösungen
Eine Studie zeigt, welche Formen von Global Governance bei der Bevölkerung gut ankommen. Die Befragten befürworten mehr Kompetenzen für die internationale Ebene und sehen den Einfluss der Privatwirtschaft kritisch.
Plötzlich liegt Osteuropa auf drei Kontinenten
Internationale Organisationen tendieren dazu, ihre Tätigkeitsbereiche schleichend auszudehnen. Sie untergraben so zunehmend die nationale Souveränität.
Aktuelle Debatten
«Ich will, dass die Daten in ein liberales marktwirtschaftliches System übergehen»
Künstliche Intelligenz sei eine Gefahr für Demokratie und Liberalismus, sagt der Philosoph Gaspard Koenig. In der Big-Tech-Datenherrschaft sieht er ein feudales System.
Der Mensch wird zum Datenpunkt
Algorithmen können die Freiheit gefährden und Personen manipulieren. Die Diskussion darüber darf nicht unterdrückt werden.
Den Mitbürgern Entscheidungsfähigkeit zutrauen
Die Änderung des Transplantationsgesetzes, über die am 15. Mai abgestimmt wird, setzt auf Nudging. Es wäre aber Aufgabe des Staates, das verletzliche Individuum vor einer übergriffigen Mehrheit zu schützen.
Welche schwarzen Leben zählen?
Die Aktivisten von Black Lives Matter wollen der Polizei die Mittel entziehen. Die Folge ist mehr Kriminalität – deren Opfer meist schwarz sind.
Which Black Lives Matter?
In the U.S., Self-proclaimed anti-racism activists have called for defunding the police. This has resulted in more crime – the victims of which are disproportionately blacks.
Weitere Beiträge
Auf wie viele Arten können sich zwei Ehepaare streiten?
Eine Anleitung für Fortgeschrittene.
Editorial
«Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen in dem Sinne, dass sie nur dadurch ausgelöst werden kann, dass die Geldmenge schneller als die reale Wirtschaftsleistung zunimmt.» Milton Friedman «Milton Friedman isn’t running the show anymore», sagte Joe Biden im April 2020 gegenüber «Politico». Doch der fünfzig Jahre zuvor
3 Milliarden Franken jedes Jahr
Die staatlichen Ausgaben für Kulturförderung sind substanziell. Ein kühler Blick auf die Kulturausgaben in der Schweiz – ausgehend von der Stadt Zürich.
Gute Geschichten, nicht staatliche Auswahlkriterien bringen Erfolg
Ein Teil der Schweizer Filmbranche erhofft sich durch das Filmgesetz zusätzliche Mittel. Doch damit es bessere Filme aus der Schweiz gibt, braucht es nicht mehr Geld. Ändern müssen sich die Herangehensweise und das Fördersystem.
Lasst den Bürger entscheiden!
Aktuell ist die subventionierte Kultur von Verwaltungsentscheidungen abhängig. Die Gestaltungskraft könnte aber auch den Bürgern übertragen werden – mit Gutscheinen.
«Es gibt keine Sparte, die wir nicht abdecken»
Madeleine Herzog, Leiterin der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, erläutert, warum es aus ihrer Sicht Kultursubventionen braucht und wie über deren Vergabe entschieden wird.
Ein Glas Wein mit
Tanja Zimmermann-Burgerstein, Antistress AG, Rapperswil-Jona.
Nanny-Staat auf Fendant
Die Politik schert sich nicht um die Widersprüche ihrer Subventionitis.
Erinnerung an den stalinistischen Terror
Olga Lawrentjewa: Surwilo. Eine russische Familiengeschichte.
The End of… Landwirtschaft
Was früher die Zigarettenwerbung war, ist heute die Werbung für nationale landwirtschaftliche Produkte wie Fleisch, Milch oder Gemüse: Ein Nichtprodukt mit Nichtaussage muss werbewirksam umgesetzt werden. Die Zigarettenmarken versuchten dies mittels künstlicher Welten (die lustige Camel-Welt, das sehnsüchtige Marlboro Country, das trendy Parisienne-Leben). Die nationalen Landwirtschaftskampagnen setzen