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Rückkehr der Patrons?

Was wir von Familienunternehmern lernen können

Photo: akg-images

Inhaltsverzeichnis

Für Sigmund Freud war die Familie Bühne für Tragödien, Eifersucht und Verrat. Und die Forschung hat familiengeführte Unternehmen lange als überholtes Modell abgeschrieben. Zumindest letzteres ist empirisch falsch.

In der Schweiz, wo 99,6 Prozent aller Firmen weniger als 250 Angestellte haben, befinden sich 88 Prozent dieser kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) in Familienbesitz. Diese familiär geprägten Gesellschaften beschäftigen 60 Prozent aller Arbeitskräfte und erwirtschaften knapp zwei Drittel des Schweizer Bruttoinlandsprodukts. Oftmals sind sie dem grossen Publikum kaum bekannt – und zugleich Weltmarktleader in der Nische, in der sie erfolgreich agieren.

Dass Familienunternehmen das Rückgrat vitaler Wirtschaftsräume sind, gibt indes keinen Anlass zur Schönfärberei. «Leibliche Abstammung ist keine Garantie für unternehmerische Kompetenz», stellt der Wirtschaftshistoriker David Landes in seinem Grosswerk «Die Macht der Familie» nüchtern fest. Tatsächlich: nur ein Drittel aller Familienunternehmen schaffen weltweit den Sprung in die zweite Generation. Den Wechsel in die dritte Generation bewältigen 10 Prozent und in vierter Generation überleben 3 Prozent.

Unabhängig von dieser ernüchternden Zahl steigt im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise das Bedürfnis nach Alternativen zu managergeführten Publikumsgesellschaften, denen ein Drang nach kurzfristigen Gewinnen nachgesagt wird. Es besteht eine neue Nachfrage nach langfristig ausgerichtetem Handeln und nach Orientierung stiftenden Werthaltungen. Gut möglich deshalb, dass wir eine Rückkehr der Patrons und Patronnes erleben – eine Rückkehr von Akteuren, die ebenso traditionsbewusst wie innovativ agieren; die Vorsicht mit Mut kombinieren; die einerseits ihre unternehmerische Freiheit nutzen, anderseits Verantwortung gegenüber Belegschaft und Umfeld bewusst, wenn auch zumeist diskret wahrnehmen.

Wir haben mit drei Akteuren gesprochen, die an der Spitze von Unternehmen stehen, die seit vielen Jahrzehnten bzw. seit Jahrhunderten existieren. Was treibt sie an? Was ist ihr Geheimnis? Und wie haben sie ihre Nachfolge geregelt?

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