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November 2003

Ausgabe 929 - November 2003

Fehlkonzept Rechtschreibreform

Autoren dieser Ausgabe:

In dieser Ausgabe

Dossier

Der Höcker der Rechtschreibreform

Der Höcker der Rechtschreibreform

Wer einmal versucht hat, seinem PC die kleine Wortgruppe «Agnus Dei» einzutippen, erfährt, wozu ein Rechtschreibprogramm (nicht) fähig ist. «Agnus Die» muß der Satz der katholischen Messe heißen. Da ich den Knopfdruck nicht beherrsche, mit dem man dem Gerät zumuten kann, auch vermeintlichen Unsinn stehen zu lassen, muß ich es

Wirtschaftsethik – erzwungen oder selbstreguliert?

Von der Gefahr, alles regeln zu wollen Wer alles regeln will, zahlt einen hohen Preis. Der Preis für eine rechtlich verordnete Ethik ist letztlich eine totalitäre Gesellschaft, die durch eine lückenlose Kontrolle und harte Sanktionenihr ganzes Zwangsgebäude zu schützen versucht.

Die Fehler der Rechtschreibreform

Eine Kommission ohne Fachkompetenz, Geheimhaltung, übereilte Einführung und unzureichende Finanzierung kennzeichnen die Verfahrensfehler. Dazu kommt die Missachtung von Sprachgeschichte und Sprachgebrauch bei der Rechtschreibreform.

Die Sprachgemeinschaft, nicht die Politik

Die Frage der Zuständigkeit Orthographie ist historisch gewachsen. Die von Wissenschaftern ohne Not und gegen den Sprachgebrauch konstruierte Reform ist inkonsistent und wurde von Politikern ohne Sachkunde überstürzt eingeführt. Noch ist es nicht zu spät für einen Verzicht.

Sprache als Biotop

Ein Interview mit Daniel Thürer Robert Nef und Stefan Stirnemann stellen Fragen zum staats- und völkerrechtlichen Stellenwert der Reform im Vergleich mit Deutschland und zum Nebeneinander verschiedener Schreibweisen in der Schweiz.

Die durchtrennte Ligatur

Die Schweiz verzichtete vor dem Zweiten Weltkrieg auf das ss in der Rechtschreibung. Bei der späteren fragwürdigen Rechtschreibreform zeigten offizielle Stellen wenig Widerstand, obwohl über 90 Prozent der Deutschschweizer dagegen waren.

Weitere Beiträge

Was heisst: Etwas ist gegeben?

Jean-Luc Marions Philosophie, im deutschsprachigen Raum noch unbekannt, untersucht Erscheinungen an sich. Im Gegensatz zu Naturwissenschaften fokussiert Marion auf das Erleben von Erscheinungen und betont die passive, empfangende Rolle des erkennenden Individuums.

Und wir verloren die Sprache…

Schriftsteller im Exil Die Sprache ist Bestandteil der kulturellen Identität. Autoren im Exil wird dies oft schmerzlich bewusst. Das Erlebnis des Fremdseins kann die Produktivität lähmen oder anregen. Nur bei Wenigen hat es auch zu einer Neudefinition der Identität geführt.

Wider die Enteignung der Sprache

Ob man jetzt «Gemse» oder «Gämse», «rau» oder «rauh» schreibt, ist auf den ersten Blick wirklich keine weltbewegende Entscheidung. Die Frage, ob es einen Sinn habe, überlieferte Schreibkonventionen durch ungewohnte Neuerungen zu ersetzen, ist aber bereits ziemlich grundsätzlicher Art. Noch zentraler ist die Frage, ob es denn Aufgabe des Staates

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.