Ausgabe 1051 - November 2017
Gerechter verteilen?: Pandemien, Kriege, Revolutionen, Staatsversagen: was materielle Ungleichheit wirklich beseitigt. Ein exklusiver Essay des Stanford-Historikers Walter Scheidel
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Die vier apokalyptischen Reiter der Nivellierung
Ungleichheit wird nur durch katastrophale Ereignisse eingeebnet: grosse Kriege, revolutionäre Umwälzungen, Kollaps von Staaten und tödliche Pandemien.
Unfaire Gleichheit, faire Ungleichheit
Ungleichheit ist gar nicht das, was die Menschen verärgert. Wenn es denn fair zugeht.
Gerechtigkeit und Populismus
Was ein falscher Begriff von Gerechtigkeit mit dem Erfolg von Protestparteien zu tun hat.
Dossier
Wie gebe ich richtig?
Mit grossem Auftritt oder still? Vor dem Tod oder danach? Den Empfängern darf’s egal sein – Ihnen nicht. Eine heitere Kurzanleitung zum richtigen Geben, Spenden und Schenken.
Von der Grosszügigkeit
Wer stiftet, exponiert sich und erntet nicht nur Ansehen und Dankbarkeit. Warum es sich trotzdem auszahlt.
Streitpunkt Philanthropie
Um die Philanthropie findet eine Art ewiger Kulturkampf statt. Was kann Wohltätigkeit angesichts eines zunehmend umfassenden Rechts- und Sozialstaats noch leisten? Zeit für eine nüchterne Analyse.
Das starke Mittelmass
Nur die wenigsten Stiftungen sind gross und vermögend. Viel häufiger stehen Stiftungsräte vor der Herausforderung, den gemeinnützigen Zweck mit knappsten Ressourcen zu erfüllen. Aber: genau diese Stiftungen sind Garanten für gesellschaftliche Vielfalt.
Shared Philanthropy
Während alle Welt von der «Shared Economy» redet, hadert der Gemeinnützigkeitssektor weiterhin mit der Idee. Dabei ist klar: die Schweiz hat nicht zu wenige Stiftungen, sondern zu wenig effizient vernetzte.
Stiftungswissen auf einen Blick
Stiftungsgrössen Die Klassifizierung nach der Grösse des Stiftungsvermögens erfolgt anhand des liquiden Vermögens (Anlagevermögen), nicht aber des illiquiden, unveräusserlichen Vermögens: kleine Stiftungen (Vermögen bis CHF 10 Mio.), mittelgrosse Stiftungen (CHF 10 – 50 Mio.), grosse Stiftungen (ab CHF 50 Mio.). Unselbständige Stiftung Eine Stiftung wird als unselbständig bezeichnet, wenn sie keine
Ausweglose Situation?
Viele kleine und mittlere Stiftungen stehen vor grossen Herausforderungen: Im Tiefzinsumfeld schwinden die Renditen, mit denen sie ihre Tätigkeiten finanzieren müssen. Was tun?
Zum Beispiel Lori Dinkel
Wie Dachstiftungen die Hemmschwellen des philanthropischen Engagements senken. Erfahrungen aus der Praxis.
Bankkundenstiftungen? Nein!
Im Gravitationsfeld von Banken tummeln sich viele gemeinnützige Stiftungen. Dabei haben gewinnorientierte, kompetitive Finanzdienstleister keine genuin philanthropische Haltung, auch keine Programmatik des gemeinnützigen Handelns. Eine Streitschrift.
Aktuelle Debatten
Vorteil Vielfalt
Viele Zeitgenossen betrachten wachsende Vielfalt und Komplexität als gesellschaftliches Problem. Für den Liberalismus ist beides Teil der Lösung. Das kann ihm im Wettbewerb der politischen Ideen gerade jetzt Rückenwind geben. Ein Plädoyer.
Weitere Beiträge
Making of 1051
Ungleichheit Ein Minibus, besetzt mit den reichsten acht Menschen der Welt, versammelt heute gleich viel Vermögen wie 3,5 Milliarden Menschen der ärmeren Hälfte des Planeten. Diese Verteilung von Wohlstand sorgt aktuell für viel Empörung und gibt jenen politischen Kräften auftrieb, die sich für mehr materielle Umverteilung einsetzen. Vor dem
Freiwillige vor
Transparenz wirkt oft Wunder. Es wäre zu hoffen, dass hiesige Wirtschaftsverbände mit mehr Ideenreichtum aufwarten würden, statt abzublocken.
Ein Glas Wein mit Douglas Bakkum
Douglas Bakkum ist Co-Gründer von Shift Devices.
Was es bedeutet, wenn ein Mann vom Himmel fällt
Kurzgeschichte von Lesley Nneka Arimah Aus dem Englischen übersetzt von Richard Barth Mit Illustrationen von Arianna Vairo
Nacht des Monats mit René Frauchiger
René Frauchiger ist Mitgründer und -herausgeber des Literaturmagazins «Das Narr».