Nun also doch. Nachdem die grosse Steuerreform in manch bürgerlichen Kreisen hatte Hoffnungen aufkeimen lassen, der notorisch wankelmütige und undurchschaubare US-Präsident könne zu einer vernunftorientierten Politik verleitet werden, entschied Donald Trump kurzerhand: Importzölle für Stahl und Aluminium müssen her. Er habe schliesslich amerikanischen Industriearbeitern seinen Schutz versprochen, und überhaupt: die günstigen Importe aus Asien und Europa seien schrecklich unfair gegenüber der US-Industrie. Ein herzhaftes Pfui für Aussenhandelsdefizite. Hunderte Analysen wurden vorgetragen und niedergeschrieben, zu allen Zeiten und aus den verschiedensten Disziplinen, und immer und immer wieder betonten sie: Jeder Zoll macht ein Land ärmer. Er bestraft vor allem die Einheimischen. Denn Güter werden eben dann importiert, wenn sie im Ausland effizienter produziert werden können als im Inland. Ein Zoll senkt damit direkt die Kaufkraft der Inländer.Es nutzte nichts. Ob Trumps angekündigter Dummheit legte sogar der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates und oberste Wirtschaftsberater des Präsidenten, Gary Cohn, sein Amt nieder. Zum Glück, dachten wir nicht zum ersten Mal, leben wir in Europa – Brüssel ist nicht Washington. Einen knappen Tag nach Trumps Ankündigung meldete sich die EU zu Wort: Sollten die USA Stahlimporte mit einem Zoll versehen, werde die EU Zölle auf «Harley-Davidson, auf Bourbon und auf Bluejeans» (!) aus den USA erheben. Man wolle schliesslich keinen Handelskrieg. Ja tatsächlich, das war die Begründung. Die EU verhindert also eine Schiesserei, indem sie zurückschiesst. Stellt sich nur die Frage, welche Torheit die schlimmere ist: das Begehen eines Fehlers oder die Wiederholung des Fehlers als Reaktion darauf? Vielleicht muss man es also ein letztes Mal wiederholen: Jeder Zoll macht ein Land ärmer. Jeder Strafzoll bestraft vor allem die Einheimischen.
Eine Dummheit kommt selten allein
Die USA fordern: Importzölle für Stahl und Aluminium müssen her. Dabei besagen sämtliche Studien: Jeder Zoll macht ein Land ärmer.
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