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76.3

Prozent betrug die Frauenerwerbsquote in der Schweiz im 1. Quartal 2020.

Inhaltsverzeichnis

Unter den OECD-Ländern war sie nur in ­Island höher. Am unteren Ende lag die Quote in Italien, ­Griechenland und Mexiko knapp unter 50 und in der Türkei bei 31 Prozent.

Um einzuschätzen, wie verbreitet Frauenerwerbsarbeit in einem Land relativ zu Männererwerbstätigkeit ist, eignet sich das Verhältnis von Frauenerwerbsquote zu Männererwerbsquote. Dieses Verhältnis war über die letzten Jahrzehnte in allen OECD-Ländern gestiegen und belief sich für die Schweiz, Deutschland und Frankreich Anfang dieses ­Jahres auf 90 Prozent. Die Frauenerwerbsquote war also 10 Prozent niedriger als die Männererwerbsquote. Deutlich kleiner war der Abstand in einigen skandinavischen und osteuropäischen Ländern. Deutlich grösser war er mit teilweise weit über 25 Prozent in Italien, Griechenland, Mexiko und der Türkei.

Aufgrund ihrer besonderen Natur hat die aktuelle, durch das Coronavirus ausgelöste Wirtschaftskrise das Potenzial, den seit Jahrzehnten rückläufigen Abstand zwischen Männern und Frauen bei der Erwerbstätigkeit zu erhöhen. Denn während Rezessionen üblicherweise «Mencessions» sind, trifft der jetzige Abschwung Frauen stärker als Männer, aus zwei Gründen. Erstens sind dieses Mal Branchen stärker beeinträchtigt, in denen Frauen relativ häufig arbeiten. Beispiele sind die Gastronomie und der Tourismus. Zweitens treffen die Lücken in der Kinderbetreuung Frauen stärker als Männer.

Beides trägt zu einem aktuell stärkeren Rückgang der Erwerbsarbeit für Frauen als für Männer bei. Dieser kurzfristige Effekt kann langfristig nachwirken und sich dämpfend auf die relative Erwerbsquote von Frauen auswirken, auch in Ländern, in denen Erwerbstätigkeit Männer- und Frauensache ist. Denn einerseits sammeln Frauen gerade weniger Berufserfahrung, was ihre Wiedereinstiegschancen schmälert. Und andererseits stärkt die jetzige Situation potentiell die soziale Norm der traditionellen Rollenverteilung, die ­einen Wiedereinstieg von Frauen weniger erstrebenswert macht.

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