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Kolumne

Barrierefrei

Hundertprozentige Sicherheit kann kein (Stadt-)Staat garantieren. Aber Singapur setzt alles daran, seinen Ruf als eine der sichersten Städte der Welt zu bewahren. Während in ökonomischer und sozialer Sicht die Schweiz als Vorbild dient, folgt Singapur in Sachen Sicherheit und Zivilschutz dem Staate Israel. Die ständige Überwachung durch den löwenstaatlichen

Aufruf zu mehr Bedächtigkeit

Aufruf zu mehr Bedächtigkeit

In Deutschland gelten Schweizer als bedächtig und langsam. Doch beim Blick auf Berlins Regierungshandeln wünscht man sich hier mehr Schweizer Bedächtigkeit und Mut zum Überdenken, bevor man handelt.

Hermann Burger, Dichter dieser Zeitschrift (1942-1989)

Hermann Burger, Dichter dieser Zeitschrift (1942-1989)

Hermann Burger ist der Dichter der «Schweizer Monatshefte». Unser alter Zettelkasten listet über 40 Beiträge auf, die Burger für diese Zeitschrift verfasst hat, den ersten im Jahre 1968 in Form mehrerer Gedichte, den letzten 1986, drei Jahre vor seinem Suizid. Während zwei Jahrzehnten hat Burger für die «Schweizer Monatshefte» in

Der kontrollierte Zen-Work-Life-Balance-Regelbruch

«Gleichgewicht und Leichtigkeit bringen inneren Frieden und Gelassenheit.» Die Erkenntnis, die Zen-Theoretiker seit über 2000 Jahren verinnerlicht haben, sucht in der modernen Welt nach neuen Anwendungsformeln. Nicht zu viele Partys feiern – stattdessen gemütlich im Wohnzimmer-Outfit vor dem TV sitzen. So entspannt sich der gestresste Mensch und schöpft neue

Der Zeitturm

Die Zeiger sind abgebrochen, die Hälfte des Zifferblatts ist verschwunden. Bruchsteine ragen hervor, die nur mehr notdürftig von Mörtelresten gehalten werden. Es ist, als habe ein riesiges Beil den Uhrenturm der Länge nach entzweigehauen. Der Kreis der Zeit ist zerspalten. Die eine Hälfte ist unsichtbar, der Blick geht hinaus in

Riesengaudi in den SBB

Die folgenden Überlegungen knüpfen an eine Meldung an, die die SBB betrifft und in verschiedenen Zeitungen kursierte. Sie figuriert leider nicht in den Medienmitteilungen der SBB – aus verständlichen Gründen. Es geht um eine Bahnfahrt, die am 19. März 2012 von Zürich nach Bern im Schosse der SBB stattfand. Auf der

Normkonform…

Als ich meinen Vertrag an der Raffles Institution in Singapur unterschrieb, hatte ich keinen blassen Schimmer, was mich dort erwarten würde. Ich wusste nur, dass es meine Aufgabe war, das interdisziplinäre Musikdepartement aufzubauen. Nachdem die Eliteschule Singapurs in allen Sparten der Wissenschaften und auch im Sport Gipfelstürmer hervorgebracht hat, ist

Wunschpolitik, Wunschwähler, Wunschdenken

Wunschpolitik, Wunschwähler, Wunschdenken

Wer seinen Blick auf das Verhalten der Bürger in angeschlagenen europäischen Staaten lenkt, kann auf den Gedanken verfallen: Demokratien sind nichts anderes als Wunschpolitikproduktionsmaschinen. Demokratische Wunschpolitik spricht den Wähler in seiner höchsten Eigenschaft als Phantasiewesen an. Sie stiftet ihn an, an all die schönen Verheissungen zu glauben, die in Richtung

Programmierte Enttäuschung

Achtung, Apokalypse: Die Welt ist auf dem Weg in den Abgrund. Globale Erwärmung, Schuldenkrise, europäische Sparpläne, Stellenabbau, Protestbewegungen gegen Banken, Staaten, Schulden und überhaupt – keine guten Nachrichten im Westen. Gleichzeitig lesen und hören wir in Studien (NEF, OECD) von Menschen auf einsamen Inseln wie Vanuatu oder auf dem Dach der

In müder Erwartung

Sie sitzen in Reih und Glied und warten. Zwei Offiziere haben ihr Käppi abgenommen, einer gähnt herzhaft, um sich auf­zumuntern. Einige wenden den Kopf erwartungsvoll nach rechts, andere blinzeln in die Sonne oder starren grimmig vor sich hin. Manchen sind die Augen zugefallen; sie dösen halbwach vor sich hin

Kaufen Sie sich Ihren Richter!

Ohne alle Polemik kann man sagen: Die schweizerische Justiz ist korrupt. Nicht einzelne Richter, sondern die Justiz als solche, und zwar ganz offiziell. Dies gilt zumindest für das sogenannte öffentliche Recht, wo es um Streitfälle zwischen dem Staat und einem Privaten geht. Hier werden sämtliche Urteile von Richtern gefällt, die

Sue Shi, Karotten und ein VVVIP

Grosse Dinge beginnen mit einem Namen. Mit Etiketten. Mit roten Teppichen. Rang und Namen sind immer sexy, und auf der ganzen Welt werden rote Teppiche mit Ehrfurcht ausgelegt. In Singapur haben Äusserlichkeiten jedoch eine besondere Bewandtnis. Es gibt im Chinesischen diesen Ausdruck: das Gesicht wahren. Er bedeutet, dass – egal, was