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Kolumne

Moralisieren wir, aber richtig!

Wer mit der nötigen Distanz einiger Jahrzehnte die Krisenjahre 2008 ff. betrachten wird, könnte dereinst rückblickend die Diagnose stellen: Es waren die Jahre, in denen sich ein neuer öffentlicher Moralismus durchzusetzen begann. Vorbei die Zeiten, als Moral eine Privatangelegenheit war. Obwohl in pluralistischen Gesellschaften jeder seine eigene Auffassung von Gut

Bewusst unbewusst

Aktive Mitglieder der Leistungsgesellschaft streben danach, produktiv zu sein. Die Leute verbringen ihre Zeit in unerträglichen Sitzungen, nur um etwas – nein immer mehr und mehr – für sich herauszuschlagen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich selbst verstehe mich als eine Königin dieser Disziplin. Wenn ich bis zum Ende des Tages meine

Luftgeister, minergetisch

Im trendigen Prachtbau der Pädagogischen Hochschule Zürich herrscht schon kurz nach der Eröffnung dicke Luft. Im wahrsten Sinn des Wortes: stickiges Raumklima, mal zu heiss, mal zu kalt. Studenten und Lehrer klagen über Beschwerden aller Art. Ein Gesangsschüler fiel in Ohnmacht und verletzte sich am Kopf. Woran liegt’s? An

Nachwirkungen

Nachwirkungen

Ein Junge schaut durch das Fenster eines Schulbusses. Er wirkt müde, verstört, verloren. Haarfransen hängen ihm in die Stirn, die Lippen sind leicht geschürzt, die Backen aufgeblasen. Die Augen hält er weit geöffnet; trotz der Erschöpfung sieht er genau hin. Wir wissen nicht, was er gerade denkt. Aber wir wissen,

Manager sind keine Vorbilder

Kein Topos der Managementliteratur ist so stabil wie der Appell an die Vorbildfunktion der Führungskräfte. Klar ist: Manager werden beobachtet. Sicher auch in besonders sensibler Weise. Doch bleibt zu fragen: Soll man bei Managern höhere Massstäbe anlegen als bei Nichtmanagern? Fachliche? Menschliche? Ist es überhaupt möglich, Vorbild zu sein? Man

Die Welle

Drei Wochen habe ich nun in Hanoi verbracht. Mittlerweile habe ich nicht nur gelernt, dass alles – aber wirklich alles – auf einer Vespa transportiert werden kann, vom sechs Fuss hohen Kühlschrank über eine vierstöckige Goldfischzucht bis zum geschlachteten Rinderpaar; ich beherrsche nun auch beinahe die vietnamesische Coolness beim Überqueren der Strassen.

Blick zurück – und nach vorne

In der Unübersichtlichkeit des Jahres 2012 vergessen wir leicht, wie ruhelos frühere Zeiten waren. Wie viel können wir von jenen lernen, die sich damals bemühten, die Dinge kritisch und klar zu sehen? Dieser Gedanke schoss mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich mich mit der Geschichte der «Schweizer Monatshefte»

Ayn Rand, mein Idol

Ayn Rand liebte selbstzentrierte oder, wie man sagt, egoistische Menschen. Und viele lieben Ayn Rands Bücher. Sie fordern das gängige Denken heraus und rufen jeden dazu auf, sich seiner eigenen Denkkraft zu bedienen. Die aussergewöhnliche Sozialphilosophin verlangt darin eine Moral, die auf Verstand und Vernunft gründet. Darum stemmt sie sich

Sandy, die Medienkatastrophe

Sany, der «Frankensturm», fand – wie schon der Name sagt – in Europa statt. Genauer: in den deutschsprachigen Medien. Die höchsten Killerwellen schlug der verheerende Hurrikan in Online-Medien wie «Spiegel Online». Zugegeben: auch an Amerikas Ostküste hat der Sturm gewütet. 47 Menschen kamen im Bundesstaat New York laut Medienberichten ums Leben.

Malala

Malala

Sie sitzen auf weissen Plastikstühlen und warten. Jede hält ein Photo in den Händen, das durch eine Plastikhülle ­geschützt ist. Alle tragen die Schuluniform, einen blaukarierten Kamiz, eine weisse Hose sowie eine kurze Dupatta, die Haar und Schultern bedeckt. Von den Gesichtern ist kaum etwas zu ­sehen, ein paar Nasenspitzen,