zum Inhalt
Cover: Polyphonie der Kulturen
Juni 2003

Ausgabe 926 - Juni 2003

Polyphonie der Kulturen: Aus Vielem Vieles

Autoren dieser Ausgabe:

In dieser Ausgabe

Dossier

Zwischen Konflikt und Konvergenz

Transkulturelle Ähnlichkeiten werden oft übersehen: Innerhalb komplexer Kulturen existieren grössere Unterschiede als zwischen ihnen. Gruppen mit ähnlichen Lebensbedingungen teilen über Kulturgrenzen hinweg überraschend viele Gemeinsamkeiten, die Dialog ermöglichen.

Tango muss sein

Tango muss sein

Kultur ist unvermeidlich. Reicher oder ärmer, volksnah oder «abgehoben». Wenn Menschen zusammen kommen, entstehen verschiedene Kommunikationsformen, Umgangsweisen und Verhaltensmuster, welche einen Feedbackprozess in Gang setzen. Musik wird von diesem Phänomen besonders geprägt, weil sie eine der abstraktesten Kunstformen ist. Die Melodien, Harmonien und rhythmischen Formen klingen in den Menschen weiter,

Neue Kleider für die «Schweizer Monatshefte»

Neue Kleider für die «Schweizer Monatshefte»

(svr) Die «Schweizer Monatshefte verlieren an Farbe, so könnte denken, wer unser neues «Outfit» betrachtet. Seit ihrem Gründungsjahr, 1921, erschienen die Schweizer Monatshefte über 70 Jahre äusserlich ohne grosse Veränderungen: Auf dem Deckblatt dominierte in wechselnden Nuancen das Gelb. 1993, in einer wirtschaftlich angespannten Zeit und nach einer lebhaften Diskussion

Ex occidente luxus

Der westliche Materialismus führt zum Verlust von Lebenssinn. Der Okzident habe seine Seele verkauft, da Metaphysik und Kultur verloren gingen. Ihm fehle die Balance zwischen materiellem Streben und spiritueller Identität, wie sie in asiatischen Kulturen existiert.

Freund un Feind am Golf

Carl Schmitts Begriff des Politischen zeigt sich im Irakkrieg: Nicht als Ressourcenkonflikt, sondern als moralisch motivierter Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Freund und Feind, wo idealistische Politik und realistische Strategie sich komplex überlagerten.

Der Beitrag des Islam zur Kultur Europas

Islam und Christentum trafen sich historisch nicht nur aggressiv, sondern auch in Dialog und gegenseitiger Faszination. Heute sollten wir an diese Phasen anknüpfen. Das erfordert Selbstbewusstsein und den Verzicht auf gegenseitige Schuldzuweisungen.

Einmarschiert, eingesickert, eingeschmolzen?

Die Alamannen wanderten sukzessive und relativ friedlich in die Schweiz ein. Ihre Einwanderungsgeschichte ist paradox: Sie wird von wechselnder Nachfrage nach mythischen Abgrenzungen und Identitäten geprägt, obwohl es sich um eine ethnisch heterogene Gruppe handelte.

Die Schweiz – Sinnbild der Diversität

Die Schweiz gilt weltweit als Meisterwerk der Vielfalt in der Einheit. Doch wie sieht es bei Abstieg vom offiziellen Credo zur harten Realität aus? Der Autor hinterfragt dieses erfolgreiche Modell der Akzeptanz ethnischer, linguistischer und konfessioneller Unterschiede.

Trauer und Chance

Brasilien und Mexiko verkörpern unterschiedliche Mischkulturen, die von Trauer um verlorene Identitäten geprägt sind. Neue Identitäten entstehen aus Erinnerung, Sehnsucht und Hoffnung zwischen unverwirklichten Träumen und Realität. Historische Unterschiede führen zu verschiedenen Chancen.

Von einem Überlebenden des Estadio Nacional de Chile

Ein Menschenleben reicht kaum, um Foltertraumas zu überwinden. Im Traum bleibt präsent, was tagsüber verdrängt wird. Im September 1973 hielten Chiles Militärs 5000 Menschen wochenlang im Nationalstadion fest. 1991 besuchte der Autor mit einem Überlebenden ein Fussballspiel an jenem Ort.

Gespräche mit Jean Romain, Vorwort von Peter Bodenmann, 2. Auflage, NZZ Verlag 2003

Das Buch des amtierenden Bundespräsidenten Pascal Couchepin verkauft sich gut. Der Walliser Freisinnige aus grossbürgerlichem Hause hat politisches Format nie vermissen lassen. Auf ihm lasten viele Hoffnungen nach einer neuen Stärke unserer Landesregierung in Zeiten raschen Wandels. «Ich glaube an die Politik», verkündet Couchepin im Titel seines Gesprächsbuches mit dem

Sechstausend Fuss jenseits von Mensch und Zeit – Engadiner Höhenflüge

Literarische Reisebücher haben sich in den letzten Jahren ein eigenes Marktsegment erobert. Es gibt inzwischen viele, auch über das Engadin. In der schönen Reihe der «Picus Lesereisen» hat die Innsbrucker Journalistin Susanne Schaber einen weiteren und sehr sympathischen Versuch unternommen, dem besonderen Zauber von Land und Leuten zwischen Maloja und

Weitere Beiträge

Vom Zählen der Tassen im Schrank

Intelligenz zeigt sich nur in der praktischen Anwendung. Wie der Werkzeugkasten eines Handwerkers nichts über seine tatsächlichen Leistungen aussagt, prognostizieren auch Intelligenztests nicht, ob sich jemand im Leben und Beruf intelligent verhält.

Schon immer Vielfalt

Inspiriert wurde diese Ausgabe der «Schweizer Monatshefte» durch einen Zyklus in fünf Teilen mit Musik und Referaten in St. Gallen unter dem Titel «Melting Pot?» – der Akzent lag auf dem Fragezeichen. In den Diskussionen über die unterstellten kulturellen Konsequenzen der Globalisierung ist das Fragezeichen selten zu finden. Mit dem Bild

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.