Aktuelles
Emmanuel Joseph Sieyès und die Französische Revolution.
Auch die politische Ideengeschichte kultiviert ihren Kanon der Klassiker. Im europäisch geprägten Kulturkreis umfasst er vielleicht zwanzig Namen. Die alte Prüfungsfrage, ob dieser oder jener Autor seinen Status im erlauchten Kreis tatsächlich verdiene, mag ihre Berechtigung haben, sie ist indes auch müssig. Was jemand schreibt, ist eines. Ein anderes ist,
Ein normales, souveränes Deutschland
Die deutsche Aussenpolitik ist ins Gerede gekommen, weil sie sich anmasste, 2002 auf die Weltbühne zurückzukehren. Seit dem Überfall der USA auf den Irak (zusammen mit einer «Koalition der Willigen») und der Weigerung Bundeskanzler Gerhard Schröders, sich an diesem Abenteuer zu beteiligen, findet eine heftige, kontroverse Debatte über die Ziele
Mathematikmanie: Ursache oder Erscheinungsform der Krise?
In seinem Artikel «Mathematikmanie und die Krise der Ökonomie» behauptet Viktor Vanberg, dass sich die traditionelle Ökonomie in einer Krise befinde. Er führt dies auf den «ungebrochenen Trend zur Formalisierung» zurück, gegen den es «eigentlich schon immer ein Unbehagen gab». So sehr ich Vanbergs Beurteilung der Lage der traditionellen Ökonomie
Editorial
Wer schreibt, redigiert und gestaltet, möchte gelesen und wahrgenommen werden. Texte brauchen Leser, Bilder Betrachter, und diese Menschen sind es, die uns motivieren, die «Schweizer Monatshefte» herauszugeben. Unsere Abonnenten sind unser Kapital, neue Leserinnen und Leser ein stetes Anliegen. Um diese zu gewinnen und jene zu behalten, sind wir für
Umfragen statt Aussagen
1993 veröffentlichte das Kundenmagazin einer Grossbank eine Meinungsumfrage, die Erstaunliches zutage brachte: Würden die Schweizer, die 1992 den EWR-Vertrag abgelehnt hatten, jetzt wieder abstimmen, würden sie sogar einen EU-Beitritt akzeptieren. Ich war skeptisch und beschaffte mir, was Agenturen und Redaktionen kaum je tun, die Fragetexte zu jener Umfrage.
Russland und der Westen
Die frühere Sowjetunion stellt für den Westen keine Bedrohung mehr dar – heute will das Land vor allen Dingen Partner sein. Während die Russen die Europäische Union zunehmend positiv beurteilen, bleibt ihre Skepsis gegenüber den USA.
Kein Ende der Reformsucht?
Ein Ausstieg aus der Rechtschreibreform hat faktisch stattgefunden. Die Experten wiegeln ab, den Schaden trägt die Schule. Die Politik drückt sich vor Entscheidungen, und wichtige Fragen bleiben unbeantwortet.
(0) Zahlenwahn
350 Jahre sind vergangen, seit ein sichtlich enttäuschter Engländer Bilanz zog aus seinem Studium der Klassiker: es seien die alten, moralphilosophischen Werke halt nicht «scripta scientifica», sondern bloss «scripta verbifica», Wortgeklingel und Gerede. Was Wunder, wenn es keine Fortschritte gebe im Bereich der Philosophie, wenn die Menschen immer noch Kriege
(1) Die andere Rechnung
Statt die Ursachen dieser Fixierung auf Quantifizierbarkeit zu erforschen, können wir fragen: Welchen Preis zahlen wir dafür? Die Antwort lässt sich nicht in Zahlen fassen – sicher ist nur: Wir geben viel auf.
(2) Politik statt Zahlenreihen
Ob die Finanzierung der gesetzlichen Kranken-versicherung, ob Steuerlasten und Staatsquoten, Tarifabschlüsse oder Arbeitslosenzahlen zur Debatte stehen – allzu häufig werden unbequeme ökonomische Wahrheiten mit Zahlen und Statistiken übertüncht.
(3) Mathematikmanie und die Krise der Ökonomik
Die Volkswirtschaftslehre unterliegt einem stetigen Trend zur Formalisierung. Allerdings ist die Kritik an mathematischen Methoden so alt wie ihre Anwendung selbst – und sie wächst.
(4) Der Anpfiff ist das Ende
Männer lieben Fussball und Fussballtabellen, denn sie stillen die Sehnsucht nach Gleichheit unter Ungleichen – bis zum Anpfiff. Dann geht die Nullstellung verloren und am Ende gibt es nur einen: den Weltmeister.