Aktuelles
Alexis de Tocqueville – Freiheit und Melancholie
Tocqueville im Kontext der politischen Ideengeschichte einzuordnen, ist kein leichtes Unterfangen. Dass er politischer Denker sei, steht zwar ausser Frage; in der Sekundärliteratur wird er mitunter gar zum Begründer der modernen Politikwissenschaft gemacht. Von seinen zwei bekannten Schriften gilt eine der gesellschaftlichen und politischen Verfassung der Vereinigten Staaten, die andere
(1) Das Missverständnis von «Lissabon»
Der «Beschluss» des EU-Rats im Jahr 2000 in Lissa-bon, die EU zum «wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum» zu machen, markiert keinen epochalen Neubeginn, sondern zeugt von einer massiven Überschätzung der politischen Planbarkeit des Wachstums.
(2) Spiele in der Politik
mit Charles Wyplosz und Alexis Lautenberg Im Jahr 2000 haben EU-Politiker in der «Lissabon»-Strategie unerreichbare Ziele formuliert, mitunter im Bewusstsein, ein riskantes Spiel zu spielen. Dieses Vorgehen hat auch die Frage aufgeworfen, welche Art von Koordination man künftig auf EU-Ebene will.
(3) Konsumenten, Produktivität und Zuwanderer
Europas Wachstumsschwäche ist relativ neu. Ein Unterschied zu den USA: US-Konsumenten haben mehr Mitsprache. Europa muss zudem mit alternder Bevölkerung länger arbeiten und Zuwanderer integrieren.
(4) Tüftler, Unternehmen oder kollektive Anstrengungen?
Mit Thomas Held: Im Privatsektor entstehen Produktivitätssteigerung und Innovation. Der Staat schafft Rahmenbedingungen. Doch Innovationen entstehen oft durch kollektive Anstrengungen mit staatlicher Unterstützung, nicht nur privaten Tüftlern.
(5) Ansprüche an die Hochschulen
Hochschulen fördern Bildung und Forschung sowie Wissenstransfer. Europa schneidet dabei weniger effizient ab als die USA, teilweise wegen des dominierenden ProporzDenkens. Thomas Straubhaar und Alexander Zehnder analysieren diese Unterschiede.
Die Welt ist keine Maschine
Die radikale Kritik an der Planbarkeit der Zukunft ist ein Kernstück der Sozial-philosophie von F.A. von Hayek. Sie wurde schon während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals publiziert, fand aber erst viel später Beachtung.
Dunkler als tausend Schatten
Vor 60 Jahren warfen die USA Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki ab, um Japans bedingungslose Kapitulation zu erzwingen. Doch welche wahren Gründe standen dahinter?
Sprache, langsam eroberte Heimat
Mit dem Schweizer Schriftsteller Francesco Micieli stellen wir in der fünften Folge des Fokus «Chamisso-Preis» einen weiteren, in der Schweiz lebenden Preisträger der seit 1985 jährlich vergebenen Auszeichnung vor.
Ich habe mich lügend in die (bern-) deutsche Sprache gestohlen
«Es ist Winter. Alles ist voll Schnee. Ich kann schon ein Wort in der fremden Sprache. Salü.» (Aus: «Ich weiss nur, dass mein Vater grosse Hände hat», 3. Auflage, Bern 1998) Kurz aufeinander musste ich mir zwei fremde Sprachen aneignen Als ich 6jährig in meinem Heimatdorf S. Sofia d’Epiro
Leichte Kost in der Schweizer Literatur
Milena Moser schreibt locker und komisch über Alltagswidrigkeiten – doch sind ihre Bestseller mehr als harmloser Schund? Die Autorin argumentiert: Ja. Ein Plädoyer für das oft vernachlässigte Lesevergnügen.
Vogelblick auf die Antike
«Auf einem Flugbild erschliessen sich Formen und Gegenstände, die einem sonst verborgen bleiben», sagt Georg Gerster und illustriert in der Ausstellung «Flug in die Vergangenheit» seine Aussage mit rund 300 Photographien von bedeutenden archäologischen Stätten. Viele davon sind von der Unesco als «Weltkulturerbe» anerkannt. Dass der 1928 in Winterthur geborene