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Aktuelles

Zu «Finsterworld» von Frauke Finsterwalder und Christian Kracht

Zu «Finsterworld» von Frauke Finsterwalder und Christian Kracht

91 Minuten «Deutschland heute» – und eigentlich ist alles drin, was unter der Chiffre «Germany» jenseits zeitgeistiger «Alles wird gut»-Merkel-Rhetorik zu finden ist: Die romantisch-deutsche Natursehnsucht, personifiziert im namenlosen Einsiedler, der sich im Urwald Ostdeutschlands seinen lebensreformerischen Rückzugsraum erobert hat. Ein paar Bäume weiter, auf der frisch geteerten

Sterne im Sterbehemd

Weil das weisse Hemd das Dunkle der Existenz betont, trägt es kaum einer mehr. Das gilt besonders in Los Angeles: als zu ernst, zu erwachsen, zu wenig kindlich gilt es hier. Die grosse Ausnahme: Sean Penn, der letzte Kerl von Hollywood. Hommage an einen Helden im Hemd.

Sehnsucht und Elend des Kunstsammlers

Ohne die Sammler würde der Kunstmarkt zweifellos nicht funktionieren. Einerseits ist der gesamte Kunstbetrieb von einer tiefen Dankbarkeit ihnen gegenüber erfüllt, andererseits von latenter Aggression. Daher ist es an der Zeit, hier einmal einen Blick auf die Motive und Gemütszustände der Konsumenten, der Kunstkäufer und Sammler zu werfen. 1. Das

John Wayne und die Korrektokratie

Die Reise durch die USA begann in Hollywood. Und zwar mit ungebremstem Fanatismus für John Wayne in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Genauso wild und frei wie John wollten wir auch sein – also fuhren wir spontan nach Tombstone. In der Cowboystadt im Süden Arizonas war alles originalgetreu nachgebaut: von der Sattlerei über

Die Stabilität, die wir meinen

Die Stabilität, die wir meinen

Schweizer Banken und Versicherungen sind auf günstige Rahmenbedingungen angewiesen, die sie selbst nicht schaffen können. Bürger sollten eine Politik unterstützen, die solche Bedingungen für einen zukunftsfähigen Finanzsektor schafft.

«Du sollst nicht…»

«Du sollst kein Fleisch essen und kein Kaminfeuer anzünden. Du sollst nicht glücksspielen (es sei denn bei staatlichen Lottogesellschaften). Du sollst nicht nach Leistung beschäftigen, sondern nach Geschlecht und Herkunft.» Der deutsche Medienunternehmer Wolfram Weimer beschreibt in seinem Essay, wie der parteienübergreifende Sozialdemokratismus die Köpfe der Bürger in seiner Heimat

Michel Foucault hätte kein Facebook-Profil

NSA, Prisma, GSHG, Tempora, XKeyscore, Echelon. Diese Abkürzungen, die wie Losungsworte verschwörerischer Machenschaften aus einem mittelprächtigen Science-Fiction-Film klingen, sind die aktuellen Siglen des staatlich-technischen Eingriffs in die Privatsphäre der Menschen. Der globale Lauschangriff wurde in den letzten Wochen und Monaten vielfach kommentiert, allerdings nur selten in seiner

Zieh es durch!

Ich moderiere regelmässig «L’Italia che funziona», eine Wirtschaftssendung im italienischen TV. Die Sendung portraitiert Unternehmer, junge und ältere, die den Mut hatten, eine gute Idee im Markt durchzusetzen – und dabei Erfolg hatten. Die Sendung soll eine Art Antidot sein gegen das wirtschaftlich düstere Klima im Belpaese, das mit seiner

Gute Überwachung, böse Überwachung

Früher, da war es im Sommer heiss. Heute beträgt die Lufttemperatur 27,5 Grad, die sich wie 29 anfühlt. Früher, da war man träge. Oder ein Bewegungstyp. Heute weiss man, ob man die geplanten 6000 Schritte pro Tag gegangen ist – oder eben nicht. Die Quantifizierung des Lebens schreitet unaufhaltsam voran.

Fiesta

In diesem Augenblick stürmt die Herde vorbei. Die Renngasse ist voller Menschen. Stiere und Ochsen verschwinden fast in der Menge. Ohrenbetäubend ist der Lärm, Geschrei und Gejohle erfüllen die enge Schlucht, von den Rängen rundum feuern zahllose Zuschauer die Läufer an. Die Nacht über haben sie gewartet, in den Strassen,