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Cover: On y da!
August 2003

Ausgabe 927 - August 2003

On y da!

Autoren dieser Ausgabe:

In dieser Ausgabe

Dossier

Dadas Haus am Zürcher Heimplatz

Schutz vor Verfall und Simplifizierung Wie kann Museumsbesuchern die Komplexität der dadaistischen Bewegung nahe gebracht werden? Wenn man sich nicht damit begnügen will, nur das historische Dada-Chaos nachzustellen, dann müssen Wege wie die des Kunsthauses Zürich gewählt werden.

Teufelskreis der Staatsintervention

Deutsche Steuerreform zeigt Hilflosigkeit: Regierung und Opposition handeln sprunghaft und ziellos. Statt Vertrauen entsteht Verwirrung durch widersprüchliche Reformvorschläge, die dem geforderten konsequenten Verzicht auf Staatsinterventionismus widersprechen.

Zürich 1916: Brennpunkt revolutionärer Elemente

Der Dadaismus entstand als Subkultur von Emigranten und Aussenseitern in Zürcher Cafés und Galerien während des Ersten Weltkriegs. In der ordnungsliebenden Stadt fand das schöpferische Chaos jene Nischen, in denen es als Kontrapunkt gedeihen konnte.

Ein Fünftel und ein bisschen mehr

Wozu sind Dada Damen da? Dada war eine Teamarbeit mit Zickzack-Taktik und ohne gemeinsame Strategie. Befreit oder lädiert haben die Dada Damen höchstens die bildnerische Poetik, nicht aber die Geschlechterrollen. Frauen haben damals viel Kunst geschaffen, aber wenig hinterlassen.

Die Kanonisierung des Dada

Die Dadaisten sahen sich zunächst als Avantgarde, nicht als radikale Gegen-Alles-Bewegung. Dieses spätere Image wurde teilweise dadurch geprägt, dass Richard Huelsenbeck 1964 einen historischen Text fälschte.

Nicht für «ästhetische Augen»

Duchamp schuf das «Grosse Glas» als Kunstwerk, das sich eindeutiger Interpretation entzieht und nicht nur gefallen soll. Es soll den Betrachter zu skeptischer Reflexion seiner ästhetischen Bedürfnisse anregen.

DAdam und DADame»

«Dada est difficile à déflorer. La vierge est étroite.» Kunst allein ist selten skandalös. Zum lustvoll wahrgenommenen Skandalon wird sie oft erst dann, wenn der Lebenswandel der Künstler selbst skandalöse Züge trägt. Die Dadaisten meisterten diese Herausforderung mit Leichtigkeit und Leidenschaft.

Dada-Base

Die Universität Iowa hat ein digitales Dada-Archiv gegründet, um das auf säurehaltigem Papier verfallende Erbe zu bewahren. Experimentelle Künstler interessieren sich heute mehr für Dada-Dokumente als Historiker. Das ständig wachsende Archiv sichert dieses wichtige Kulturgut.

Herren gegen Bauern

Vor 350 Jahren endete am 8. Juni 1653 der Schweizer Bauernkrieg, eine der düstersten Krisen der Schweiz. Er wurde durch Kriegsverbrecherprozesse erstickt und verstärkte die Unterdrückung der Landbevölkerung in grossen Gebieten der Alten Eidgenossenschaft.

«tuffm im zimbrabim»

Das Cabaret Voltaire war Dadaisten-Treffpunkt und Literaturlabor zugleich. Hier entstanden experimentelle Lautgedichte, in denen Syntax und Semantik aufgelöst wurden. Klang, Rhythmus, Krach und visuelle Darbietung ersetzten die traditionelle Sprachstruktur.

«Gadji beri bimba»

«Gadji beri bimba»

Hugo Ball, zitiert aus seinem Tagebucheintrag vom 23. Juni 1916, abgedruckt in «DADA total», Reclam, 1994, S. 27 f. Das im Tagebuch nicht vollständig aufgeschriebene Lautgedicht wurde ergänzt nach derselben Quelle, S. 56.

Professionelle Provokateure

Nick Hayek und Juri Steiner arbeiten zusammen, um das historische Dada-Haus an der Spiegelgasse 1 in Zürich in ein Kulturzentrum umzuwandeln. Hayek, CEO der Swatch Group, sponsert das Projekt als Hauptunterstützer, während Steiner als Kunsthistoriker die künstlerische Konzeption leitet.

Das Nichts? Gasgestank? Gott?

Das Nichts? Gasgestank? Gott?

War das nicht alles einfach Sauglattismus? Wenn man so hinhört, wie über DADA gesprochen wird, auch von Begeisterten, ist der Unterschied nicht ohne weiteres festzustellen. Lautgedichte und Kostüme aus Glanzpapier und viel Nonsens und Gruppenglück im Protestgehabe, hat sich das nicht in sich selbst erfüllt, damals, und wird fade, wenn

On y da! On y da!

On y da! On y da!

«Lasst uns aufbrechen»: Anfangs dachten wir daran, die vorliegende Ausgabe der «Schweizer Monatshefte» mit Abdrucken von Werken aus der Dada-Sammlung des Kunsthauses Zürich zu bebildern. Doch dann entschieden wir uns dafür, Studierenden der «F+F Schule für Kunst und Mediendesign Zürich» die Gestaltung der für die Bilder reservierten Seiten

Kreative Dissidenz

An den Grenzen zwischen Sinn und Unsinn entsteht Freiheit. Sie beginnt mit der Möglichkeit, Nein zu sagen. Doch wahre Freiheit wächst erst, wenn wir beharrlich fragen, welche Grenzen sinnvoll sind und welche nicht – statt uns vorschnell traditionellen Antworten zu beugen.

Grenzenloser Machthunger

Hillary Rodham Clintons Memoiren erregen weltweites Interesse. Leser konzentrieren sich auf die Lewinsky-Affäre, doch politisch Interessierte sollten Passagen beachten, die ihren Machthunger und ihre schwarz-weisse Weltsicht offenbaren.

Weitere Beiträge

Da da, sieh an!

Zürich? – Eine Stadt der Banken, idyllisch am See gelegen, von den schneebedeckten Bergen ringsum hallt der Ruf der Alphörner. Zürich, reich, harmlos, hübsch und etwas langweilig. So oder ähnlich wird diese Stadt ausserhalb der Schweiz öfters eingeschätzt. Und doch ist Zürich, das kaum jemand in einem Atemzug nennen würde mit

Ökonomische Empfindungen

Emma Rothschild untersucht in ihrer neuen Studie «ökonomische Empfindungen» bei Condorcet und Adam Smith. Das Buch erzählt brillant die Geschichte einer vergessenen Kategorie, die angesichts des wachsenden Interesses an Wirtschaftspsychologie neue Beachtung verdient.

Fahrtenschreiber des Lebens

Martin Walser, Jahrgang 1927, reaktiviert sein Alter Ego Herbert Messmer. Der neugierige Autor bleibt ein Archäologe des Alltags, der sich unermüdlich neuen Erfahrungen stellt, um die Widersprüche zu erforschen, die er und seine Romanfiguren zuvor kannten.

Das gestohlene Buch

Ludwig Reiners plagiierte 1944 Eduard Engels «Deutsche Stilkunst» massiv: Er übernahm nicht nur den Titel, sondern auch Themen, Theorie, Begriffe, Beispiele und Zitate. Selbst Engels charakteristischen Stil machte sich Reiners zu eigen.

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

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Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.