Sie solle schreiben, was sie wolle, sei frei, zur Freiheit zu erzählen, was sie wünsche, und zu erfinden, was sie denke, hatten sie ihr gesagt und sie in die Klemme gebracht. Wie sie es auch drehte und wendete, das Hirn blieb unbewegt. Besorgt neigte sie den Kopf, fiel von kleiner in grosse Leere, durchkämmte linke und rechte Windung, fand keine Regung. Nicht eine einzige Strähne werde sich lösen, kein Haarbreit das Geflecht sich verschieben und wenn sie sich auf den Kopf stellte, meinte sie plötzlich zu hören und flinke Finger spitze Klammern in fransige Festungen drehen zu sehen. Auch den Schwachen ihre Stacheln, dachte sie entsetzt und schluckte einen Schrei. Stabilität habe ihren Preis, sicher, vernahm sie sogleich, doch wäre doch dumm, wer ihn nicht bezahlte, den kurzen Schmerz der Starre scheute, die es erlaubte, befreit von Gedanken um die Zukunft sich zu bewegen, sich im Gefühl der Festigkeit zu wiegen, zu tanzen ohne Sorge, heute nacht und morgen früh und überhaupt durchs ganze Leben, denn schliesslich hielten Spangen und Nadeln, was der Mann verspreche, ewig würde dieser Kopf ihr bleiben, wenn sie ihn nur endlich stillhielte, erhielte sie Beständigkeit, ob in Ozeanen, auf dem Dach der Welt oder wo sonst sie hinzugelangen hoffte, nie käme sie ohne und nimmer gegen dieses aufgetürmte Werk der Vorzeit an. Äpfel könnte sie draufsetzen oder Kokosnüsse, auch Hüte, freilich, grüssen dürfe sie, nur das Beugen solle sie lassen und sich bitte endlich grade halten, am Anfang wenigstens habe doch alles im Lot zu sein. Allzu straff gespannt zerspringt der Schädel, dachte sie bang und rang nach Luft. Satt sitzen müsse alles, es prüfe ewig, wer sich bindet, und es klage nicht über Atemnot, wer sich entscheidet, klang es alsbald schneidend. Von der Liebe allein solle sie heute für einmal leben, himmelwärts schweben, würde sie deswegen nicht gleich, zumal mit dem ganzen Hinterkopf voll Schwere, die all die Überirdigkeiten überwiege und den simplen Weltgesetzen unterliege, herrenlos sei die Freiste nicht und frei nicht das widerspenstigste Haar, anzubinden und plattzuglätten, einzubinden und festzukleben sei alles und Freiheit nur ein Wort, sie würde es selber sehen, wenn sie es nur immer unterliesse, sich an den Kopf zu fassen, um an den stählernen Gefügen zu fingern. Freiheit ist nur im Wort, dachte sie endlich, zuckte mit der Zehe und setzte zu einem Satz an.
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