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Warum hat die Woche sieben Tage?

Wie die Mondphasen unseren Alltag bestimmen.

Christoph Luchsinger, zvg.

Inhaltsverzeichnis

Weshalb haben wir so etwas wie eine «Woche» im Kalender und weshalb dauert sie genau sieben Tage? Der Mann der Kirche hat schnell die einzig richtige Antwort: So steht es im Alten Testament! Ja, aber wie kam die Sieben-Tage-Woche in die Bibel, bevor sie imperialistisch von alten, weissen Männern in die ganze Welt hinausgetragen wurde?

In allen Kulturen hat es rein praktisch Sinn gemacht, zwischen dem Jahr und dem Tag ein bis zwei weitere Stufen einzufügen. Das Jahr basiert darauf, dass die Erde in etwa 365 Tagen einmal um die Sonne kreist. Dies macht sie zudem leicht geneigt, was die Jahreszeiten begründet. Der Tag ist eine Folge der parallel dazu stattfindenden Rotation der Erde um die eigene Achse. Jahr und Tag sind also einfach von der Astronomie her begründbar. Aber wie kommen wir zu Monat und Woche?

Hier begeben wir uns mondsüchtig ins Reich der gut begründeten Spekulation. (Rundungsprobleme und weitere Details werden der Einfachheit halber ausgelassen.) Von einem Vollmond zum nächsten dauert es 29,53 Tage. 12 solche «Monate» ergeben etwa ein Jahr (12 · 29,53 = 354,36). Mit Hilfe der vier Mondphasen (Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond, abnehmender Halbmond) kann man dann, auf ganze Zahlen gerundet, vom Monat via 28 : 4 = 7 die 7-Tage-Woche begründen. Die 7-Tage-Woche passte auch gut zu den sieben im Altertum bekannten göttlichen «Planeten» (das Wort stammt von der altgriechischen Bezeichnung für «Wanderer») Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond.

Wer es genauer wissen will, dem sei das Buch «Kalender – Kunstwerke aus Mathematik, Astronomie und Geschichte» von Claudia Albertini und Martin Huber empfohlen, das die mathematischen und historischen Hintergründe von Kalendern vertieft und unterhaltsam beleuchtet.

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