«Barzels Universalroman» ist eine Kostprobe aus Hermann Burgers bislang unveröffentlichtem Roman «Lokalbericht» (1970/71). Dabei handelt es sich um seinen ersten Versuch in der epischen Grossform, den er dann aber 1972 zu Gunsten der allmählichen Verfertigung von «Schilten» (1976) in die Schublade legte. Gleichwohl antizipiert der «Lokalbericht» an vielen Stellen schon die spätere Sprachvirtuosität Burgers und kann insgesamt als Experimentierfeld des jungen Autors betrachtet werden. Es ist ein Studenten-, Kleinstadt-, Künstler- und Schlüsselroman in einem – vor allem aber ist es ein Metaroman, der ständig um die eigene Achse kreist. Dessen Ich-Erzähler ist ein junger Student namens Günter Frischknecht, der – im Tessin sitzend – neben seiner Dissertation an einem in Aarau spielenden Roman schreibt und sich dabei zwischen der Lehre seines Doktorvaters Professor Kleinert (i.e. Emil Staiger), den Maximen des Literaturkritikers Neidthammer (i.e. Anton Krättli, damals Kulturredaktor der «Schweizer Monatshefte») und der von ihm bewunderten «Kunst» des Lokalredaktors Barzel aufreibt. Nach dem Vorbild einer Zeitung hat deshalb auch Frischknechts «Lokalbericht» einen mosaikartigen Aufbau aus verschiedenen Einzeltexten – so wie es im hier abgedruckten Ausschnitt, der poetologischen Schlüsselstelle des Romans, propagiert wird. Und noch in anderer Hinsicht fungiert «Barzels Universalroman» als Scharnier: Burger nutzte den Text später für seine journalistische Tätigkeit und pu-blizierte ihn überarbeitet als Kolumne.
Über «Barzels Universalroman»
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