Kultur
Reisen statt orgeln
Seit vier Jahrzehnten hat Gerold Späth sich mit Romanen, Erzählungen, Bühnenstücken und Hörspielen einen Namen gemacht. Beinahe unbemerkt sind nebenbei in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren Reisereportagen für die «Neue Zürcher Zeitung» entstanden, die nun unter dem Titel «Mich lockte die Welt» gesammelt nachzulesen sind. Gleich zu Beginn
Gizgnäpper, Hüürebeiss, okee
Den Anlass zu den 83 alphabetisch sortierten «Wortgeschichten», die der aus dem Schweizer Radio bekannte Redaktor Christian Schmid auf gut 200 Textseiten erzählt, gaben Anfragen seiner Hörer. Da in vielen Wortgeschichten – die Stichwörter sind meist Substantive und Adjektive, selten Verben – auch auf Ableitungen, Zusammensetzungen, Synonyme oder etymologisch Verwandtes eingegangen wird,
Religiöses Ethos und Geist des modernen Kapitalismus
Georg Pfleiderer, Alexander Heit (Hrsg.): «Wirtschaft und Wertekultur(en). Zur Aktualität von Max Webers ‹Protestantischer Ethik›». Zürich: TVZ, 2008
Tischheit und Becherheit sah er nicht
Kurt Steinmann (Hrsg): «Das Leben des Diogenes von Sinope erzählt von Diogenes Laertios». Zürich: Diogenes, 2009.
Das Quadrat soll ein Kreis werden
Der Sozialismus hat Schriftsteller mit einem sozialen Gewissen in vielerlei Konflikte geworfen, ohne dass sein Scheitern sie von ihnen befreit hätte. Literatur den Zielen einer idealen Gesellschaft zu unterstellen, so die Erfahrung, führt zu einem Desaster. Literatur sich selbst zu überlassen, schützt aber ebensowenig vor politischer Vereinnahmung durch Dritte. Furtwängler
Immer im Kristall
Die Künstlerin Mai-Thu Perret Antwortbrief an eine Bewohnerin von New Ponderosa, einer autonomen Kommune junger Frauen in der Wüste von New Mexico.*
Schweizer Autoren in Kurzkritik XVII
14 Bücher, vorgestellt in der siebzehnten Folge der «Schweizer Autoren in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.
Nie wird Frau Blum den Milchmann kennenlernen
Peter Bichsel: «Heute kommt Johnson nicht». Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2008
Lust auf Holzschnitte?
Emil Zbinden veröffentlichte mehrere Werke: «Landschaften und Menschenbilder» (Limmat, Zürich 2008), «Selbstzeugnisse und Bilddokumente» (Limmat, Zürich 2008) sowie den Ausstellungskatalog «Für und wider die Zeit» (Benteli, Sulgen 2008).
…und hier um matchmaking
Texten aus dem Umfeld der Literaturwissenschaft haftet meist ein gewisser akademischer Stallgeruch an. Nicht so bei Peter von Matt. Schon in seinen grossen Studien über den «Liebesverrat» und «Die Intrige» hat der inzwischen emeritierte Zürcher Germanist gezeigt, dass man über gewichtige literarische Themen spannend und unterhaltsam schreiben kann. Sein neues
UN-Beobachter in der Wüste
Die neuesten Zahlen belegen, dass die Rüstungsausgaben weltweit ebenso zunehmen wie die Zahl der Friedensoperationen. Was jene anrichten, sollen diese glätten. Dafür allerdings braucht es Ausdauer, insbesondere wenn Konflikte nur beruhigt, nicht gelöst werden. In der südalgerischen Sahara beispielsweise hausen Flüchtlinge seit Jahrzehnten in Lagern, ohne Aussicht auf Heimkehr; der
Viel mehr Meer als wir wollten!
Christoph Braendle: «Der Meermacher. Roman». Weitra: Bibliothek der Provinz, 2008.
Wb. – Von Thomas Mann bis Hürlimann
All dies war Werner Weber mit Sicherheit nicht: ein Lautsprecher, ein Selbstdarsteller, eine medienkonforme Persönlichkeit. Wer dem bescheidenen, stets liebenswürdigen Mann im Alter begegnete, mochte ihn vielleicht sogar unterschätzen. Dabei hatte man jemanden vor sich, der über die Schweiz hinaus dem literarischen Leben mindestes ein Vierteljahrhundert lang seinen Stempel aufdrückte.