zum Inhalt

Kolumne

Inhalt vor Form! Eine Zwischenbilanz

Wenn die Welt doch nur so einfach wäre, wie sie Medien und Parteien gerne hätten! Man führt eine sogenannte «repräsentative» Umfrage bei Lesern oder Wählern durch, um deren Präferenzen zu ermitteln. Natürlich tut man dies mit irgendwelchen ausgeklügelten Methoden, wobei man ein denkbar simples Ziel verfolgt: herauszufinden, was die Befragten

Linke Querdenker vertreten furchtlos die Meinung der Mehrheit

Kritik verliert an Niveau, wenn man keinen Mut zu ihr braucht. Das ist ein sehr aktueller Akt aus der ewigen Komödie «Dialektik der Aufklärung». Zur Kritik ermuntern heisst die Kritik korrumpieren. Das Wort, das Christian Wernicke einmal für die NGO geprägt hat, passt wunderbar auf die Linksintellektuellen: «die hofierten Störenfriede»

Der öffentliche Diskurs trägt nun quasireligiöse Züge

Unser öffentlicher Diskurs ist erbärmlich uninspiriert. Langweilig. Moralistisch. Stets folgt er demselben Muster, wonach angeblich ein freiheitliches Miteinander der Menschen das Böse, das in uns steckt, unweigerlich nach oben spült. Über das Böse selbst wird dann gar nicht weiter gesprochen. Man konzentriert sich vielmehr darauf, dieses diffuse, beliebig dehn- und

Das pure Nichts

Von oben lässt sich dem Schrecken leichter zusehen. Man braucht nicht länger die Augen zu verschliessen, wenn keine Details zu erkennen sind. Über den Wolken ist es einfacher, mutig zu sein. Das Feindliche ist fern, man weiss sich in sicherem Abstand. In frischem Luftzug fliegt man herbei, inspiziert die Lage

Was zählt, ist die persönliche Substanz

Was zählt, ist die persönliche Substanz

Wer glaubt noch an das Credo «Fake it till you make it»? Gemeint ist: die eigene Fassade auf Hochglanz polieren, um die Substanzlosigkeit dahinter zu verschleiern. Selbstverleugnung also, um sich ökonomische Vorteile zu verschaffen, die eigene Karriere voranzutreiben – oder ganz simpel im Freundeskreis besser anzukommen. Wir leben in einer Scheingesellschaft.

Die vielen Nullen sind das Problem

Wer weiss, wie viel die Konjunktur-, Stimulierungs- und Infrastrukturprogramme gekostet haben, die US-Präsident Barack Obama in den zwei Jahren seiner Amtszeit aufgegleist hat? Und wer erinnert sich, mit wie vielen tausend Milliarden Dollar der amerikanische Staat in der Kreide steht? Die meisten dürften bereits vor einiger Zeit damit aufgehört

Die Opfer der Frauenquote sind die Frauen

Intelligente Frauen haben es heute besonders schwer, weil alle Welt es gut mit ihnen meint. Politisch korrekte Männer bescheinigen den Frauen spezielle, vor allem kommunikative Fähigkeiten, die sie sich selbst absprechen. Die politischen Parteien verkünden unisono eine nahe Zukunft, in der Kinder und Karriere vereinbar seien. Und die feministische Forderung

Der Pseudowettbewerb führt in die Planwirtschaft

Heutige gesellschaftliche Ideale kommen in abstrakten Begriffen wie «Effizienz», «Exzellenz», «Leistung», «Wettbewerbsfähigkeit», «Innovation» oder «Wachstum» zum Ausdruck. In unzähligen Wettbewerben versuchen wir uns gegenseitig mit diesen Idealen zu übertrumpfen. Immer noch effizienter, noch exzellenter, noch wettbewerbsfähiger und noch innovativer muss man werden, auch wenn man in Wirklichkeit gar nicht genau

Das grosse Freudenfeuer

Das grosse Freudenfeuer

In ihrer Mitte haben sie freien Platz gelassen. Zu Dutzenden sind sie am 11. Februar 2011 herbeigeeilt, um das Auflodern des Feuers auf dem Tahrir-Platz in Kairo zu feiern. Ein beleibter Mann im dunklen Kapuzenshirt reckt begeistert die Fackel in die Höhe. Ein zweiter, von dem nur Schulter und

Das Internet wird zu einer politischen Waffe

Wer hat eigentlich kein Handy? Und wer hat noch nie versucht, über Chat oder Social Network zu kommunizieren? Es ist klar: die unzähligen Neuentwicklungen im Bereich der Kommunikation fördern die Vernetzung untereinander; und die Vernetzung hat die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten stärker verändert als in den Jahrhunderten zuvor. Das

Die Medienvielfalt ist ein Trugbild

Die Medienvielfalt ist ein Trugbild

«Die Medienwelt ist aus den Fugen.» Dieser Satz ist so etwas wie die Kernbotschaft des aktuellen Medienlamentos. Er steht in einem neuen Buch der beiden Journalisten Richard Aschinger und Christian Campiche über die Schweizer Medienwelt. Er steht so oder ähnlich in Büchern, Zeitungsartikeln, Fachpublikationen, eigentlich in fast allen Texten, die

Bürgerlichkeit ist die neue Lebensform

Hinter uns liegen Jahrzehnte der Antibürgerlichkeit, die zu- nächst im kollektivistischen Nationalsozialismus und dreissig Jahre später dann in der Studentenbewegung ihre gespenstischen Höhepunkte fanden. Auch wenn heute gerne Vorträge über die «Zivilgesellschaft» gehalten werden, so ist doch sehr zweifelhaft, ob wir unsere Gesellschaft noch als bürgerliche beschreiben können. Aber die

Schulen brauchen Unternehmergeist

Eine Schule ist doch keine Käsefabrik!» Wenn der Herr, der da seiner Empörung Luft verschaffte, es nicht so ernst gemeint hätte, man wäre zum Witzeln hingerissen gewesen: «Schön wär’s!» Was war geschehen? Ich hatte in einer Diskussion dazu aufgerufen, mehr Markt im Schulwesen zuzulassen. Ich warb für ein Gutscheinsystem,