In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Die zarte Pflanze ist erneut gefährdet
Bereits antike Denker machten sich Überlegungen zur Toleranz. Die Idee erlitt aber immer wieder Rückschläge. Bis heute.
Wettrüsten zwischen Intoleranten
Die Ablehnung von Personen mit anderen Meinungen ist links und rechts des politischen Spektrums gleichermassen verbreitet. Paradoxerweise rechtfertigen beide Seiten ihre Intoleranz mit der Verteidigung der Toleranz.
Zensur schützt nicht vor Hass
Immer mehr Länder ergreifen Massnahmen zur Bekämpfung von Hassrede. Doch diese sind kontraproduktiv. Redefreiheit geht Hand in Hand mit Gleichberechtigung.
«Trash-Talk ist nie persönlich gemeint»
In Rorbas tritt die 17-jährige Sanja Baur als Wrestling-Bösewicht WARChild Saga auf. Dabei diskriminiert sie nicht: Sie vermöbelt alle.
Gefährdet Mark Twain die Jugend?
Im Zuge des Kulturkampfs in den USA versuchen sowohl Konservative als auch Progressive zunehmend, unerwünschte Bücher zu verbieten. Das begründet nicht selten deren Erfolg.
«Der Angriff gegen mich wurde von der radikalen Linken gefeiert»
Der Undercover-Journalist Andy Ngo wurde durch seine Berichterstattung über politische Proteste zu einem Feind der Antifa und wurde mehrfach verprügelt. Er warnt die Schweizer, nicht naiv zu sein.
Ineinander statt nebeneinander
1977 unterzog Friedrich Dürrenmatt den Toleranzbegriff in unserer Zeitschrift einer kritischen Prüfung. Seine Gedanken sind heute noch erstaunlich aktuell.
Wie tolerant ist die Schweiz?
Juden und Muslime stehen in der Schweiz relativ vielen Vorurteilen gegenüber, während Schwarze weniger damit zu kämpfen haben. Eine grafische Übersicht zeigt, welche Einstellungen Schweizerinnen und Schweizer gegenüber bestimmten Gruppen haben und wer sich am häufigsten diskriminiert fühlt.
Die gefährliche Tugend
Die Unesco setzt Toleranz mit Akzeptanz gleich. Diese Definition ist völlig falsch, aber leider weit verbreitet.
«‹Queers for Palestine› ist die ultimative Absurdität»
Gerade jene, die sich für besonders tolerant halten, tappen in die Falle der Intoleranz, sagt der Psychologe Steven Pinker. Die Woke-Bewegung sei ein Rückfall in den Tribalismus.
Unternehmen generieren Toleranz
Das gemeinschaftliche Lösen von Problemen in Firmen führt Mitarbeiter zusammen. Sie werden so auf eine nichtmoralisierende Weise zu gegenseitigem Verständnis eingeladen.
Demokratie heisst den Gegner anerkennen
Die Demokratie kann nur dann funktionieren, wenn sich die Bürger als gleichwertig sehen. Das politische System der Schweiz trägt dieser Toleranz auf verschiedene Art Rechnung – es gibt aber auch Schwächen.
«Ich habe mir angewöhnt, öfters zuzuhören»
Während der Pandemie erlebte Unternehmer Werner Vogel eine furchtbare Zeit. Er warnt vor Ausgrenzung und vor falscher Beflissenheit gegenüber dem Diktat einer Obrigkeit.
Auf dem Strich in der Zone
In Basel müssen sich Prostituierte in einem festgelegten Gebiet aufhalten, um legal arbeiten zu dürfen. Zeigt diese am Boden markierte «Toleranzzone» Wirkung?
«Die Diskussion hätte offener sein sollen»
Nicht nur bei Corona vertreten Mike Müller und Andreas Thiel sehr unterschiedliche Positionen. Einig sind sie sich darin, dass Humor die Toleranz fördere.
Censorship doesn’t Prevent Hatred
An increasing number of countries are adopting measures to fight «hate speech». But these are counterproductive. Free speech and equality are not mutually exclusive, but mutually reinforcing.
«In this type of political environment, I can’t be safe living in an American city»
By covering political protests, undercover journalist Andy Ngo became an enemy of Antifa and got beaten up several times. He says that society cannot tolerate political violence.
«Tolerance is a human achievement»
It takes no effort to tolerate those who agree with you. Real tolerance should apply to those views you especially dislike. These days universities are a hotbed of bigotry. But Steven Pinker wants to change that.
Spellbound by the book ban: literature caught in the crosshairs of US culture warriors
In the course of the culture war in the United States, both conservatives and progressives are increasingly trying to ban undesirable books. That’s a worrying sign of intolerance.
«Das bisherige Rechts-links-Schema in der deutschen Politik löst sich weitgehend auf»
Der Philosoph Richard David Precht wünscht sich einen differenzierten Umgang mit Parteien an den politischen Rändern. Er kritisiert das heutige Selbstverständnis der Journalisten als Meinungsmacher.
«The previous right-left scheme in German politics is largely dissolving»
Philosopher Richard David Precht would like to see a more nuanced approach towards parties on the political fringes. He criticises journalists for seeing themselves as the creators of public opinion.
Intoleranz im Namen der Toleranz
Die Redefreiheit stösst bei «Progressiven» zunehmend auf Ablehnung. Die Saat für diese Entwicklung wurde im 20. Jahrhundert durch die Neue Linke gepflanzt.
Dossier
Das Analoge ist unersetzlich
Digitale Technologien können sinnvolle Hilfsmittel sein, haben aber auch das Potenzial, die Demokratie zu untergraben. Wir dürfen uns die Realität nicht durch sie ablösen lassen.
Sie sind das Ziel!
Die Digitalisierung erweitert die Möglichkeiten der Werbewirtschaft, uns zu manipulieren. Wie man es besser macht, zeigt ein Projekt in Aarau.
E-Voting kann das Vertrauen in die Demokratie stärken
Die elektronische Stimmabgabe ermöglicht mehr Stimmbürgern, an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen. Sie wirft zwar Sicherheitsbedenken auf, doch die gibt es auch bei der Briefwahl.
Künstliche Intelligenz, dein Freund und Wahlhelfer
Die neue Technologie wird die Politik grundlegend verändern. KI kann Prozesse und Entscheide erleichtern, aber auch die Demokratiemüdigkeit fördern.
Geben Sie Ihre Stimme dem Algorithmus
Der «KI-Wähler» kann dem Bürger helfen, besser informiert abzustimmen – und das künftig gleich für ihn übernehmen.
E-Collecting verändert die politische Kultur
Die elektronische Unterschriftensammlung dynamisiert die Demokratie. Sie spricht neue Bevölkerungsgruppen an, führt aber auch zu mehr Unwägbarkeiten.
«Die etablierten Parteien jubeln selten, wenn Bürgerinnen und Bürger eine Initiative starten; natürlich verteidigt das Establishment seinen Einfluss auf die politische Agenda»
Die Digitalisierung habe die Partizipation für die Bürger erleichtert, sagt der Campaigner Daniel Graf. Sie tragen damit auch eine höhere Verantwortung.
Aktuelle Debatten
«Es gibt Vorteile, in der Opferrolle zu sein»
Nicola Plain ist CEO eines Fintech-Start-ups, Margit Osterloh Wirtschaftsprofessorin. In unserer neuen Gesprächsreihe unterhalten sie sich über Geschlechterrollen, Cancel Culture und das Potenzial von Kryptoassets.
«Das Fiatgeldsystem ist eine einzige grosse Lüge»
Bitcoin werde die Menschen vom Joch des Staates befreien, glaubt Ricardo Salinas. Der mexikanische Unternehmer warnt vor Deglobalisierung und hält die Wahl von Javier Milei für das Grösste, was seit Langem passiert sei.
Bitcoin schlägt Betongold
In den letzten Jahrzehnten waren Immobilien eine gute Anlage, um Vermögen zu erhalten und zu mehren. Im digitalen Zeitalter könnte sich das aber ändern.
«In den USA hat die Mehrheit zu wenig Macht»
Die amerikanische Demokratie drohe zu einer Tyrannei der Minderheit zu werden, warnt Daniel Ziblatt. Er fordert eine Reform des Wahlsystems und prophezeit, was Trump in einer zweiten Amtszeit tun würde.
«Fiat es una gran mentira»
El Bitcoin liberará a la gente del yugo del Estado, cree Ricardo Salinas. El empresario mexicano advierte contra la desglobalización y explica por qué la proximidad a EEUU no sólo tiene ventajas para su país.
«In the USA, the majority has insufficient power»
American democracy is in danger of becoming a tyranny of the minority, warns Daniel Ziblatt. He calls for a reform of the electoral system and says what Trump would do differently in a second term in the White House.
Luxury beliefs are the new status symbols of the elites
Members of the upper class promote ideas like “white privilege” in order to increase their social standing. However, it’s often the poor who shoulder the costly burden of this behavior.
Für Risiken undNebenwirkungen fragenSie ChatGPT
Mustafa Suleyman gründete ein Start-up, das künstliche Intelligenz nutzte. Nun fordert er die Eindämmung der Technologie.
Luxusideologien sind die neuen Statussymbole der Eliten
Angehörige der Oberschicht propagieren Ideen wie «white privilege», um ihr soziales Ansehen zu steigern. Doch es sind oft die Armen, welche die Kosten dieses Verhaltens tragen.
Weitere Beiträge
Editorial
«In Wahrheit ist das Geld der Gipfel der menschlichen Toleranz. Geld ist toleranter als jede Sprache, jedes Gesetz, jede Kultur, jeder religiöse Glaube und jedes Sozialverhalten.» Yuval Noah Harari in «Eine kurze Geschichte der Menschheit» Sie halten die erste Ausgabe von «Q» in der Hand. Unser Magazin erscheint neu vierteljährlich