Heute scheitern rote, grüne und woke Anliegen nicht mehr nur am politischen Widerstand bürgerlich-konservativer Kräfte, sondern sie scheitern häufiger an den menschlichen, wissenschaftlichen und geopolitischen Realitäten der Welt.
Wer etwa aus der Kernenergie aussteigt und zugleich die fossilen Energieträger verbannen will, bringt seinem Land nicht Fortschritt, sondern Rückschritt. Wie soll der steigende Energiebedarf gedeckt werden, der durch die Digitalisierung fast aller Lebensbereiche und zusätzlich durch die Massenmigration mit entsprechendem Mehrkonsum hervorgerufen wird? Die heutige grüne Politik führt nicht in ein sauberes Europa, sondern in die Abhängigkeit von totalitären Regimes wie Russland und Katar. Die Physik kennt keine Moral der Ökounschuld, sondern nur Leistung, Netzstabilität und Versorgungssicherheit.
Auch das Gender-Mainstreaming scheitert an der Wirklichkeit. Man kann Sprache umbauen und gefühlte Identitäten per Gesetz festlegen. Die Biologie behält dennoch ihre Wahrheit. Das zeigt sich im Frauensport, wo weiblich sich gebende Männer mit körperlicher Überlegenheit Frauen schlagen. Es zeigt sich in Toiletten und anderen Schutzräumen für Frauen, in die Männer mit der Behauptung eindringen, sie seien ebenfalls Frauen. Und es zeigt sich in der Medizin, wenn sich Jugendliche wegen der Transbewegung Brüste und Penisse abschneiden lassen.
«Die Wirklichkeit ist freilich keine Spielwiese für Utopisten, sondern sie ist der Prüfstein jeder ernstzunehmenden Politik.»
Die Migrationspolitik ist ein weiteres Beispiel. Die Vorstellung, Zuwanderung sei grundsätzlich eine Bereicherung, macht blind für die belastende Realität in vielen europäischen Städten. Die Polizeistatistiken zeigen bei bestimmten Gewaltdelikten eine deutliche Übervertretung junger Männer aus afrikanischen oder islamischen Herkunftsregionen. In den Schulen beherrscht kaum noch jemand die Unterrichtssprache, während das Gesamtniveau seit Jahren sinkt. Wer darauf hinweist, gilt als Hetzer.
Das Drama der heutigen Linken besteht also nicht darin, dass ihre edelmütigen Programme nicht verstanden oder falsch umgesetzt werden, sondern darin, dass sie Pippi Langstrumpf zur Vordenkerin haben: «Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt.»
Die Wirklichkeit ist freilich keine Spielwiese für Utopisten, sondern sie ist der Prüfstein jeder ernstzunehmenden Politik. Bestehen kann nur, wer mit dem realen Menschen rechnet und wer von der Natur lernt, statt sie belehren zu wollen.