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Aktuelles

Von der Untertänigkeit

Wer sich zu tief vor andern verneigt, beschämt sie – und damit letztlich sich selbst. Die Unterwürfigkeit lauert auch in Zeiten der Gleichheit überall. Eine Analyse des Kampfes um Anerkennung mit dem Mittel der Selbstabwertung.

(0) Auftakt

Förderung von Exzellenz, Stärkung der Autonomie, Festigung der Freiheit des Denkens, Wettbewerb von Studenten und Dozenten – das sind die Ingredienzien einer erfolgreichen Universität.

(1) Wille zur Exzellenz

Hans Weder, Rektor der Universität Zürich, fordert mehr Autonomie für Universitäten und weniger Bescheidenheit: Um international konkurrenzfähig zu sein, braucht es Höchstleistungen. Jeder soll studieren können, aber nicht automatisch für jedes Masterstudium zugelassen werden.

(2) Von der Schwierigkeit, ein Leuchtturm zu sein

Die Gründer der Universität Zürich waren von der Vision der Volksbildung beseelt. Wie bewältigt die Universität heute den Spagat zwischen kantonaler Hochschule mit Bildungsauftrag und Ausbildungsstätte in der globalisierten Wissensgesellschaft? Eine Zwischenbilanz.

(3) Diät macht fett

Die Universität ist zwar unabhängiger als früher, doch scheint die neue Unabhängigkeit sie nicht von der Bürokratie befreit zu haben. Es wird fleissig evaluiert, kalkuliert und kommuniziert. Allein wozu? Der satirische Bericht eines Dozenten.

(4) Liberaler Kraftakt

Dem Fortschrittsglauben der liberalen Kräfte in den 1830er Jahren war nichts heilig – alles schien möglich. Aus diesem Geiste wurde 1833 die Universität Zürich geboren. Die Siege und Niederlagen in den Anfängen der Universität setzen sich bis in die Gegenwart fort.

(5) Wenn sich die Grenzen verschieben

Die Biologie ist zur Leitwissenschaft des 21. Jahr-hunderts avanciert. Damit einher geht ein Wandel im Verständnis der universitären Disziplinen: Natur- und Geisteswissenschaften bilden in den Biowissenschaften keinen Gegensatz mehr. Ein Rückblick – und ein Ausblick ins Ungewisse.

(7) Regeneration durch Wettbewerb

Eine sich wandelnde Gesellschaft braucht Experimente im Spannungsfeld von Wissensvermittlung, Persönlichkeitsbildung und Forschung. Wenn es, wie 1833 in Zürich, zu Neugründungen kommt, regeneriert das ganze Hochschulwesen.

(8) Optimiere dich!

Der moderne Student sieht sich als Unternehmer seiner selbst. Wer jedoch alles dem Nutzenkalkül unterordnet, verfehlt paradoxerweise diesen Nutzen. Ein Gedankenaustausch mit Ulrich Bröckling über das heutige Studentendasein und die Universität als Raum des Andersseins.

Zürich, Spiegelgasse 12

Als Georg Büchner 1837 in Zürich nur 23jährig starb, fanden sich in seinem Nachlass drei unpublizierte Werke: ein abgeschlossenes Manuskript von «Leonce und Lena» sowie Bruchstücke von «Lenz» und die «Woyzeck»-Entwürfe, geschrieben in bis heute nicht an allen Stellen entzifferter Handschrift auf…

Parkieren. Literatur

Hans Boesch war Schriftsteller und Ingenieur, der Natur, Sinnlichkeit und Phantasie mit Abstraktion, Logik und Technologie vereinen wollte. Zur Wiederauflage seiner «Ingenieurstrilogie» veröffentlichen wir eine bislang unveröffentlichte Erzählung aus seinem Nachlass.

Dösen

Es ist fünfundzwanzig Minuten nach zwölf. Eine gute halbe Stunde bleibt, bis der Polier durch die Finger pfeift. Ich muss nicht lange herumsuchen. Gleich da kann ich mich hinlegen; der Bretterstapel ist breit genug. Zwar würde mir der Platz drüben am Waldrand besser gefallen. In den Lärchennadeln liegen, mitten im

Emil Staiger – Der Erotiker der Literaturwissenschaften

Für Peter von Matt war sein Lehrer Emil Staiger der «bisher fulminanteste Erotiker der deutschen Literaturwissenschaft». Staiger und die Erotik – passt das zusammen? Seine Studenten erinnern sich, dass der Zürcher Germanist schon bei vorsichtigen sexuellen Deutungen von Goethe-Gedichten erstarren konnte. Im «Zürcher Literaturstreit» kritisierte er vehement Freizügigkeiten auf dem