(4) Ein unbekanntes Land
Zurückhaltend. Aber auch geschäftstüchtig. Misstrauisch. Aber auch höflich. Zaghaft. Aber auch freiheitsliebend. So sehen die Deutschen (und andere Nichtschweizer) die Schweizer, dieses merkwürdige Volk inmitten Europas.
Zurückhaltend. Aber auch geschäftstüchtig. Misstrauisch. Aber auch höflich. Zaghaft. Aber auch freiheitsliebend. So sehen die Deutschen (und andere Nichtschweizer) die Schweizer, dieses merkwürdige Volk inmitten Europas.
Direkte Demokratie, Föderalismus, Neutralität und sprachlich-kulturelle Vielfalt, diese vier Säulen bilden den Sonderfall Schweiz. Das Modell wäre heute, in einer globalisierten Welt, erfolgversprechender denn je. Aber dafür müssten wir es selbst besser kennen.
Die Existenz einer eigenwilligen und eigenständigen Schweiz ist ein europäisches Bedürfnis. Das wissen die meisten Europäer insgeheim. Aber wissen es auch die Schweizer?
Die Schweiz gehört als Wirtschaftsmacht ins Mittelfeld und erreicht bezüglich Wirtschaftsfreiheit Spitzenränge. Kleinheit ist im internationalen Wettbewerb kein Nachteil mehr, sondern ein Vorteil – dann jedenfalls, wenn sie als dauernde Herausforderung zum Lernen genutzt wird.
Was haben Hermann Hesse, Tina Turner, Charlie Chaplin, Voltaire, Jean Calvin, Henri Nestlé, Léon Gambetta, Ex-König Michael von Rumä-nien, Ben Bella und Michael Schumacher gemeinsam? Sie sind alle in die Schweiz immigriert. Dieses kleine Land inmitten Europas übt seit Jahrhunderten eine starke Faszination auf Schriftsteller, Musiker, Maler, Revolutionsführer,
Dieter Meier komponiert, produziert Biofleisch, keltert Wein und macht Kunst. Als Haupteigentümer eines Silicon-Valley-Softwareunternehmens hat er viel zu tun, bleibt aber ruhig. René Scheu traf ihn in Zürich.
In den «Werkgesprächen» berichten Schriftsteller über ihr Schreiben und präsentieren aktuelle Textauszüge. Diese Ausgabe führt Klaus Merz das Gespräch mit Friederike Kretzen. Im Dezember gibt Kretzen das Staffelholz weiter und spricht mit Perikles Monioudis über dessen schriftstellerische Arbeit.
Eine Antwort aus dem Stegreif von Dulcie Smart «Real freedom lies in wildness, not in civilization.» (Zitiert aus Charles A. Lindbergh, «Autobiography of Values» (1978).)
12 Bücher, vorgestellt in der neunzehnten Folge der «Schweizer Autoren in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.
Der Tod ist in Urs Widmers neuem Roman allgegenwärtig: als symbolschwere Spielfigur eines schwarzen Fährmanns, als mächtiger Saurierknochen oder in Form einer Handvoll Toter, die als unsichtbare Wiedergänger unter den Lebenden wandeln. Dennoch ist die Erzählung von Herrn Adamson kein ernstes oder gar düsteres Buch. Ganz im Gegenteil. So derb-
Ulrich Schlie (Hrsg.): «Marion Gräfin Dönhoff und Carl Jacob Burckhardt. ‹Mehr als ich Dir jemals würde erzählen können›». Hamburg: Hoffmann und Campe, 2008
Solide und leserfreundlich aufgemacht, 423 Seiten stark, mit zahlreichen erläuternden Abbildungen versehen und mit 17 aufschlussreichen Faltkarten garniert, präsentiert sich die überarbeitete Fassung der Basler Dissertation von Barbara Piatti. Ihre grundgescheite Studie ist ein engagiertes Plädoyer für eine «Geographie der Literatur». Simpler Dichtertourismus ist fortan passé. Die Ausgangsfrage ist einfach: