Ausgabe 983 - Januar 2011
Zeitbombe?: Reformideen für die berufliche Vorsorge
In dieser Ausgabe
Dossier
Freie Wahl der Kassen!
Mehr Realismus, mehr Eigenverantwortung – warum tun wir uns eigentlich so schwer damit, die zweite Säule radikal zu reformieren?
Vertrauen ist das grösste Kapital
Was die autonomen Sammelstiftungen den grossen Versicherungsgesellschaften voraushaben
Sorgenkind Altersvorsorge
Das kapitalgedeckte Vorsorgesystem der Schweiz gilt international als Erfolgsmodell. Und auch selber sparen wir nicht mit Lob. Zu Recht?
Die Renten sind zu hoch
Schwelbrand in der zweiten Säule – Gedanken zur massiven Unterdeckung der Pensionskassen
«Es ist ein Ponzi-Schema»
René Scheu im Gespräch mit Thomas Held In den Pensionskassen wird immer mehr umverteilt. Von jung zu alt. Von oben nach unten. Das widerspricht der Idee des Kapitaldeckungs-verfahrens. Wie steht es im Jahre 2011 um Idee und Realität der zweiten Säule?
Auftakt
Haben Sie sich schon einmal die Zeit genommen, den Versicherungsausweis Ihrer Pensionskasse genau zu lesen? Und falls Sie sich die Mühe gemacht haben – haben Sie ihn auch wirklich verstanden? Wir hegen in der Schweiz viel Vertrauen in unsere Altersvorsorge. Aber so vertrauenerweckend das Modell auch wirken mag, es hat Risse
Weitere Beiträge
Undogmatischer Hoffnungsglaube
Gabriele Röwer (Hrsg.): «‹Arme Teufel sind wir alle…›. Briefe von und an Robert Mächler über Gott und die Welt.» Bern: Haupt, 2010
Editorial
Liebe Leser Unsere Altersvorsorge ruht auf drei Säulen: der staatlichen Rentenversicherung, der beruflichen und der privaten Vorsorge. Das Modell klingt solide. Wir werden dafür international gelobt. Und loben uns selber gerne dafür. Zu Recht? Lesen Sie im Dossier ab S. 21 mehr zu unserer beruflichen Vorsorge – einem der grössten volkswirtschaftlichen
Das Geld ist bereits privatisiert!
Staatliches Geld verliert rasant an Wert. Wer viel davon hat, hat die Wahl. Er kann sich eine eigene Währung zusammen-stellen. Doch was tut der Mittelstand?
Das magische Denken der Banken
Kehrt das Mittelalter wieder? Über die neue Unübersichtlichkeit in der Finanzwelt.
Vorausschauen!
Realismus statt Mythos: warum die Vorteile eines EU-Beitritts trotz allem überwiegen
Monika Mann (1/2) Das Gerümpel von Capri
Im Herbst meldete sich bei Karin Andert, Autorin der Biografie «Monika Mann», ein letzter Zeitzeuge. U., der anonym bleiben möchte, hatte Thomas Manns mittlere Tochter im April 1986 auf Capri kennengelernt und begleitete sie vier Monate später von den Dolomiten nach Kilchberg.
(2/2) Gorilla, Fliege, weidendes Rind*
Von Monika Mann, an deren Talent im Hause Mann stets gezweifelt wurde und die als ausgestossene, ungeliebte Tochter galt, erschien 1960 bei den «Schweizer Monatsheften» auf vier Seiten die «Kleine Tierschau».
Schweizer Autoren in Kurzkritik XXIX
14 Bücher, vorgestellt in der dreissigsten Folge der «Schweizer Autoren in Kurzkritik».
Was heisst denn hier Freiheit?
Eine Antwort aus dem Stegreif von Paul A. Ein Anstoss von Friedrich Dürrenmatt: «Nur im Irrenhaus dürfen wir noch denken; in der Freiheit sind unsere Gedanken Sprengstoff.» («Die Physiker» (Uraufführung 1962))
Streuli am Broadway
Man mag seinen Augen kaum trauen, doch am Westufer des Zürichsees, bei Horgen, stehen riesige Redwoods, typisch kalifornische Mammutbäume – die hat der Emil mitgebracht. Damals waren sie natürlich noch kleiner. Sie wissen schon, der Emil von der Seidenmanufaktur Streuli. War ja vier Jahre in Manhattan, Kaufmannsgehilfe beim Seidenimporteur Aschmann in
Was hat das mit mir zu tun?
Flughafen Zürich, ich warte auf meinen Abflug nach Priština, Kosovo. Umgeben von Menschen, deren Sprache ich nicht verstehe, sie hingegen die meine schon. Fremd und unbehaglich fühle ich mich in ihrer Mitte, habe den Eindruck, beobachtet zu werden. Unwillkürlich muss ich an kosovarische Jugendliche denken, deren Geschichten mir aus den
Am Ende eine Plattensammlung
Siebzig Langspielplatten umfasst die Diskographie, die Hansjörg Schertenleibs Roman «Cowboysommer» abschliesst. Walter Roth, genannt Boyroth, hat sie seinem Jugendfreund Hanspeter vererbt. Kennengelernt haben sich die beiden im Sommer 1974, da waren sie siebzehn. Hanspeter erlernt den wenig später aussterbenden Beruf des Schriftsetzers, während Boyroth bei der Post jobbt. Da gibt’
Fluffy Fluffi
Sabina Altermatt: «Alpenrauschen». München: Piper, 2009 Sabina Altermatt: «Fallhöhe». Zürich: Limmat, 2010
Experiment of Living
Wer möchte eigentlich nicht in seinem Leben einen Neuanfang wagen? Gewagt hat ihn Hermann Hesse, als er nach dem Ende des Ersten Weltkrieges versuchte, sich nochmals dem «Engel zu stellen». Gewagt haben ihn auch Hugo Ball und Emmy Ball-Hennings, als sie nach der Beendigung des Dada-Experimentes um 1920
Schrittweise dem Alphabet entlang
Die Anziehungskraft der Kurzgeschichte, die in der Literatur der Schweiz vor allem im Werk Peter Bichsels prominent vertreten ist, gehe «von ihren nicht idealisierten Figuren – Durchschnittsmensch oder Aussenseiter – und der suggestiven, andeutenden Gestaltungsweise aus, also von ihrem strukturbildenden Komprimierungsprinzip», schreibt Leonie Marx, eine Expertin dieser Prosaform, in Walther Killys Literaturlexikon.
Vom Clinch zwischen Politik und Kultur
Jakob Tanner, Claude Hauser & Bruno Seger (Hrsg.): «Zwischen Kultur und Politik. Pro Helvetia 1939 bis 2009». Zürich: NZZ Libro, 2010.
Denn deine Sprache verrät dich
Als sich Simon Petrus daran machte, in der Höhle des Löwen Jesus Christus zu verleugnen, war ihm seine Sprache nicht eben dienlich. «Und über eine kleine Weile traten die hinzu, die dastanden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrät dich.» Simon stammte
Lügen in New York
René Simmen: «Aber Simens, Schnee im August? Ein biographischer Roman». Zürich: Salis Verlag, 2010
Langeweile unter Palmen
Exotische Inseln sind seit je mit der Vorstellung einer neuen, besseren Welt verbunden. Je deutlicher die eigenen zivilisatorischen Mängel wahrgenommen werden, desto mehr wächst die Sehnsucht nach einem noch unberührten irdischen Paradies. Rolf Lappert knüpft in seinem neuen Roman an diesen Topos an, kehrt ihn aber radikal um. Gleich zwei
Im Ministerium für Paradiesverteidigung
«Ihr seid doch keine Menschen, ihr seid doch feuchter Lehm! Geformt hat man euch wohl, doch etwas einzuhauchen vergass man!» So brüllt einer, der eigentlich Schutz sucht, vor einem Schreibtisch der Einwanderungsbehörde. «Derweil richtet Petrus die Dinge auf seinem Schreibtisch fein säuberlich aus – als wollte er, Tischvorsteher sozusagen, die Parade