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Britischer Logiker, Mathematiker, Kryptoanalytiker und bis heute einer der bedeutendsten Denker der theoretischen Informatik. Bereits als Jugendlicher begann Turing sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was Denken sei und wie es funktioniere. 1937 veröffentlichte er seinen Aufsatz «On Computable Numbers, With an Application to the Entscheidungsproblem». Darin beschrieb er eine Maschine, die als «Turingmaschine» in die Geschichte eingehen sollte und die, theoretisch, fähig war, jede berechenbare Zahlenfolge zu berechnen («to compute»). Dafür galt – nach Vorbild des menschlichen Denkens, dessen Rechenleistung begrenzt ist – für den Ausdruck «berechenbar», dass in absehbarer Zeit ein Resultat erfolgt. Eine Maschine, die ewig rechnet, ist unbrauchbar. In einer begrenzten Anzahl von Berechnungen kommt eine Maschine nur zu einem Resultat, wenn sie durch einen Algorithmus programmiert ist.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Kryptoanalytiker für den britischen Geheimdienst und war beteiligt an der Entschlüsselung des Codes der deutschen Enigmamaschine, die die Kommunikation der Nationalsozialisten verschlüsselte. 1950 erscheint sein Artikel «Computing Machinery and Intelligence», in dem er zur Debatte stellt, ob Maschinen denken können. Er sieht Fortschritte in der Programmierung und Speicherkapazität von digitalen Computern voraus, so dass 50 Jahre später, also im Jahre 2000, nicht mehr erkennbar sei, ob man sich mit einem Menschen oder einer Maschine unterhalte. Diese als «Turing-Test» bekannte Unentscheidbarkeit gilt noch immer als ein Kriterium für «künstliche Intelligenz». Die Programmierung einer dazu fähigen Maschine dahin sieht er in zwei Teilen: einen rudimentären Verstand entwickeln – dem eines Kindes ähnlich – und diesen dann aus- bzw. weiterbilden. Diese Arbeitsweise hat sich bis heute in der Informatik etabliert.

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