Inhaltsverzeichnis
Es ist mittlerweile ein Gemeinplatz zu behaupten, dass die Staaten und ihre Bürger vor enormen Problemen stünden. Mit dieser Feststellung ist freilich noch nichts gewonnen. Denn was heute gilt, ist morgen veraltet – und was morgen ist, muss heute schon antizipiert werden. Eine ganze Industrie von Beratern und Instituten entwickelt deswegen beinahe täglich neue visionäre Szenarien für die Zukunft. Adressat dieser Visionen sind meist Regierungen und Politiker. Sie nehmen dieselben vage zur Kenntnis, debattieren in einer Talksendung über einige der vorgeschlagenen Thesen – um sie dann wieder in der Schublade verschwinden zu lassen. Kurz: sie begraben die Visionen möglichst elegant. Und kümmern sich wieder um das Daily Business.
Politik kann Ideen umsetzen, entscheidend für ihren Erfolg ist aber die Praktikabilität der Vorschläge. Generalisierende Zwei-, Fünf- oder Zehnjahrespläne für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind zum Scheitern verurteilt, wenn die Problemfelder sich untereinander rückkoppeln, das Terrain zu unübersichtlich wird.
Deswegen finden Sie im «Monat» auch weiterhin keine neuen Marshallpläne. Statt Verkündigung von oben zu betreiben, widmen wir uns zusammen mit unseren Autoren lieber dem Aufbau von unten. Wir haben vier praktisch veranlagte Denker zu konstruktiven Reformideen für morgen befragt. Entstanden sind keine Visionen oder Utopien, sondern praxisorientierte Lösungsvorschläge für aktuelle und kommende Probleme in Sachen Zivilgesellschaft, Zuwanderung, Sozialstaat und Regierungssystem.
Die Redaktion