«Wussten Sie schon, dass die Alpen einen ganz erbärmlichen Anblick bieten, wenn man sich die Berge wegdenkt?», fragte Loriot einmal. Die in Graubünden lebende Schriftstellerin Selma Mahlknecht hat sich mit «Berg and Breakfast» nichts weggedacht, wohl aber mit aufschlussreichem wie unterhaltsamem Blick das freigelegt, was der touristischen Aufmerksamkeit in der Regel entgeht: «Ein Panorama der touristischen Sehnsüchte und Ernüchterungen» nämlich, wie der Untertitel ihres in der Edition Rætia erschienenen lesenswerten Essays lautet. Er hinterfragt den Mythos Berg, möchte wissen, warum Menschen auf Reisen gehen, wie es ist, dort Urlaub zu machen, wo andere leben, und beleuchtet jüngste Veränderungen der Tourismusindustrie. «Um festes Schuhwerk wird gebeten», heisst es eingangs, und die Warnung darf ernst genommen werden, denn Mahlknecht schreitet keine gewohnten Pfade ab. Ein entschiedenes, nach vorne schauendes Plädoyer für ein sorgsameres Reisen. (vsv)
«Wollt ihr den totalen Urlaub?»
Selma Mahlknecht fordert dazu auf, einen neuen Sinn für das Unterwegssein zu entwickeln.
Unterstützen Sie uns!
Aktuelles
Why People Replace Religion with Politics
Author and former CIA analyst Martin Gurri argues that the premises of the Enlightenment have collapsed. In conversation with Lukas Leuzinger, he talks about the consequences for democracy and why AI doom scenarios are overblown.
Die Emanzipation hat den Frauen alles gebracht – nur nicht das Glück
Frauen haben so viele Möglichkeiten wie noch nie. Zugleich scheinen sie überfordert. Das liegt daran, dass die Frauenbewegung ideologisch instrumentalisiert worden ist.
Trump: Kapitalistischer Held oder etatistischer Gauner?
Die Zwischenwahlen in den USA sind eine Weichenstellung für das Land. Giuseppe Gracia zieht eine positive Bilanz der Präsidentschaft von Donald Trump. Lukas Leuzinger sieht in ihm einen Antipoden des klassischen Konservatismus.
Die neuen Brandstifter und die Feigheit des Rechtsstaats
In Frankreich, Deutschland, Italien und nun auch in der Schweiz brennt es auf der Strasse. Die Täter rechnen nicht mit Konsequenzen, die Öffentlichkeit fürchtet die Ursachen.