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Kultur

Und immer lacht die thrakische Magd

In den seligen Zeiten, in denen der Sternenhimmel die Landkarte der gangbaren und zu gehenden Wege war und die Wege vom Licht der Sterne erhellt wurden, damals war, wie Georg Lukács in seiner «Theorie des Romans» hymnisch schwärmt, die Welt weit und doch wie das eigene Haus, Ich und Welt

Tot? Ist ja gelacht!

Im Jahr 1989 starben nicht nur Samuel Beckett und Thomas Bernhard. Nur wenige Wochen nach dem Tod des von ihm als «Prosalehrer» verehrten österreichischen Autors nahm sich Hermann Burger das Leben. Bei allen Unterschieden – Bernhard etwa wurde lange Zeit als Beckett-Epigone ridikülisiert («Alpenbeckett und Unterganghofer») – ist ein Gemeinsames dieser

Alles Gute zum Geburtstag: Johann Peter Hebel

Man kann sich durchaus Gedanken darüber machen, was es bringt, sich an die grossen Künstler der Vergangenheit vorwiegend dann zu erinnern, wenn runde Geburts- oder Todestage anstehen. Immerhin – wir werden aufmerksam, und sollte es ein Dichter sein, lesen wir vielleicht wieder einmal in seinen Werken. Dass diese rasch greifbar sind,

Die zwei Leisten des Vallotton

Félix Vallotton: «Die Seufzer des Cyprien Morus». Zürich: NZZ Libro, 2009 Rudolf Koella: «Über Félix Vallotton. Aufsätze aus 40 Jahren Forschungstätigkeit». Zürich: NZZ Libro, 2009

Ob schweizerisch oder indisch – Schnüffler bleibt Schnüffler

Wer sich heute dem ehrwürdigen Genre des Detektivromans widmet und mehr als eine Kopie sattsam bekannter Vorbilder abliefern möchte, sollte ausser Erzähltalent auch einige originelle Einfälle mitbringen. Der Zürcher Autor Sunil Mann, 1972 als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren, hatte die naheliegende Idee, einen Sohn indischer Einwanderer in

Heile, heile, Mundart

Dagegen verwahrt sich Andreas Neeser vehement: «Ich bin kein Archivar», sagt er, «ich will keine Wörter vor dem Aussterben retten. Im Archiv stirbt eine Sprache. Lebendig bleibt sie nur draussen, unter den Leuten.» – Oder drinnen, in den Büchern, liesse sich ebenso lebhaft nachtragen. Dann beispielsweise, wenn man sein Mundartbuch «No

Monte Verità im Spiessermuff

Im Inflationsjahr 1923 hat der Verlagsbuchhändler Werner Ackermann genug von Berlin und zieht mit Freunden gen Süden, um die Sehnsucht nach einem freien, besseren Leben nicht zuschanden gehen zu lassen. Er landet dort, wo 1905 schon die vor dem Wilhelminismus geflohenen Naturapostel aus Schwabing gelandet waren, in Ascona. Zwei Jahre

Verrückt in Gott

Silja Walter: «Das dreifarbene Meer». Freiburg i.Ü.: Paulus, 2009 Valentin Boltz: «Bibeldramen. Gesprächsbüchlein», hrsg. v. Friederike Christ-Kutter. Zürich: Chronos, 2009

Fotoalbum bis 1960

«Aufbruch in die Gegenwart. Die Schweiz in Fotografien 1840–1960», hrsg. von Dieter Bachmann und den Schweizerischen Landesmuseen. Zürich: Limmat, 2009.

H!

Felix Kauf & Michel Mettler: «H stellt sich vor». Zürich: Echtzeit, 2010.

Kein Verlass auf die Impotenz!

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Und das ist, in dem vorliegenden Fall, eine ganze, grosse Lesergemeinde, also wir, die neugieriggewordenen Frisch-Leser und -Liebhaber. Endlich sind sie da, diese «Entwürfe zu einem dritten Tagebuch». Begonnen hatte Max Frisch mit der Arbeit an diesen Aufzeichnungen im Frühjahr 1982.