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Kultur

Nirvana

Nirvana

Es ist spät, und ich kann nicht schlafen. Ich schiebe ein Fenster hoch, um etwas Palo-Alto-Frühlingsluft hereinzulassen, doch auch das hilft nicht. Mit offenen Augen im Bett liegend höre ich ein Flüstern, was mich an den Präsidenten denken lässt, weil wir oft im Flüsterton miteinander sprechen. Ich weiss,

Geteilte Freiheit

Der liberale Besitzindividualismus hat wenig Sinn für soziale Tatsachen. Gruppen, Kollektive oder Institutionen sind ihm fremd und suspekt. Er huldigt der Einzelperson, ihr gilt seine ganze Sorge. Jedes Individuum sei Eigentümer seiner selbst und seiner Fähigkeiten, lautet sein Credo. Dafür schulde es anderen nichts. Die Gesellschaft sei lediglich ein Forum

Männer im Museum – eine bedrohte Species?

Männer im Museum – eine bedrohte Species?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben sich der Frage gewidmet, wer gerne und wer weniger gerne über Kunst spricht, sich mit Kunst beschäftigt. Ergebnis: «Kunst» ist eher ein weibliches Gesprächsthema, ist eher in der Oberschicht und bei Menschen mittleren Alters verbreitet. Männer, Jugendliche und «Bildungsferne» gelten als «kunstscheu» und meiden Museen und Galerien.

Götterfreiheit

Von Geburt an hat jeder Mensch das unverjährbare Recht, in allem, was sich ausschliesslich auf ihn selbst bezieht, unabhängig von seinen Mitmenschen zu leben und sein Geschick nach eigenen Fähigkeiten zu gestalten. Er darf denken, was er will, glauben, was er will, beten, zu wem er will. Ungehindert darf er

Plündert die Geschichte!

Plündert die Geschichte!

Bauern, Mägde, Hokuspokus: Beim Feierabendtee in ihrer Stube erklärt Schriftstellerin Silvia Tschui, wieso es sich lohnt, die Schweizer Historie zu plündern und sie kreativ umzuformen. Und warum das – ansprechend präsentiert – auch im Ausland ankommt.

Frölein Eschers Gotthardfahrt

Verzehrt von Sehnsucht nach Süden, verzaubert die Magd Elsie in Silvia Tschuis Roman «Jakobs Ross» die Damen der Zürcher Society mit geheimnisvoll bestickten Stoffen. Wie daraus der Gotthardtunnel entstand, erklärt eine unpublizierte Passage des Romanmanuskripts.

R.I.P. Christoph Schlingensief

R.I.P. Christoph Schlingensief

München – vor der Feldherrnhalle steht ein Karree aus Absperrgittern. Die Passanten schauen mässig interessiert, ein paar arabische Touristen ziehen vorüber, behängt mit Einkaufstaschen von Nobelmarken. Innerhalb der Absperrung befinden sich: ein Redner, einige Damen mittleren Alters, ein Rollstuhlfahrer, der innerhalb des Karrees unaufhörlich umherkurvt. Ausserhalb der Absperrung sind ca. 30

Beethoven vs. Senn

Beethoven vs. Senn

Popmusik ist für die Masse. Und klassische Musik für die Elite bzw. für Leute mit einem ‹gewissen Niveau›.» Davon war der Festivalleiter überzeugt, der mit mir das Programm für mein Konzert besprechen wollte. Das wenig ertragreiche Gespräch begann mit seiner Frage nach dem Stil meiner Eigenkompositionen, die er offenbar nicht

Ray’s Exterminating

Ray’s Exterminating

«Statt Gift führe ich dem Volk liberale, intellektuelle Ameisen zu, die den Patriotismus der heimischen Ameisen untergraben und unter ihnen den Zweifel an der autoritären Herrschaft der Königin säen. Allmählich, über Generationen hinweg, wird die genetische Veranlagung der Ameisen derart geschwächt, dass sie nichts anderes mehr tun werden, als im