«Ich habe etwas gegen Ismen…»
Das richtige Wachstum? Der vollkommene Markt? Der gute Mensch? Silvio Borner ist allergisch gegen Vereinfachungen. Gegen Moden. Und gegen Besserwisser. Begegnung mit einem unerschrockenen Schweizer Ökonomen.
Das richtige Wachstum? Der vollkommene Markt? Der gute Mensch? Silvio Borner ist allergisch gegen Vereinfachungen. Gegen Moden. Und gegen Besserwisser. Begegnung mit einem unerschrockenen Schweizer Ökonomen.
Als Bodybuilder und Actionstar wurde Arnold Schwarzenegger weltberühmt. Auch in der Politik wollte er die Muskeln spielen lassen – mit mässigem Erfolg. Nun kehrt er im Alter von 65 Jahren zurück auf die Kinoleinwand. Ist der Altstar politisch desillusioniert?
Die Umsetzung der Agenda 2010 kostete den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder 2005 die Wiederwahl. Was denkt er heute darüber? Ein Gespräch über Wandel in Deutschland und in der EU, über staatliche Medienmacht und zeitgenössische Politiker.
«Das typisch Schweizerische an diesem Jackett ist unsere verdammte Hochachtung vor Geld.» Die Kampagnen des Kleiderherstellers Strellson aus Kreuzlingen sind legendär. Reiner Pichler hat die Marke gross gemacht. Ein Gespräch über (zu) enge Hemden, Modebevormundung und die Mittelschicht der Zukunft.
Allen Pendlern ist er ein Begriff: Kwasi Nyankson. Er war der wohl beliebteste Bahn-Steward der Schweiz. Der gebürtige Ghanaer über Robotermentalitäten im Service, afrikanische Weisheiten und die Umkehrung des Credos «Der Kunde ist König».
Der pakistanische Nuklearphysiker Pervez Hoodbhoy stellt sich grosse Fragen: Was passiert, wenn Iran Atomwaffen herstellen kann? Wie trennte sich der Islam von der Wissenschaft? Diese Frage betrifft über 1,5 Milliarden Menschen.
Deutschlands bekanntester Soziologe ist besorgt: Der alte deutsche D-Mark-Nationalismus finde sich nunmehr in den beinahe imperialistischen Strukturen der EU wieder, sagt Ulrich Beck. An den neuen Abhängigkeiten drohe die Union zu zerbrechen. Stimmt das? Ein Streitgespräch.
Er preist die Unabhängigkeit des parteilosen Politikers und schimpft gerne über Lobbyismus, Boni und Mandatsjäger. Der Schaffhauser Ständerat Thomas Minder prangert an, was ihm am Berner Ratsbetrieb nicht passt. Wie lange hält er den Alleingang aus?
Das Selbstbewusstsein eines einzelnen Menschen hängt von seinem Einkommen an Aufmerksamkeit ab, sagt Georg Franck. Nach seiner Theorie des «mentalen Kapitalismus» werden Konsumenten sinnentleerter TV-Sendungen ausgebeutet, Leser von Gesprächen über diese Ausbeutung jedoch nicht.
Er will Griechenland kaufen. Europa nennt er eine Desastertorte mit rosa Zuckerguss. Und in Indien ist sowieso alles besser, da chaotischer, also freier. 20 Tage Korrespondenz, nicht ohne Unterbrüche, mit dem Indienreisenden Andreas Thiel.
Erst bankrootte Banken, nun ganze Staaten. Der tschechische Ökonom Tomáš Sedláček erklärt die Krise durch Menschheitsgeschichte statt Mathematik: Die biblische „Urschuld des Menschen" offenbart mehr als das Bruttoinlandsprodukt.
Richard Sulík hat die eigene Regierung zu Fall gebracht. Er hat dafür gesorgt, dass Brüssels Politiker einen Moment die Luft anhielten, als er gegen den Euro-Rettungsschirm stimmte. Nun zieht der unangepasste Slowake durch die europäischen Lande. Und kommt sich manchmal vor wie ein Zeuge Jehovas.
Was ist Geld? Die Mainstreamökonomen verstehen nicht, was Geld ist, sagt Gunnar Heinsohn. Darum begreifen sie auch nicht, wie Zins, Geldmarkt und Banken funktionieren. Der deutsche Denker provoziert die ökonomische Zunft – und präsentiert eine durchdachte Gegensicht.
Selbst amerikanische Firmen glauben an die Schweizer Datensicherheit, sagt der Unternehmer Franz Grüter. Ein Gespräch über Rambomethoden des FBI, gute alte helvetische Werte und die Neutralität als Businessmodell in bewegten Zeiten.
Götz Aly bohrt dort weiter, wo andere aufhören. Seine Quellenarbeit erschüttert Geschichtsbilder und damit unseren Blick auf die Gegenwart. Der Historiker spricht über Gleichheit, Neid und Rassenhass – kurz: über nationalen Sozialismus.
Er kam, sprach und durfte wieder gehen: Der ehemalige deutsche Finanzminister Peer Steinbrück besuchte die Schweiz für wenige Stunden und zeigte sich dabei staatsmännisch zurückhaltend. Wir trafen ihn zu einem 3-Minuten-Gespräch mit offenem Visier.