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«Prinz, die Kunst geht nach Brot», antwortet der Maler Conti in Lessings Trauerspiel Emilia Galotti auf die Nachfrage des Prinzen: «Wie leben Sie? Was macht die Kunst?» Conti hatte eine Stelle als Maler bei Hof, verhungern musste er sicher nicht. Doch wollte er darauf hinweisen, dass er malt, wird er

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Vor einem halben Jahrhundert hat der Zürcher Germanist Karl Schmid seine «Betrachtungen zur seelischen Lage des heutigen Europa» unter dem Titel «Hochmut und Angst» herausgegeben. Unüberhörbar war seine durch die Jungsche Psychologie inspirierte Ermahnung, die Europäer müssten vor dem Einigungsprozess zunächst ihre nationalen Schatten integrieren. Nur wer im Innern eine

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Budapest im Herbst 1956 – friedliche Demonstrationen, blutige Strassenkämpfe, Proklamationen, Euphorie, am Ende rollen sowjetische Panzer. Der Aufstand der Ungarn wird nach 12 Tagen niedergeschlagen. Der Freiheitskampf endet mit mehr als 2’000 Toten; weit über 200 Personen werden später hingerichtet. Die Schweizer Bevölkerung nahm in jenen Herbsttagen grossen Anteil am

(0) Ungarn 1956/2006

Zum Schwerpunkt dieses Hefts gehören nicht nur die hier versammelten Beiträge, sondern auch die Kommentare zur Aussen-, Innen- und Wirtschaftspolitik weiter vorne. Dort wie in den Artikeln am Ende dieses Dossiers geht es um «Ungarn 2006» – um objektive Verhältnisse und subjektive Befindlichkeiten eines Landes, das seit 1989 viele Facetten europäischer

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Nicht unbedingt eine weihnachtliche Fragestellung, eine wichtige und aktuelle aber allemal: Sind westliche Werte heute bedroht? Wenn ja, was ist die Qualität dieser Bedrohung, und was können wir tun? Der inhaltliche Schwerpunkt dieses Hefts ist aus einer Reihe von Fragen geboren, die eine gewisse Verunsicherung andeuten mögen, die mittelbar aber

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Es geht in diesem Heft zur Situation in Deutschland nach den Wahlen nicht nur im engeren Sinn um ökonomische und politische Probleme, sondern um Mentalitäten, die tiefe historische, kulturelle und psychologische Wurzeln haben. Ebenso tief sitzt die Angst vor der Freiheit und vor dem Wettbewerb. Ein offener Produkte-, Finanz- und

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Ein Abschied zunächst. Nach dreissigjähriger Tätigkeit als Redaktionsassistentin hat Regula Niederer die Schweizer Monatshefte Ende Juli verlassen. Was sie im Lauf der Zeit an Fleiss, an Erfahrung und Wissen eingebracht hat, lässt sich nicht nur, aber auch an einer Zahl festmachen: unter verschiedenen Redaktionsteams hat sie über dreihundert (!) Ausgaben mitbetreut

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Dienst, Leistung und dann noch Kunst? Dient, wer etwas leistet? Leistet, wer dient? Vor allem: leistet die Kunst noch etwas, wenn sie dient? Kann im Zusammenhang mit Kunst überhaupt von einer «Dienstleistung» gesprochen werden, ohne die Kunst zu kompromittieren? «Dienstleistung Kunst». Leistung im Zusammenhang mit Kunst, das mag man noch

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Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Think-Tanks, überholte Strukturen in Frage zu stellen und neue Lösungsvorschläge auf den Ideenmarkt zu bringen. Die Öffentlichkeit muss sich daran gewöhnen, dass von dieser Seite auch Modelle lanciert werden, die den Charakter eines gedanklichen Experimentes haben und sich also nicht zur sofortigen

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Würde alle geraubte Kunst ihrem Besitzer zurückgegeben, böte sich dem Besucher der Museen und Kunstsammlungen ein seltsames Bild: verwaiste Podeste in der Abteilung für antike Skulpturen, freie Flächen in den Räumen, die der Kultur der Majas oder der alten Ägypter gewidmet sind, weisse Flächen dort, wo vertraute Werke der Moderne

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Auf ein Dossier zum Thema «Stiftungen» hatten wir uns lange schon geeinigt. Zu reden gab der Untertitel. «Quellen des Gemeinwohls» stand früh im Raum, blieb indes nicht unbestritten. Zum einen schillert der Begriff «Gemeinwohl» in gar vielen Farben. Was meint er konkret? Zum anderen gibt es Stiftungen und Stiftungen – auch

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Wenn im Dossier dieses Heftes nach dem Preis der Gerechtigkeit gefragt wird, so könnte der Eindruck aufkommen, auch die Gerechtigkeit werde damit zur käuflichen Handelsware degradiert. Wer die Dinge nicht nur beim Wort nennt, sondern den Worten auch umfassendere Bedeutungen zutraut, wird jedoch nicht daran Anstoss nehmen, wenn auch im

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Dreierlei sei hier gesagt. Ein Erstes zum inhaltlichen Schwerpunkt dieser Ausgabe. Er gilt dem Verhältnis von Wirtschaft und Politik nicht innerhalb, sondern jenseits staatlicher Grenzen: ob es notwendig sei, einer globalisierenden Ökonomie politische Gegengewichte im Weltmassstab entgegenzustellen. Für unsere Autoren mögen wir nicht sprechen; wir selber sind skeptisch und stellen

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Wer schreibt, redigiert und gestaltet, möchte gelesen und wahrgenommen werden. Texte brauchen Leser, Bilder Betrachter, und diese Menschen sind es, die uns motivieren, die «Schweizer Monatshefte» herauszugeben. Unsere Abonnenten sind unser Kapital, neue Leserinnen und Leser ein stetes Anliegen. Um diese zu gewinnen und jene zu behalten, sind wir für

Knappe Ressourcen

Der diese Zeilen schreibt, verdankt die erste Begegnung mit dem Thema Ressourcen dem Club of Rome. Als Teenager mit den «Grenzen des Wachstums» und einer Reihe düsterer Prognosen konfrontiert zu werden, hatte durchaus etwas Bedrückendes. Rohöl, Kupfer, Zinn: wie viele Jahre noch? Bis zur Klausur zumindest kannten wir die Antworten