(5) Mehr Selbstvertrauen in Europa
Europa hat viele Gemeinsamkeiten, die in einer – trotz aller Vielfalt – gemeinsamen Geschichte wurzeln und jenes Sozialkapital bilden, das im globalen Umfeld Vertrauen schafft und Erfolg verspricht.
Europa hat viele Gemeinsamkeiten, die in einer – trotz aller Vielfalt – gemeinsamen Geschichte wurzeln und jenes Sozialkapital bilden, das im globalen Umfeld Vertrauen schafft und Erfolg verspricht.
Unter dem Druck der Globalisierung wird Europa gezwungen sein, sich von überholten etatistischen, interventionistischen und zentralistischen Modellen zu lösen. Die Politik wird jenen Prozess nachvollziehen müssen, den erfolgreiche Unternehmen bereits vorgezeichnet haben.
Europaweit tätige Kapitalgesellschaften haben ein vitales Interesse daran, dass die Weiterentwicklung der Societas Europaea vorangetrieben wird. Die bisher vollzogenen Schritte zur Harmonisierung sind ein Meilenstein für ein europäisches Unternehmensrecht.
Der Luxemburger Zentralbankgouverneur analysiert nach sieben Jahren, welche Rolle der Euro im globalen Währungssystem spielen könnte. Der Fachtext richtet sich an Experten und bleibt deshalb im Original.
Zum Schwerpunkt dieses Hefts gehören nicht nur die hier versammelten Beiträge, sondern auch die Kommentare zur Aussen-, Innen- und Wirtschaftspolitik weiter vorne. Dort wie in den Artikeln am Ende dieses Dossiers geht es um «Ungarn 2006» – um objektive Verhältnisse und subjektive Befindlichkeiten eines Landes, das seit 1989 viele Facetten europäischer
Die ungarische Nation fühlte sich über Jahrhunderte dem christlichen Abendland zugehörig. Der nach dem Ersten Weltkrieg vom Westen diktierte Friedensvertrag von Trianon stellte diese Zugehörigkeit jedoch auf eine harte Probe.
Von einer friedlichen Kundgebung über den bewaffneten Aufstand zum national motivierten Freiheitskampf: Was in jenen zwölf Tagen geschah, traf nicht nur die ungarische und sowjetische Führung unvorbereitet, sondern auch die Aufständischen selbst.
Bis heute gibt es Stimmen, die das Scheitern des Aufstands von 1956 mit dem Ausbleiben westlicher Hilfe erklären. Der folgende Beitrag zeigt dagegen auf, dass es echten Spielraum und damit realistische Alternativen nur in Moskau gab.
Die Rekonstruktion einer Wirkungsgeschichte von «1956» ist ein komplexes Unterfangen, weil neben objektiven Resultaten auch subjektive Wahrnehmungen Teil der Rechnung sind, Verdrängungen und Verdrehungen, Instrumentalisierungen und immer neue Interpretationen.
Die Schweizer Bevölkerung solidarisierte sich massiv mit ungarischen «Freiheitskämpfern» durch beispiellose Spendenwellen, Sympathiekundgebungen und politische Appelle. Nach der sowjetischen Niederschlagung des Aufstands entlud sich die Wut gegen Kommunisten und «Russen» im Land.
1956: Hoffnung beim Aufstand, dann sowjetischer Einmarsch, Flucht nach Österreich und Aufnahme in der Schweiz. Eszter Berger-Bone, Mátyás Gödrös und Béla Batthyány berichten von Ausbildung, Heirat, Einbürgerung und ihrem Leben zwischen 1956 und 2006.
Wenn eine Nation als ethnische Abstammungsgesellschaft verstanden wird, ist damit immer auch die Ausgrenzung des Anderen verbunden. Die Autorin argumentiert, dass das Selbstverständnis eines Teils der ungarischen Gesellschaft als «ethnisch homogenes Magyarentum» Antisemitismus fördert.
Feurige Dorfmädchen, die Weite der Puszta, Zigeuner-musik, das sind nur einige der Klischees, die wir mit Ungarn verbinden. Und wie reagiert ein Ungar darauf?
Der Verein für Zivilgesellschaft lud wieder Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur nach Ermatingen am Bodensee. In sechs Arbeitsgruppen diskutierten sie Ende Oktober, ob westliche Werte durch aktuelle Entwicklungen herausgefordert werden. Die wichtigsten Ergebnisse folgen.
Dass die Frage nach der Gefährdung westlicher Werte immer wieder aufgeworfen wird, deutet in sich schon eine gewisse Verunsicherung an, einen Mangel an Selbstsicherheit, wie er für die Schweiz und Europa heute symptomatisch ist.
Toleranz zu üben bedeutet letztlich, Balance zu halten zwischen Beharrungsvermögen und Wandlungsfähigkeit. Ohne Grenzen ist Toleranz nicht denkbar; für Unwiderrufliches ist entschlossen einzustehen. Gleichzeitig ist aber auch die Bereitschaft zu üben, eigene Positionen stets neu in Frage zu stellen.