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Dossier: «Ungarn 1956/2006»

Ein Anliegen dieses Dossiers ist es, mit dem hilfreichen Abstand eines halben Jahrhunderts an «Ungarn 1956» zu erinnern – an einen grossen, gescheiterten Volksaufstand, an seine Bedingungen, seinen Verlauf, seine wichtigsten Folgen.

(0) Ungarn 1956/2006

Zum Schwerpunkt dieses Hefts gehören nicht nur die hier versammelten Beiträge, sondern auch die Kommentare zur Aussen-, Innen- und Wirtschaftspolitik weiter vorne. Dort wie in den Artikeln am Ende dieses Dossiers geht es um «Ungarn 2006» – um objektive Verhältnisse und subjektive Befindlichkeiten eines Landes, das seit 1989 viele Facetten europäischer

(1) Ungarns historischer Platz in Europa

Die ungarische Nation fühlte sich über Jahrhunderte dem christlichen Abendland zugehörig. Der nach dem Ersten Weltkrieg vom Westen diktierte Friedensvertrag von Trianon stellte diese Zugehörigkeit jedoch auf eine harte Probe.

(3) Das sowjetische Moment

Bis heute gibt es Stimmen, die das Scheitern des Aufstands von 1956 mit dem Ausbleiben westlicher Hilfe erklären. Der folgende Beitrag zeigt dagegen auf, dass es echten Spielraum und damit realistische Alternativen nur in Moskau gab.

(4) 1956 und die politisch-psychologischen Folgen

Die Rekonstruktion einer Wirkungsgeschichte von «1956» ist ein komplexes Unterfangen, weil neben objektiven Resultaten auch subjektive Wahrnehmungen Teil der Rechnung sind, Verdrängungen und Verdrehungen, Instrumentalisierungen und immer neue Interpretationen.

(6) Solidarität und Ausgrenzung – die Ungarnhilfe

Die Schweizer Bevölkerung solidarisierte sich massiv mit ungarischen «Freiheitskämpfern» durch beispiellose Spendenwellen, Sympathiekundgebungen und politische Appelle. Nach der sowjetischen Niederschlagung des Aufstands entlud sich die Wut gegen Kommunisten und «Russen» im Land.

(7) Identitätssuche und Antisemitismus

Wenn eine Nation als ethnische Abstammungsgesellschaft verstanden wird, ist damit immer auch die Ausgrenzung des Anderen verbunden. Die Autorin argumentiert, dass das Selbstverständnis eines Teils der ungarischen Gesellschaft als «ethnisch homogenes Magyarentum» Antisemitismus fördert.