Dossier: «Die Verheissung der Nische»
«Der zwischenstaatliche Wettbewerb nimmt zu, das globale Powerplay wird härter und stellt besonders ambitionierte Kleinstaaten und ihre Akteure vor neue Herausforderungen. Um diesen bewusst zu begegnen, bedarf es politischen Weitblicks, intelligenter Massnahmen und eines gehörigen Masses an Disziplin.» — Andreas R. Kirchschläger
Im Land der Mythen
Die Schweizerfahne weht überall; die sie hochhalten, sind aber weniger Aufrechte als Unsichere: Von den tiefen Steuern über die starke Armee bis zum freien Arbeitsmarkt klammern sich die Schweizer an Konzepte, die bestenfalls noch als Restbestände existieren. Eine Entzauberung.
Die Nische ist kein Bunker
Welche Optionen hat ein Nischenplayer, der sich mitten in Europa verschanzt zu haben glaubt?
«Ich sehe den Staat als Dienstleistungsunternehmen …»
Minimalstaat, starke Mitsprache der Bürger, Sezessionsrecht für die Gemeinden, direktdemokratisches Verfahren zur Absetzung des Monarchen: Das Fürstentum Liechtenstein vereint viele moderne Elemente in seiner Verfassung. Ist es ein Beispiel für neue Staaten im 3. Jahrtausend?
Pass pour tous
Der Nationalstaat gilt neuerdings wieder als zukunftsträchtiges Gebilde. Zu Unrecht. Jeder Bürger hat verschiedene Herkünfte und Zukunftsoptionen. Besser als Diskussionen über Schweizer Volkszugehörigkeit wäre die Schaffung eines globalen Markts für Pässe.
Die Renaissance der City States
China setzt schon länger auf sie. Und auch die wirtschaftlich darbende Peripherie Europas sieht in den freien Zonen wieder einen Weg zu mehr Prosperität. Stadtstaaten können den metropolitanen Gegenpol zur G-20 bilden. Und die Schweiz könnte davon profitieren.