Bei den Zürcher Kantonsratswahlen vom 12. Februar zeigte sich einmal mehr, dass Sozialdemokraten grosse Ansprüche an die grossen Medienäuser haben, und viele von ihnen unzufrieden sind mit der Berichterstattung, etwa des «Tages-Anzeigers». So twitterte etwa SP-Kantonsrat Rafael Mörgeli am Tag nach der Wahl: «Der Tagi gewichtet die Wahlresultate heute wieder so lange, bis die SP am stärksten verliert und die GLP am meisten gewinnt. Dieses Framing geht mir wirklich auf den Keks. Die SP hat in Zürich trotz Tagi gewonnen und wird diesen Trend im Herbst weiterführen.» Während sich Bürgerliche inzwischen daran gewöhnt haben, dass bei SRF bekannt gewordene Gesichter gerne für die SP kandidieren – wie etwa Matthias Aebischer oder Ueli Schmezer –, so störte sich Nationalrätin Samira Marti an der Rückkehr von SRF-Bundeshausredaktor Andy Müller, nachdem er während rund einem Jahr beim Arbeitgeberverband gearbeitet hatte. Sie schrieb dazu: «Ich mag diese ständige Medienschelte auf Twitter nicht besonders – aber mit Verlaub, @SRF, geht’s eigentlich noch?» Dabei kommt die prominenteste Politikerin, die wöchentlich in einer grossen Zeitung Medienkritik üben darf, auch von der SP: Jacqueline Badran in der «SonntagsZeitung». (dj)
Sozialdemokratische Medienkritik
Der «Tages-Anzeiger» und die SP haben gerade eine kleine Beziehungskrise.
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