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Aktuelles

Teufelskreis der Staatsintervention

Deutsche Steuerreform zeigt Hilflosigkeit: Regierung und Opposition handeln sprunghaft und ziellos. Statt Vertrauen entsteht Verwirrung durch widersprüchliche Reformvorschläge, die dem geforderten konsequenten Verzicht auf Staatsinterventionismus widersprechen.

Zürich 1916: Brennpunkt revolutionärer Elemente

Der Dadaismus entstand als Subkultur von Emigranten und Aussenseitern in Zürcher Cafés und Galerien während des Ersten Weltkriegs. In der ordnungsliebenden Stadt fand das schöpferische Chaos jene Nischen, in denen es als Kontrapunkt gedeihen konnte.

Ein Fünftel und ein bisschen mehr

Wozu sind Dada Damen da? Dada war eine Teamarbeit mit Zickzack-Taktik und ohne gemeinsame Strategie. Befreit oder lädiert haben die Dada Damen höchstens die bildnerische Poetik, nicht aber die Geschlechterrollen. Frauen haben damals viel Kunst geschaffen, aber wenig hinterlassen.

Die Kanonisierung des Dada

Die Dadaisten sahen sich zunächst als Avantgarde, nicht als radikale Gegen-Alles-Bewegung. Dieses spätere Image wurde teilweise dadurch geprägt, dass Richard Huelsenbeck 1964 einen historischen Text fälschte.

Nicht für «ästhetische Augen»

Duchamp schuf das «Grosse Glas» als Kunstwerk, das sich eindeutiger Interpretation entzieht und nicht nur gefallen soll. Es soll den Betrachter zu skeptischer Reflexion seiner ästhetischen Bedürfnisse anregen.

DAdam und DADame»

«Dada est difficile à déflorer. La vierge est étroite.» Kunst allein ist selten skandalös. Zum lustvoll wahrgenommenen Skandalon wird sie oft erst dann, wenn der Lebenswandel der Künstler selbst skandalöse Züge trägt. Die Dadaisten meisterten diese Herausforderung mit Leichtigkeit und Leidenschaft.

Dada-Base

Die Universität Iowa hat ein digitales Dada-Archiv gegründet, um das auf säurehaltigem Papier verfallende Erbe zu bewahren. Experimentelle Künstler interessieren sich heute mehr für Dada-Dokumente als Historiker. Das ständig wachsende Archiv sichert dieses wichtige Kulturgut.

Dadas Haus am Zürcher Heimplatz

Schutz vor Verfall und Simplifizierung Wie kann Museumsbesuchern die Komplexität der dadaistischen Bewegung nahe gebracht werden? Wenn man sich nicht damit begnügen will, nur das historische Dada-Chaos nachzustellen, dann müssen Wege wie die des Kunsthauses Zürich gewählt werden.

«tuffm im zimbrabim»

Das Cabaret Voltaire war Dadaisten-Treffpunkt und Literaturlabor zugleich. Hier entstanden experimentelle Lautgedichte, in denen Syntax und Semantik aufgelöst wurden. Klang, Rhythmus, Krach und visuelle Darbietung ersetzten die traditionelle Sprachstruktur.

«Gadji beri bimba»

«Gadji beri bimba»

Hugo Ball, zitiert aus seinem Tagebucheintrag vom 23. Juni 1916, abgedruckt in «DADA total», Reclam, 1994, S. 27 f. Das im Tagebuch nicht vollständig aufgeschriebene Lautgedicht wurde ergänzt nach derselben Quelle, S. 56.

Professionelle Provokateure

Nick Hayek und Juri Steiner arbeiten zusammen, um das historische Dada-Haus an der Spiegelgasse 1 in Zürich in ein Kulturzentrum umzuwandeln. Hayek, CEO der Swatch Group, sponsert das Projekt als Hauptunterstützer, während Steiner als Kunsthistoriker die künstlerische Konzeption leitet.

Das gestohlene Buch

Ludwig Reiners plagiierte 1944 Eduard Engels «Deutsche Stilkunst» massiv: Er übernahm nicht nur den Titel, sondern auch Themen, Theorie, Begriffe, Beispiele und Zitate. Selbst Engels charakteristischen Stil machte sich Reiners zu eigen.

Fahrtenschreiber des Lebens

Martin Walser, Jahrgang 1927, reaktiviert sein Alter Ego Herbert Messmer. Der neugierige Autor bleibt ein Archäologe des Alltags, der sich unermüdlich neuen Erfahrungen stellt, um die Widersprüche zu erforschen, die er und seine Romanfiguren zuvor kannten.