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Aktuelles

Parole Emil

Eschenbach dreht wieder seine Runden. Rechts und links und in der Limmat ist der bissige Züricher Kommissar aus der Feder Michael Theurillats unterwegs. In seinem zweiten Fall läuft er durch das winterliche Zürich, isst zwischendurch viel und fettig und nimmt – zwischen Weihnacht und Neujahr – zehn Kilo ab. Aber darum geht

Lange, bernsteinfarbene Beine…

Es ist beileibe nicht einfach, Zsuzsanna Gahses neuen Roman literarisch einzuordnen. Das Buch ist ebenso Kranken- wie Liebesgeschichte, ein Lehrstück über die Macht der Erinnerung und nicht zuletzt eine Reflexion über das Erzählen selbst. Doch der Reihe nach. Alles beginnt mit einer ganz alltäglichen Begebenheit. Die Ich-Erzählerin, eine Frau

Lorenz Saladin, neu aufgelegt

Lorenz Saladin, neu aufgelegt In jeder Biographie steckt ein mehr oder weniger offenes autobiographisches Interesse. Weshalb sich Annemarie Schwarzenbach (1908 – 1942) so intensiv mit dem Alpinisten Lorenz Saladin beschäftigte ­– heute würde er als ein Extrem-Bergsteiger gelten ­– ist offensichtlich: auch sie gehörte zu den Menschen, für die das wahre Leben

Ada Lovelace, neu vorgestellt

In ihrem dritten Roman nähert sich Anita Siegfried dem Leben der britischen Mathematikerin Ada Lovelace, die mit ihren Liebesaffären, ihrer Spiel- und Drogensucht ihre Zeitgenossen provozierte. Ada wurde 1815 als einzige legitime Tochter Lord Byrons geboren, den sie nie kennenlernen sollte. Zu ihrer Geburt war der Dichter ausser Haus, «er

Betrachtungen eines Gastarbeiters

Mit «Va’ Pensiero. Geschichte eines Fremdarbeiters aus Ligurien» legt Sergio Giovannelli ein Dokument vor, das über seinen Wert als autobiographische Studie hinaus repräsentativ wird für eine nunmehr bereits historisierte Phase der neueren Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Schweiz. Es handelt sich um jene von der Hochkonjunktur geprägte Phase der Migration in

Tricky und vor allem zwicky

Nach «Der Schwan, die Ratte in mir» (2002) legt Dieter Zwicky unter dem Titel «Reizkers Entdeckung» einen weiteren Band mit Prosatexten vor: klassische Erzählungen, Parabeln, Allegorien, Reflexionen und Beobachtungen im weitesten Sinn. Vieles dreht sich in seinen Texten um Sprache, sei dies experimentell oder philosophisch; wenn dieser Autor will, dann

Der Dazwischer

Es darf als programmatische Pointe gelten, dass der Umschlag des neuen Gedichtbandes von Felix Philipp Ingold eine berühmte mathematische Figur zeigt: das Möbiusband. Diese seltsam verschlungene Figur hat – obwohl dreidimensional strukturiert – keine Rückseite. Ein poetologischer Glücksfall für einen durch und durch sprachreflektierten Autor wie Ingold. Denn die Poesie, wie er

EDITORIAL

Was Philosophen gerne ignorieren, ist für Ökonomen der Anfang aller Theorie: der Mensch ist ein Lebewesen, das tauschen kann. Getauscht werden nicht nur Waren, sondern auch Gefühle, Überzeugungen und Gewissheiten. Um letzteres geht es beim Schuldenmachen. Schuldner und Gläubiger tauschen eine gegenwärtige Gewissheit gegen eine künftige Ungewissheit – wobei der eine

Wie viele Schulden verträgt der Mensch?

Wie viele Schulden verträgt der Mensch?

Die Menschen haben zu Schulden gemeinhin ein ambivalentes Verhältnis. Auf der einen Seite sind diese Gegenstand von Ermahnung, auf der andern Seite ebensooft Gegenstand von Verharmlosung. Das gilt auch für die Staatsverschuldung. «Wir schulden sie ja nur uns selber», pflegen manche zu sagen. Der private Konsumverzicht, der mit der schuldenfinanzierten