Ausgabe 928 - Oktober 2003
EU, Deutschland. Schweiz im Vergleich
In dieser Ausgabe
Dossier
Vom Steuer- zum Gebührenstaat
Globalisierung und Systemwettbewerb erfordern neue Paradigmen der Staatsfinanzierung, da traditionelle Steuer- und Abgabensysteme unter veränderten Bedingungen neu konzipiert werden müssen.
Für eine konsequente Wachstumspolitik
Seit mehr als zwei Jahrzehnten leidet die Schweizer Wirtschaft unter einer ausgeprägten Wachstumsschwäche. Indessen weist unser Land sogar den tiefsten Wachstumstrend aller OECD Länder auf. Betrachtet man die Bestandesgrössen, wie das Pro-Kopf-Einkom-men der Bevölkerung, die Arbeitslosenrate, die Erwerbsquote, die Staatsausgabenquote oder die Kaufkraft des Einkommens, schneidet die
Die Nahostpolitik der USA im Dilemma
Die Road Map – wenig Hoffnung auf Frieden Die USA können keine ausgewogene Nahostpolitik verfolgen, weil sie zu einseitig auf Israel fokussiert sind. Daraus ergibt sich gegenüber den arabischen Ländern in der Region eine unüberbrückbare Glaubwürdigkeitslücke.
Demokratie contra Rechtsstaat?
Fragwürdige Emotionalisierung der Schweizer Einbürgerungsdebatte
Ein moderner Finanzhistoriker alter Schule
Charles P. Kindleberger war ein Doyen der Finanzhistoriographie. Er erlebte die Entwicklung des Finanzsystems im 20. Jahrhundert hautnah mit und analysierte später kritisch dessen Krankengeschichte in entscheidenden Phasen.
Herausforderungen der EU-Wettbewerbspolitik
Governing in Europe has become more challenging. The quality of political and administrative leadership will determine whether market economy and competition can prevail against defeatist trends.
Wege aus der Wachstumsschwäche
Aymo Brunetti zufolge sind Trends wichtiger als absolute Werte bei wirtschaftspolitischen Vergleichen. Die Schweizer Wirtschaft stagniert und zeigt Innovations- und Wachstumsschwächen, obwohl sie in internationalen Rankings noch gut abschneidet. Brunetti diskutiert Lösungsansätze für diese Probleme.
Wie weiter mit der Liberalisierung?
Die Schweiz liberalisierte die Telefonie später als andere Länder, doch dieser Bereich ist bei den Netzindustrien am weitesten entwickelt. Die gesammelten Erfahrungen sind überwiegend positiv und lassen sich bei schrittweiser Umsetzung auch auf andere Netzindustrien übertragen.
Deutschland-Schweiz: Blockierte Nachbarn
Trotz grossen Wissens über notwendige Reformen entstehen in Deutschland und der Schweiz Blockaden. Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv untersucht gemeinsam mit dem Think Tank Avenir Suisse die Ursachen dieser Reformblockade und entwickelt Lösungsansätze.
Service public und europäischer Binnenmarkt
Staatswirtschaft gewinnt an Bedeutung. Öffentliche Unternehmen bewegen sich zwischen staatlicher Regulierung und Wettbewerb. Das Gemeinschaftsrecht bevorzugt zwar Märkte, erlaubt den Mitgliedstaaten aber Ausnahmen für gemeinwohlorientierte Staatsbetriebe.
Wettbewerb als Herausforderung zur Innovation
Beim 11. Zermatter Symposium zur vergleichenden Wirtschaftspolitik gab es keine einhellige Antwort auf die Frage «Mehr oder weniger Staat?». Konsens herrschte jedoch: Europa braucht mehr Wettbewerb auf allen Stufen und in allen Bereichen.
Lösungsvarianten für wirtschaftspolitische Probleme
Mancur Olson, zitiert aus: «Aufstieg und Niedergang von Nationen», Tübingen 1985, S. 308 f.
Weitere Beiträge
«Schauspieler der Gefühllosigkeit»
Zum 200. Geburtstag Mérimeés Bekannt ist Prosper Mérimée vor allem durch seine von Bizet vertonte Novelle «Carmen» geworden. Doch auch anderes lohnt sich zu lesen: Ein Abriss seines Lebens im Second Empire und seiner vom Ästhetizismus geprägten Werke.
Biographien und Bildmonographien zu Adorno
Biographien und Bildmonographien zu Thodor W. Adorno Insgesamt fast 3000 Seiten verfassten die Biographen allein im Adorno-Jahr über den Kritiker des Biographismus und den Erneuerer des Bilderverbots. Ein Überblick.
Unordnung durch Ethik
Eine letzte Ressource richtig verstehen Ihre augenblickliche Popularität bringt die Ethik in Gefahr, in bekannten ideologischen Gefässen gut verschlossen zu werden. Wenn sie hingegen ein Reservoir bleiben soll, um über unsere Zukunft nachzudenken, dann muss sie Unruhe stiften.
Von Modellen zu Experimenten
«Keine Experimente!» Mit diesem strukturkonservativen Motto führte Konrad Adenauer 1957 einen erfolgreichen Wahlkampf. Tatsächlich sind der Politik beim Ausprobieren verschiedener Lösungsmuster enge Grenzen gesetzt. In einer pluralistischen Demokratie kann keine Regierung einfach ein Modell nach dem anderen durchspielen, abwarten, beobachten und dann auswerten, was geschieht. Das subtile Spannungsfeld von Politik