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Xenia Tchoumitcheva

Xenia Tchoumitcheva ist Ökonomin und Model. Sie betreibt die Website ChicOverdose.com und lebt in London und Lugano. Von März 2011 bis März 2014 war sie regelmässige Kolumnistin dieses Magazins.

Der kontrollierte Zen-Work-Life-Balance-Regelbruch

«Gleichgewicht und Leichtigkeit bringen inneren Frieden und Gelassenheit.» Die Erkenntnis, die Zen-Theoretiker seit über 2000 Jahren verinnerlicht haben, sucht in der modernen Welt nach neuen Anwendungsformeln. Nicht zu viele Partys feiern – stattdessen gemütlich im Wohnzimmer-Outfit vor dem TV sitzen. So entspannt sich der gestresste Mensch und schöpft neue

Programmierte Enttäuschung

Achtung, Apokalypse: Die Welt ist auf dem Weg in den Abgrund. Globale Erwärmung, Schuldenkrise, europäische Sparpläne, Stellenabbau, Protestbewegungen gegen Banken, Staaten, Schulden und überhaupt – keine guten Nachrichten im Westen. Gleichzeitig lesen und hören wir in Studien (NEF, OECD) von Menschen auf einsamen Inseln wie Vanuatu oder auf dem Dach der

Zu schön, um dazubleiben

Die Bedeutung meines aus dem Griechischen stammenden Vornamens lautet: die Fremde. Und genau das ist es, was ich mein ganzes bisheriges Leben lang war. Was mir anfangs Mühe machte, hat sich inzwischen als Vorteil erwiesen, den ich bewusst einsetzen kann. In Italien und in den USA nimmt man mich als

Halten Sie sich für überdurchschnittlich?

Halten Sie sich für überdurchschnittlich?

Es sind die grossen, aussergewöhnlichen Ideen unangepasster Leute, die unsere Gesellschaften revolutioniert und unser Leben verbessert haben. Eigentlich wissen wir ja: Wachstum wird durch kreative Querköpfe getrieben. Im nachhinein bewundern wir sie für ihre Taten, errichten Denkmäler, schreiben lobende Texte und Monographien. Selten genug werden diese Innovatoren aber auch zu

Sternegucker sind keine  Himmelsstürmer

Sternegucker sind keine Himmelsstürmer

Ich sitze im Flieger von Los Angeles nach New York und habe gerade eine anstrengende Pressekonferenz hinter mir. Zwei Sitze weiter liest ein junger Mann ein Buch: «Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht». Der Autor ist Malcolm Gladwell. Tonnenweise Bücher wurden geschrieben über das, was Menschen angeblich

Eine Mehrheit macht noch keine Wahrheit

Eine Mehrheit macht noch keine Wahrheit

Kann eine politische oder geschäftstüchtige Minderheit mit ganz eigenen spezifischen Interessen eine Kettenreaktion in Gang setzen, die eine Minderheitsmeinung so weit verbreitet, dass sie letztlich zur Massenmeinung wird? Ich glaube: sie kann. Wer sich eine eigene Meinung über eine Sache bildet, wird vor allem dadurch beeinflusst, was die wahrgenommene Mehrheit

Sie nannten sie Dagny

Sie nannten sie Dagny

Schönheit, sagt die Schönheitskönigin, ist eine Illusion. Und gibt sich desillusioniert: sie liest am liebsten Ayn Rand, ist überzeugte Kapitalistin und zieht gerade ihr neues Geschäft auf. Ihre Heldin ist ihre Grossmutter, eine Unternehmerin aus dem Südural. Wer ist Xenia Tchoumitcheva?

Die gute alte Zeit ist schlechter als ihr Ruf!

Als ich meiner Mutter sagte, dass ich nach London ziehen würde, führte dies zu einer tragischen Abschiedsszene. Sie reagierte, als sei ich ein Soldat, der die Familie in Richtung Krieg verlässt, als sei unsere gemeinsame Zeit damit endgültig vorbei. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Meine Mutter versteht das Verlassen

Darum habe ich die Finanzwelt verlassen

Ich wurde in den letzten Wochen unzählige Male danach gefragt, wieso ich mich entschieden hätte, meine Karriere bei einer Investmentbank nach so kurzer Zeit schon wieder zu quittieren. Ich will die Frage hier beantworten. Die Monate und Jahre, die ich nun in der Finanzbranche verbrachte, waren eine gute Schule. Nicht

Sind Sie nicht googlebar? Dann sind Sie sympathisch!

Googlen Sie Personen, die Sie gerade erst kennengelernt haben? Lesen Sie, was Rihanna oder Demi Moore twittern? Haben Sie mich schon einmal gegooglet oder im Facebook gesucht? Für welches der unzähligen Profile haben Sie sich entschieden? Und glauben Sie, ich hätte alle Profile selbst erstellt? Egal, ob bei Prominenten, Möchtegernprominenten

Das totale Glück ist eine Illusion

Kürzlich habe ich zufällig festgestellt: nach einer gewissen Zeit der Anpassung, der anfänglichen Aufregung oder des Ärgers über eine neue Lebenssituation pendelt sich die Stimmung an jeder neuen Station meines Lebens wieder auf einem bestimmten Niveau ein. Ich habe diesem «automatischen Ausgleich» meines Gemütszustandes früher nie viel Beachtung geschenkt. Ich

Am Ende verlieren wir das Interesse an gedanklicher Vertiefung

Am Ende verlieren wir das Interesse an gedanklicher Vertiefung

Vergessen Sie die griechische Schuldenkrise und auch die Sorgen der EU! Soeben komme ich zurück von einem Ausflug nach Chalkidiki, dem Geburtsort Aristoteles’. Ich konnte nicht anders, als mich an der Warmherzigkeit und der positiven Lebensweise der Griechen zu erfreuen. Und das, obwohl die meisten von ihnen gerade eine schwere

Die heutigen Vorbilder sind keine mehr

Wer erinnert sich noch an die Hochzeit des Dukes und der Duchesse von Cambridge vor rund einem Monat? Obwohl wir die zahllosen Bilder der Festlichkeiten und des so zuckersüssen Pärchens schon nach kurzer Zeit leid waren, möchte ich die «Hochzeit des Jahres» und die 2,2 Milliarden Menschen, die sie

Was zählt, ist die persönliche Substanz

Was zählt, ist die persönliche Substanz

Wer glaubt noch an das Credo «Fake it till you make it»? Gemeint ist: die eigene Fassade auf Hochglanz polieren, um die Substanzlosigkeit dahinter zu verschleiern. Selbstverleugnung also, um sich ökonomische Vorteile zu verschaffen, die eigene Karriere voranzutreiben – oder ganz simpel im Freundeskreis besser anzukommen. Wir leben in einer Scheingesellschaft.

Das Internet wird zu einer politischen Waffe

Wer hat eigentlich kein Handy? Und wer hat noch nie versucht, über Chat oder Social Network zu kommunizieren? Es ist klar: die unzähligen Neuentwicklungen im Bereich der Kommunikation fördern die Vernetzung untereinander; und die Vernetzung hat die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten stärker verändert als in den Jahrhunderten zuvor. Das

Glück ist käuflich, aber…

Glück ist käuflich, aber…

Man hört und liest viel von der Emanzipation der Frau. Das ist gut so. Nur hört die Betrachtung leider oft mit dem Zitat irgendwelcher Studien auf, die eine Benachteiligung von Frauen durch Differenzen bei den Löhnen zu beweisen suchen. Die Ehe, eine Institution, die von Feministinnen häufig dafür kritisiert wird,