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René Scheu

Geschäftsführer des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik. Von 2007 bis 2015 wirkte er als Herausgeber und Chefredaktor des «Schweizer Monats». Heute ist er Verwaltungsrat der SMH Verlag AG.

Auftakt

Dieses Dossier ist die Dokumentation des bisher grössten Abenteuers der Redaktion. Serena Jung, Claudia Mäder und ich sind eingetaucht in eine unerhörte, alteuropäische, neuliberale und vielfältige Welt. Nach zehn Tagen mit nachhallenden Erlebnissen sind wir wieder aufgetaucht und haben das Gesehene, Gehörte und Geschmeckte verdichtet. Folgen Sie uns auf unserem

Neue Partei

«Konservative, Sozialdemokraten, Liberale – alle sind Vertreter des real existierenden Sozialdemokratismus.» Diesen Satz muss man erst mal auf sich wirken lassen. Damit lässt sich die Gehässigkeit vieler aktueller politischer Debatten erklären – in ihnen spielt der «Narzissmus der kleinen Differenzen», der frei nach Sigmund Freud ja bloss die tieferen Gemeinsamkeiten verdecken soll.

Vater-Sohn-Gespräch

Die Szene könnte am Mittagstisch bei uns zu Hause spielen, würde es ihn noch geben. Nun sitzen wir also an einem schön dekorierten Tisch und speisen gediegen in einer Dépendance des Grand Resort in Bad Ragaz. Meine Cousine heiratet, Familie, Verwandtschaft und Freunde treffen sich an einem fremden Ort. Mein

Die grosse Verstädterung

Die grosse Verstädterung

Die Völkerwanderung ist längst nicht abgeschlossen – schon gar nicht die von den Dörfern in die Städte. Noch immer sind sie Einfallstore für ein besseres Leben. Aber nur, so Doug Saunders, wenn sie Ankunftsstädte sind: Orte der Optionen und nicht von Urbanisten gestaltete Ghettos.

Debatte ohne Ende

Zuwanderung, Bilateralismus, Neutralität: es sind grosse Worte, an denen wir uns am kommenden 17. September abarbeiten werden. Ihnen allen liegt eine noch grössere Frage zugrunde – jene nach dem Selbstverständnis der Schweiz. Wir wollen die Verständigung vorantreiben, die Selbstbilder aufeinandertreffen lassen, und zwar in einer Debatte coram publico mit den Autoren

Publizisten und Unternehmer II

Ich habe das mal untersucht: Die Mainstream-Medien unterscheiden durchaus zwischen Manager und Unternehmer. Der eine denkt kurzfristig, der andere langfristig; der eine denkt nur an sich, der andere auch an seine Leute. Der eine ist ein skrupelloser Opportunist, der andere ein halbwegs verantwortungsvoller Akteur. Der eine ist zum Abschuss

Ein Glücksfall?

Wie fühlt und fiebert die Schweiz im Sommer 2014, nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative? Bleibt die Confoederatio Helvetica zuverlässig ein Spezial-, ein Sonder-, ja eigentlich ein Glücksfall? Oder doch eher ein Fall aus der Zeit? Vier Autoren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, geben Antworten auf die Frage, wie es um

Publizisten und Unternehmer I

Wie werden Unternehmer in der medialen Öffentlichkeit wahrgenommen? Ich war kürzlich eingeladen, zu dieser Frage coram publico zu referieren, und habe gemerkt: Ich muss mit Selbstkritik beginnen. Dass hier strukturell bedingte Wahrnehmungsverzerrungen im Spiel sind, ergibt sich nämlich aus der Natur der Sache. Publizisten haben anders als Unternehmer Upside-Chancen,

Relevanz Fussball

Fussball ist, wenn man trotzdem mitredet. Die Fussballwelt gehorcht derselben Regel wie die politische: Jeder hat eine Meinung, auch wenn er keine Ahnung hat. Dieses Magazin legt Wert auf die Darlegung ebenso differenzierter wie relevanter An-, Gegen- und Aussensichten zur herrschenden Lage. Doch ist Fussball relevant? Immanuel Kant schrieb in

Wie rund ist der Ball?

Von der brasilianischen Seleção keine Spur: wenn es nach der englischen Komikertruppe Monty Python ginge, müssten sich im WM-Final Griechenland und Deutschland gegenüberstehen. So will es einer ihrer Sketches, der ein denkwürdiges Spiel zeigt: Platon, Aristoteles & Co. gegen eine deutsche Elf mit philosophischen Himmelsstürmern wie Hegel und Nietzsche.

Brasilien und Fussball I

Bis das Alter seinen Tribut forderte, habe ich leidenschaftlich Fussball gespielt. Auch in Brasilien, bis vor kurzem, fast zehn Jahre lang. Eine Partie unter Freunden nennt sich da «pelada» («nackt») und ist terminologisch scharf von einer echten «partida de futebol» zu unterscheiden. Man trifft sich beispielsweise samstags um 10 Uhr

Brasilien und Fussball II

«Brasilianer werden ist schwierig, weil es eigentlich keine Brasilianer gibt.» Der Medienphilosoph Vilém Flusser, der 1939 vor den Nazis aus Prag nach London und später nach São Paulo floh, wo er bis 1971 lebte und lehrte, wusste zweifellos, wovon er sprach. Brasilien ist ein Durcheinander, eine portugiesisch-afrikanisch-indianisch-japanisch-